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HopfenBierGut Spalt Hörstation

Türkis, hopfengrün und am Schluss goldgelb: Die Farbpalette des HopfenBierGuts Spalt

by Infopoint

Ein Gastbeitrag von Verena Müller, HopfenBierGut Spalt

„In Spalt, in Spalt, dou wern die Leit gor alt. Sie kenna nix dafier, dös macht ös goute Bier.“

Diesen Spruch kennt in Spalt jeder und auch so manchem „Nichtspalter“ dürfte dieser Reim geläufig sein, wirbt doch die Spalter Brauerei, die die einzige verbliebene kommunale Brauerei Deutschlands ist, mit diesem markanten Satz. Spalt steigt aber sozusagen schon einen Schritt früher ein, nämlich bei der geschmacksgebenden Zutat des Bieres, dem Hopfen.

Denn seit man im Mittelalter feststellte, dass Hopfen besser wächst, als der Wein hier gedeiht, legte man fortan die Priorität aufs Bier, was aus heutiger Sicht ja auch goldrichtig war.
Hopfen und Bier widmet sich seit April 2015 nun das im alten Kornhaus der Stadt Spalt gelegene Museum HopfenBierGut. Das imposante Fachwerkgebäude, von den Fürstbischöfen aus Eichstätt im Jahr 1457 erbaut, gilt als das stattlichste profane Gebäude der ganzen Region. Zwar hätte es für seine zwischenzeitliche Verwendung als Hopfenlager- und Signierhalle (1897-1984) nicht so massiv gebaut werden müssen, aber so erfreut es die Besucher des Museums und die Gäste, der dort ebenfalls im Erdgeschoss untergebrachten Tourist-Information.
Betritt man das Gebäude, erblickt das Auge als Erstes einen gelungen Mix aus alten Eichenholzbalken, die jedes Zimmermannsherz schneller schlagen lassen und ein Interieur, das bewusst zurückhaltend in Weiß und mit klaren Linien den 36 m langen und 13 m breiten Raum, der nur durch eine Glaswand unterbrochen wird, selbst wirken lässt.
Das Konzept scheint aufzugehen, denn neben der BierIdee 2015, holte das HopfenBierGut den dritten Platz beim ADAC-Tourismuspreis Bayern und hat den Bayerischen Museumspreis 2017 gewonnen.

Türkis, hopfengrün und am Schluss goldgelb: Die Farbpalette des HopfenBierGuts Spalt

Rund um den Hopfen dreht sich diese Station im HopfenBierGut Spalt, Foto: Infopoint Museen und Schlösser in Bayern

Ein Gang durch die multimediale Ausstellung des Museums HopfenBierGut Spalt

Hat man die Eintrittskarten gelöst, läuft man durch den rückwärtigen Teil des Gebäudes in der sich auch die Spalter Bierwerkstatt befindet, dort kann man neben Bierproben auch während eines Braukurses unter fachkundiger Leitung eines Braumeisters sein eigenes Bier brauen. Hinauf geht es nun in den zweiten Stock des Anbauturmes, dort beginnt der Rundgang. Oben wird man von sattem Türkis begrüßt. Doch die Wandfarbe, die sowohl Wände, Balken und Gefache schmückt war keine Idee heutiger Innenarchitekten, sondern vielmehr eine Marketingidee der Spalter Bürger anno dazumal um ihren Hopfen noch grüner wirken zu lassen und so den besten Preis zu erzielen. Ein stilisierter türkiser Balken und eine Hopfendolde zieren indes auch das Logo des Museums.
Am multimedialen Stadtplan kann man die Stadt erkunden und erhält einen Überblick über die Stadt. Dort befinden sich auch die QR-Codes für IOS und Android. Unter „Zeitreise des 21. Jahrhunderts“ im App Store zu finden. Mehr Infos gibt‘s hier.

