Home Aschaffenburg Herbstleuchten – Ausstellungen in Bayern, auf die wir uns 2021 freuen!

Herbstleuchten – Ausstellungen in Bayern, auf die wir uns 2021 freuen!

by Sabine Wieshuber

Kennt ihr die hoch dramatische, emotionale Geschichte von Daphnis und Chloé? Zwei Liebende, die voneinander getrennt werden, dann aber dann wieder zueinander finden? Klingt nach Netflix, ist aber schon antik… Marc Chagall hat die anrührende Lovestory in traumschönen Bildern erzählt. Chagalls Poesie am Tegernsee, Sigmar Polkes Rasterbilder in Regensburg, Rembrandt in Augsburg, eine neue Ordnung in Würzburg und sozialkritische Foto-Kunst in Neu-Ulm und Friedberg – der Herbst 2021 kann sich in Bayerns Museen absolut sehen lassen! Wir haben hier Highlights und Geheimtipps der im Herbst anstehenden Ausstellungen für euch zusammen getragen.

Den Überblick über alle Ausstellungen in Bayern findet ihr auf dem Museumsportal Bayern.

Hier stellen wir euch die Ausstellungs-Highlights in München vor: Ausstellungen in München.

Marc Chagall. Eine Liebesgeschichte. Daphnis & Chloé und andere Werke
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee
Ausstellung bis 9. Januar 2022

In den über 60 Gemälden und Aquarellen dreht sich alles um die Liebe, um Paare, die schweben und Halt aneinander finden. Im Zentrum der wunderschöne Zyklus Daphnis & Chloé. Das Museum stellt die Werke im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ aus und zeigt Werke, die aus privaten Sammlungen kommen und teilweise jahrzehntelang nicht mehr öffentlich zu sehen waren.

Lehrer Rembrandt – Der große Maler im Spiegel seiner Schüler
Schaezlerpalais Augsburg
Ausstellung bis 16. Januar 2022

Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606–1669) war der bedeutendste holländische Maler der niederländischen Kunst im 17. Jahrhundert. Als gefragter Lehrmeister sind bis heute zahlreiche Künstler, die von ihm unterrichtet wurden, namentlich bekannt. Die Ausstellung „Lehrer Rembrandt – Der große Maler im Spiegel seiner Schüler“ zeigt rund 40 Gemälde und Zeichnungen von Rembrandt-Schülern aus den Beständen von Privatsammlungen. Highlight der Präsentation ist Rembrandts eigenhändige Darstellung der „Pallas Athene“, die dem Maler erst kürzlich zugeschrieben werden konnte.

Die Ausstellung wurde 2019/2020 bereits im Kunstverein Aalen präsentiert. Objekte der Deutschen Barockgalerie der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, allen voran die Porträts des Augsburger Rembrandt-Schülers Johann Ulrich Mayr, ergänzen die eindrucksvolle Auswahl.

New Order. Über Kunst und Ordnung in ungewissen Zeiten
Museum im Kulturspeicher Würzburg
Ausstellung bis 9. Januar 2022


Wovon ist eigentlich die Rede, wenn wir von Ordnung sprechen? Auf welcher historischen und theoretischen Grundlage wird der Begriff anwendbar, in welchen Zusammenhängen können wir ihn heute nutzen?
Die internationale Gruppenausstellung NEW ORDER geht diesen spannenden Fragen nach und untersucht den Begriff Ordnung auf seine gesellschaftlichen und ästhetischen Implikationen. Sie bringt Werke von Künstler*innen verschiedener Generationen zusammen, die sich mit unterschiedlichen Formen von Ordnung auseinandersetzen. Die Themen reichen von direkten Bezügen zu wissenschaftlichen und politischen Ordnungen über die kritische Befragung von Strukturen der Macht und Mechanismen der Überwachung bis hin zu Entwürfen eigener Ordnungen. Ausgehend von Themenkomplexen wie Zeit, Territorium, Technologie, Institution, Algorithmus, Grammatik und Körper stellt die Schau vielfältige Bezüge zwischen unterschiedlichen künstlerischen Positionen her.

