Home Museum digital#closedbutopen Lichtblicke – Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!

Unsere Sehnsucht könnte nicht größer sein! Sehnsucht nach Kunst, nach Kultur, nach Farben, nach Reisen, nach Sommer, Freiheit und Genussmomenten… Seit November warten wir darauf, endlich wieder ins Museum gehen zu dürfen. Und seit dem Frühjahr sind glücklicherweise immer mehr Öffnungen möglich.
Und für alle die lieber zuhause bleiben – die Museen haben viele tolle digitale Angebote vorbereitet! Aufbruchstimmung, Leichtigkeit und ein frischer Wind: kommt mit nach Italien, an den Starnberger See, und euch von KünstlerInnen aus der ganzen Welt inspirieren (die Termine können sich aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation und Entwicklung noch verschieben).

Den Überblick über alle Ausstellung in Bayern findet ihr auf dem Museumsportal Bayern.

Ausstellungshighlights in Bayern

Von Elfen und Zwergen, Lichtgeistern und anderen Spukgestalten
Hell und Dunkel in Märchen und Sagen
7. Mai 2021 bis 23. Januar 2022
Bezirksmuseum Dachau

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Marlene Reidel (1923–2014), Die sieben Raben (Ausschnitt), 2009. Grimms Kinder- und Hausmärchen (KHM 25), Mischtechnik auf Japanpapier, 90 x 63 cm © Erbengemeinschaft Reidel

Märchen und Sagen wurden lange Zeit mündlich überliefert, bevor man sie aufschrieb. Die in ihnen verarbeiteten Phantasie- und Erfahrungswelten bieten ein breites Spektrum an metaphysischen und psychologischen Interpretationsmöglichkeiten vor allem bezüglich der Polaritäten Hell und Dunkel: Der Bannkraft des Lichts steht der bedrohliche Schatten gegenüber. Die Vorstellung vom beim Tod erlöschenden Lebenslicht findet sich in allen Kulturen der Welt als Erscheinungsform des Lebens und der Seele. Hell und Dunkel stehen im Märchen außerdem für Gut und Böse, für Glück und Unglück, Erlösung und Verdammung.

Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungsreihe „Hell & Dunkel“ die von der Landpartie organisiert wird. In unserem Artikel Sonne, Moos und Sterne – 25 Jahre Landpartie! – Museumsperlen erfahrt ihr mehr darüber.

Saurier. Giganten der Meere
Bis 12. Dezember 2021
Lokschuppen Rosenheim

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Seinem Blick entgeht nichts: der Liopleurodon war im Jura der Top-Räuber der Meere © VKR/ Foto: Raab

Meeresreptilien gehören zweifellos zu den faszinierendsten und geheimnisvollsten Lebewesen des Erdmittelalters. Auf 1.500 m² inszeniert die Ausstellung ihre urzeitliche Wasserwelt mit rund 200 hochkarätigen Original-Fossilien, Skeletten, Abgüssen und imponierenden 1:1 Modellen von Meeressauriern. Sowohl die 3D-animierten „Hauptdarsteller“ als auch die 1:1 Modelle der Urreptilien wurden auf Basis neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse eigens für das Ausstellungsprojekt von Paläontologen entwickelt. „Saurier – Giganten der Meere“ beschränkt sich nicht auf einen Abschnitt des Erdmittelalters wie z.B. Jura oder Kreide, sondern behandelt das gesamte Mesozoikum und gibt darüber hinaus auch Ausblicke bis in die Erdneuzeit.

Wie baut man eigentlich einen Saurier? Mehr zu den Modellen erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag: Die Saurier sind los – „Giganten der Meere“ im Lokschuppen Rosenheim – Museumsperlen.

Licht, Luft und Farbe. Malerei süddeutscher Impressionisten
11. Juni 2021 bis 10. Oktober 2021
Gemäldergalerie Dachau

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Robert Weise (1870-1923), Frau in Bodenseelandschaft, 1904. Öl auf Leinwand, 104,3 x 90,8 cm. Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz

Natürliches Licht war eine Voraussetzung für die neue Kunst, die ab 1880 aus Frankreich kam und immer mehr Künstler*innen begeisterte, auch in Süddeutschland. Das Atmosphärische, der subjektive Eindruck bei der Betrachtung und die malerische Erfassung rückten in den Mittelpunkt. Ausgehend von den dominanten Kunst- und Akademiestädten München, Karlsruhe und Stuttgart versammelt die Ausstellung rund 80 repräsentative Gemälde von bekannten, aber auch zu Unrecht weniger geläufigen Künstler*innen wie Bernhard Buttersack, Maria Caspar-Filser oder Adolf Hölzel.