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Im Panoramakino des Museums können die Besucher den Hopfenanbau von der Pflanzung bis zur Ernte nachvollziehen, Foto: HopfenBierGut Spalt

Vorbei an zahlreichen Medaillen, Urkunden und Pokalen, die der Spalter Hopfen gewonnen hat, kommt man ins Panoramakino. Hier zeigt ein Film das arbeitsame Hopfenjahr und dessen Einfluss auf die Bewohner Spalts. Während sich die obere Etage neben der Stadtgeschichte mit dem Hopfenanbau, Bräuchen und dem Alltagsleben der „Hopfenbloder“ beschäftigt, geht es im ersten Stock mehr um den Hopfenhandel und das Bier. So kann man im begehbaren Braukessel den Brauprozess und die Geschichte des Bierbrauens nachvollziehen. Neben reich verzierten Waagscheinen, und dem ältesten Hopfensiegel der Welt kann das Museum auch mit einem multimedialen „Tischlein-deck-dich“ aufwarten. Es veranschaulicht auf kurzweilige Art, was in verschiedenen Teilen der Welt (wo das Bier mit Spalter Hopfen gebraut wird) alles zum Bier gegessen wird. Untermalt wird die gesamte Ausstellung durch Hörstationen, eingesprochen von Spalter Bürgerinnen und Bürgern, die passend zum Thema der Exponate Anekdoten erzählen. Am Ende des Rundgangs gelangt man zur Aromastation. Hier steht der Geruchsinn im Vordergrund. Man lernt aktiv, was es mit Antrunk, Rezenz und Nachtrunk auf sich hat. Doch genug der schnöden Theorie, denn das HopfenBierGut ist – Das Museum mit Verkostung!
Runter geht es an die ProBierBar, ein frisch gezapftes Bier genießen, fachsimpeln und das Glas darf als Erinnerung sogar mit nach Hause genommen werden.
Ziel des Hauses ist es, die Besucher zu informieren, aber nicht mit Jahreszahlen, Exponaten und Fakten zu überhäufen, die natürlich auch dazugehören, aber wichtiger ist es ein Bewusstsein zu schaffen für ein wahres Kulturgut, dass das Spalter Hügelland schon seit Jahrhunderten prägte und auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Spalter Identität ist.

 

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Ein frisch gezapftes Spalter Bier gibt es für alle erwachsenen Besucher an der ProbierBar, Foto: HopfenBierGut Spalt

Die Museumsapp – Eine Zeitreise durch die Hopfenstadt Spalt

Im Anschluss an den Museumsbesuch begibt man sich auf Spurensuche der realen Sehenswürdigkeiten: 18 Wegpunkte des Dreiklangs „Spalt – Hopfen – Bier“ lassen sich bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt bestaunen und erHÖREN.
Spalter Originale, darunter Gästeführer, Braumeister und Hopfenbauern tragen in einem Audiobeitrag Geschichten, Geheimnisse und Erstaunliches zu den Sehenswürdigkeiten vor. Warum ist Spalt durch die fränkische Rezat in Spanien und Portugal geteilt? Was hat es mit Spalts wohl berühmtestem Sohn, „Spalatin“, auf sich? Warum sind die Steilsatteldächer der malerischen Fachwerkhäuser bis zu 5 Stockwerke hoch?
Ergänzt werden die Sachinformationen durch Bilder aus verschiedenen Perspektiven und humorvolle Inszenierungen im Spalter Dialekt durch die Sommernachtsspieler. Mit Hilfe des interaktiven Stadtplans wissen Sie immer, wo Sie sich gerade befinden und sogar Gastwirtschaften, Bäckereien und Cafés zur Stärkung werden angezeigt
Die App ist über Google Play für Android Geräte und den App Store für Apple Geräte kostenlos verfügbar. Über einen Hotspot im Museum am Kartentisch kann die App heruntergeladen werden und „läuft“ anschließend mit Hilfe von GPS mit Ihnen mit.
Allen, die kein Smartphone haben oder lieber an einer klassischen Führung teilnehmen, sei gesagt, dass man an der Tourist-Information die Broschüre „Spalter Geschichtsweg“ bekommt (nicht ganz identisch mit der App) und natürlich auch individuelle Führungen buchen kann.

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Alle Stationen der App lassen sich auch im Museum nachvollziehen, Foto: HopfenBierGut Spalt

HopfenBierGut
Gabrieliplatz 1
91174 Spalt
Tel. 09175/7965-50

Abb. ganz oben: Hier gibt’s was auf die Ohren! Foto: HopfenBierGut Spalt

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