Home Ausflugsperlen „Pharao. Leben im Alten Ägypten“ im Lokschuppen Rosenheim – auch eine Opfertafel kann eine echte Museumsperle sein #perlenfischen

„Pharao. Leben im Alten Ägypten“ im Lokschuppen Rosenheim – auch eine Opfertafel kann eine echte Museumsperle sein #perlenfischen

by Sabine Wieshuber

Ein Gastbeitrag von Rosi Raab vom Lokschuppen Rosenheim zum #perlenfischen – unsere Blogparade rund um eure Museumsperlen.

Monumentale Tempel, gewaltige Grabanlagen mit beeindruckenden Malereien – stumme Zeugen für eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Das Ausstellungszentrum Lokschuppen in Rosenheim entführt die Besucher mit der Erlebnisausstellung „Pharao“ in das Leben im alten Ägypten. 400 Exponate von internationalen, renommierten Leihgebern, 11 Modelle altägyptischer Tempelanlagen und 22 Medienstationen nehmen die Besucher mit auf eine Reise an den Nil. Echte „Museumsperlen“ gibt es hier jede Menge. Es sind nicht immer spektakuläre Dinge wie die große Rekonstruktion einer Grabkammer oder der 4.000 Jahre alte, frisch restaurierte Kastensarg des „Herrn Nacht“, die lebhafte Eindrücke aus dem alten Ägypten vermitteln.

Die Opfertafel des Prinzen Iuno – eine Museumsperle

Die Opfertafel des Prinzen Iuno beispielsweise erzählt eine eigene Geschichte und ist eine Museumsperle, die es zu entdecken gilt. Weltweit gibt es nur noch eine handvoll Opfertafeln in dieser äußerst fein gearbeiteten und herausragenden Qualität. Zu sehen ist hier der Prinz in seinem Grab. Prinz Iuno war der Leiter der Verwaltung unter Pharao Cheops und einer der höchsten Beamten des Staates. Er trug den Rangtitel „Königssohn“. Die Opfertafel zeigt Iuno, wie er seine Hand nach einem Opfertisch ausstreckt. Dort sind verschiedene Dinge wie Brot, Bier, Wein und Kleider. Das alles gehört zu einer Idealliste von Gütern, die die alten Ägypter mit ins Grab gegeben haben.

Dabei galt: je höher die Stellung des Verstorbenen war, desto mehr Beigaben bekam er in seine letzte Ruhestätte. Die Grabbeigaben hatten eine Aufgabe. Sie wurden dem Toten mitgegeben, um ihm ein möglichst angenehmes Leben im Jenseits zu ermöglichen. Die Liste war besonders bei Königen sehr lange. Sie enthielt Geschirr und Nahrung, Möbel, Kleider, Kosmetik, Schmuck und sogar Spielzeug. Die Grabkammern von Königen und edlen Ägyptern waren wie Schatzkammern ausgestattet. Ganz wichtig waren dabei die Uschebtis. Das sind kleine Dienerfigürchen, die den Toten mitgegeben werden, damit sie die von ihm geforderten Arbeiten im Jenseits verrichten. Ihre Bezeichnung lautet übersetzt „Antworter“, weil sie auf den Aufruf zur Arbeit reagieren. Die meisten Ägypter konnten sich diesen Luxus nicht leisten. Sie erhielten nur wenige Grabbeigaben und oft wurden sie in einfachen Gruben in der Wüste bestattet.

Die Opfertafel des Iuno ist also scheinbar „nur“ ein sehr altes, wertvolles Stück Kalkstein aus dem Alten Reich. Die Leihgabe aus dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim veranschaulicht eindrucksvoll den Luxus im Grabkult der Ägypter. Es lohnt sich also, die Exponate in der Ausstellung „Pharao“ ausgiebig zu studieren. So erfährt man viel über das Leben und die Kultur aus dem Alten Ägypten. Übrigens. Die Ausstellung glänzt nicht nur  mit wissenschaftlichen Highlights – sie ist auch familienfreundlich. Die Katzengöttin „Bastet“ führt die Kinder durch die Welt der Pharaonen. Schön sind auch die Medienstationen. So darf sich jeder in der Kunst der Hieroglyphen versuchen. Sportliche Wettkämpfe und ein Gewinnspiel gibt es beim beliebten Außenparcours. Dazu gibt es jede Menge Spezialführungen – vom Kulturgenuss für Aktiv-Senioren über die Führung mit Spielpuppen für die Kleinsten bis hin zur beliebten Taschenlampenführung im Dunkeln.

"Pharao. Leben im Alten Ägypten" im Lokschuppen Rosenheim - auch eine Opfertafel kann eine echte Museumsperle sein #perlenfischen

Das Plakatmotiv der Ausstellung Pharao im Ausstellungszentrum Lokschuppen

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Kurator Dr. Christian Tietze, dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim und dem Universitätsmuseum Aberdeen entstanden. Auf dem Blog der Sammlungen der Universität Aberdeen ist übrigens zu lesen, wie die Objekte für den Weg nach Rosenheim vorbereitet wurden.

„Pharao- Leben im alten Ägypten“ läuft vom 24. März bis zum 17. Dezember 2017. Weitere Informationen zur Ausstellung und zu allen Führungen und Workshops gibt es im Internet unter www.lokschuppen.de  oder telefonisch unter 08031/ 3659036. Sie ist in Rosenheim geöffnet:

Mo.-Fr. 9.00–18.00
Sa., So. u. Feiert. 10.00–18.00

 

Die Blogparade #perlenfischen läuft noch bis zum 14. Mai 2017! Wer taucht noch nach seiner liebsten Museumsperle und teilt sie mit uns?

Der Lokschuppen Rosenheim ist mit seinen Bildfahnen und dem Ausstellungsfilm noch bis zum 10. Juni 2017 im Infopoint zu Gast.

 

Abb. ganz oben: Opfertafel des Prinzen Iuno, Kalkstein, Altes Reich. Copyright: Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, PM2145. Foto: Andreas Jacob

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