Frau darf… 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie
Noch bis 26. September 2021
Museum Fürstenfeldbruck

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Maria Eberhard, Porträt Maria Gögler, 1920er Jahre. Privatbesitz. Foto: Wolfgang Pulfer

„Denn das Naturell der Frauen ist so nah mit Kunst verwandt.“

Johann Wolfgang von Goethe

Im Wintersemester 1920 nahmen die ersten 17 Frauen das Studium an der Akademie auf. Bis dahin hatten Künstlerinnen nur an einer der zahlreichen privaten Malschulen studieren können, die im Gegensatz zum staatlich geförderten Akademiebesuch sehr teuer waren. Nur wohlhabende Malschülerinnen konnten sich so eine Ausbildung leisten.
In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste in München wählte das Museum Fürstenfeldbruck 12 Malerinnen und Bildhauerinnen aus. Frauen, denen es gelang, sich im männerdominierten Kunstbetrieb und auf dem Kunstmarkt zu behaupten. Zumindest für einige Jahre, bevor der weibliche Aufbruch von den Nationalsozialisten wieder im Keim erstickt wurde.

Digitaler Tipp: eine Einführung zur Ausstellung findet ihr auf YouTube und im Blogbeitrag von Verena Beaucamp, Wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Museum Fürstenfeldbruck, erschienen im Rahmen der Blogparade #femaleheritage, erfahrt ihr mehr über die Emanzipation der Künstlerinnen

Bertel Thorvaldsen – Bildhauer Ludwigs I.
Ab Öffnung der Glyptothek bis 12. September 2021
Glyptothek München 

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Rudolph Suhrlandt, Porträt des Bildhauers Bertel Thorvaldsen, Öl auf Leinwand, 1810, Thorvaldsens Museum Kopenhagen

Ein Bewunderer fragte den Bildhauer „Welches ist Ihre bedeutendste Statue?“ Der Künstler antwortete: „Meine nächste“.

Bertel Thorvaldsen (1770-1844)

Noch ist die Glyptothek am Königsplatz hinter einem Bauzaun versteckt, doch bald wird sie nach aufwendiger Sanierung in neuer Pracht erstrahlen und mit einer Sonderausstellung zu Bertel Thorvaldsen feierlich eröffnen. Der 250. Geburtstag des dänisch-isländischen Bildhauers wurde 2020 begangen. Einer seiner größten Verehrer und Auftraggeber war der bayerische König Ludwig I. – die Beziehung zwischen Staatsmann und Künstler sowie ihren heute noch sichtbaren Spuren in München sind Schwerpunkt der Sonderausstellung.
Noch als Kronprinz hatte Ludwig Thorvaldsen die Restaurierung der Ägineten (1816-18) übertragen. Diese früh-griechischen Giebelfiguren vom Aphaiatempel auf der Insel Ägina sind der größte Schatz des Museums. Ihre Restaurierung war ein neuartiges Unterfangen, für das Ludwig mit Thorvaldsen den besten Bildhauer seiner Zeit gewinnen konnte.

Digitaler Tipp: eine Einführung zum Aphaiagiebel aus Ägina könnt ihr euch auf YouTube ansehen

Unter freiem Himmel
Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter

Noch bis 30. Januar 2022
Städtische Galerie im Lenbachhaus München

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Wassily Kandinsky, Rapallo – Meereslandschaft mit Dampfer, 1906, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Ankauf des Förderverein Lenbachhaus e.V. 2019

„Was an der Wirklichkeit ausdrucksvoll ist, hole ich heraus, stelle ich einfach dar, ohne Umschweife, ohne Drum und Dran.“

Gabriele Münter

Mit dem Fahrrad erkundeten Wassily Kandinsky und Gabriele Münter die oberbayerischen Landschaften rund um Murnau – und auch auf ihren Reisen malten sie, so oft es ging, draußen, direkt vor dem Motiv. Bereits vor der Zeit des Blauen Reiters verband die beiden eine enge künstlerische Beziehung. Die Ausstellung widmet sich erstmals ihren gemeinsamen Wegen in den Jahren von 1902 bis 1908, zeigt kleine Malereien und Fotografien aus den Skizzenbüchern, die unter freiem Himmel und mit leichtem Gepäck entstanden. Etwa in Kallmünz, Rotterdam, Tunis, Rapallo und Paris. Neben den Ölskizzen machte Münter auch zahlreiche Fotografien – ihre Kodak-Rollfilmkamera trug sie stets bei sich.

Digitaler Tipp: Video-Einführungen mit der Kuratorin Louisa Henn und Matthias Mühling, dem Direktor des Lenbachhauses, geben euch einen Vorgeschmack und entführen euch in die Jahre 1902-1908

Grenzen in der Kunst – Tschechische Kunst in drei Generationen
21. Mai bis 15. August 2021
Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
Magdalena Jetelová, Liquefying Timezones aus der Serie The Pacific Ring of Fire, 2017/18, Lightbox © Magdalena Jetelová

„Manche Grenzen muss man überschreiten um zu sehen, wo sie liegen“

Unbekannt

Welche Grenzen kennt die Kunst? Wie reagiert sie auf Grenzen? Was spiegelt sie wider? Der Raum, in dem Kunst entsteht, ist bei den für dieses Projekt ausgewählten Künstlerinnen und dem Künstler entsprechend unterschiedlich, aber teils auch von einem Wechsel des Landes, vom Überschreiten einer Grenze geprägt.
Der Bogen spannt sich von den 1920er-Jahren bis 2019 über drei Generationen, politische Veränderungen und Ländergrenzen hinweg: die surrealistischen Werke von Marie Čermínová/Toyen (Prag 1902–1980 Paris) spiegeln die Existenzängste der Kriegsjahre, vor allem während des Zweiten Weltkrieges. Magdalena Jetelová (*1946) schafft aus dem Klima der politischen Unterdrückung der 1970er/1980er Jahre heraus Kunst, die diese Unfreiheit thematisiert und vor totalitären Regimen warnt. Und Krištof Kintera (*1973 Prag) reagiert in seinen Arbeiten auf die gegenwärtige politische Situation in Tschechien.

Digitaler Tipp: auf den virtuellen Mittagsführungen erlebt ihr die aktuelle Ausstellung „Peter Weibel – (Post-)Europa? Lovis-Corinth-Preis 2020“ und das KunstKästchen mit kreativen Bastelideen für Kinder könnt ihr im Museum bestellen und abholen

rosalie und wagner. licht – mythos – material
Noch bis 3. Oktober 2021
Richard Wagner Museum Bayreuth

Lichtblicke - Ausstellungen, auf die wir uns 2021 freuen!
rosalie: KLINGER | Begehbare Landschaften der Melancholie – kinetisch-interaktive Licht-Klang-Skulptur, Museum der bildenden Künste Leipzig 2013. Foto: Wolf-Dieter Gericke

„Wie, hör ich das Licht? Die Leuchte, ha! Die Leuchte verlischt! Zu ihr, zu ihr!“

Tristan in „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner

Rosalies Walkürenritt und ihre Bühnenbilder zum Ring der Nibelungen 1994-1998 waren spektakulär. Mit ihren Licht- und Bilderwelten, die sie in Bayreuth schuf, hat sie Festspielgeschichte geschrieben. Das Richard Wagner Museum würdigt die visionäre Stuttgarter Bühnen-Künstlerin in einer poetischen, großen Schau. Ihr überraschender Tod 2017 setzte den damals laufenden Planungen für ein gemeinsames Projekt ein abruptes Ende. Mit der multimedialen Ausstellung beschreitet das ehrwürdige Haus ganz neue, spannende Wege: zu sehen sind Bühnenbildmodelle und Kostümentwürfe, Notizen und Regiebücher, die originalen Kostüme und Requisiten sowie einige wenige Filme und Fotos von Aufführungen.
Durch die großen Glasfronten des modernen Museumsanbaus könnt ihr auch jetzt schon einen Teil der Ausstellung ansehen…

Digitaler Tipp: hört euch den Podcast zur Ausstellung an, auch auf Facebook.

Abb. ganz oben: Otto Reiniger (1863-1909), Im Frühlicht, um 1898. Öl auf Leinwand, 57 x 98 cm. Privatbesitz. Teil der Ausstellung „Licht, Luft und Farbe“ in der Gemälde Galerie Dachau.

Nathalie Schwaiger

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