Franz Stanislaus Mrkvicka
Museum Moderner Kunst Wörlen Passau
Ausstellung bis 5. Dezember 2021

Der gebürtige Wiener Franz Stanislaus Mrkvicka (*1950) lebt und arbeitet seit 1971 in Passau. In Zöbing am Kamp in Niederösterreich besitzt er ein weiteres Atelier und betreibt dort außerdem seit 2013 mit seiner Frau Eva Maria die „sommergalerieZöbing“, in der sie jährlich fünf Ausstellungen mit Werken von KollegInnen und KünstlerInnen der Sammlung zeigen. Den künstlerischen Nachwuchs fördern sie als „Artists in Residence“ mit eigenen Ausstellungen. Durch diese Kontakte und durch ihre Sammelleidenschaft ist im Laufe der Jahre eine beachtliche Kunstsammlung entstanden.
Die Ausstellung im MMK Passau stellt eine vom Künstler selbst getroffene Auswahl an eigenen Werken von 1976 bis heute und an Werken aus der Sammlung vor. Den „Artists in Residence“ ist ein eigener Raum gewidmet. F. S. Mrkvicka verzichtet auf die Trennung zwischen eigenen Werken und Werken der Sammlung sowie auf die Einhaltung einer Chronologie, stattdessen gibt der Leitgedanke der inhaltlichen Vernetzung die Hängung vor. Er selbst erklärt: „Pures Sehen steht im Vordergrund.“

Sigmar Polke. Dualismen
Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
Ausstellung bis 16. Januar 2022

Happy Birthday! Anlässlich des 80sten Geburtstag des Künstlers Sigmar Polke zeigt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg eine umfangreiche Retrospektive. Er zählt zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern Deutschlands. Bekannt geworden ist er unter anderem durch seine Technik des Rasterbildes und durch den Begriff des „Kapitalistischen Realismus“. Mit der Ausstellung „Sigmar Polke. Dualismen“ führt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg Polkes tiefsinniges, experimentierfreudiges Schaffen vor Augen, das zugleich durch Leichtigkeit und Witz besticht.

Die Zusammenschau von insgesamt rund 90 Gemälden, Zeichnungen, Fotografien sowie Objekten und Künstlerbüchern bietet einen umfassenden Einblick in Polkes faszinierendes Schaffen. Vielschichtig, voller Bezüge und Verweise auf Kunstgeschichte, Literatur oder tagespolitische Ereignisse und gesellschaftliche Beobachtungen lädt Sigmar Polkes Kunst ein, seinen eigenen Assoziationen nachzugehen. Die Auseinandersetzung mit seinen Werken schärft den eigenen Blick und regt dazu an, Sichtweisen zu überprüfen.

Where Children Sleep – Fotografien von James Mollison
Edwin-Scharff Museum Neu-Ulm
Ausstellung bis 6. Februar 2022

Alltägliche Eindrücke aus der ganzen Welt: in seiner Fotoserie „Where Children Sleep“ zeigt James Mollison Schlafplätze von Kindern aus aller Welt. Er stellt ihnen die Porträts der dazugehörigen Mädchen und Jungen zur Seite, die etwa aus Brasilien, China, Indien, Israel, Mexiko, Nepal, dem Senegal oder den USA stammen. Jedes Bildpaar wird von einem kurzen Text begleitet, der einen Einblick in das Leben des Kindes gibt. So schläft Bilal, der beduinische Hirtenjunge, ganz selbstverständlich bei der Ziegenherde seines Vaters. Anders Kaya in Tokyo. Ihr Zimmer erinnert an das einer Prinzessin, denn ihre Mutter gibt jeden Monat 1000 Dollar für Kayas Kleider aus. Hang wiederum teilt sich in seiner Schule für die chinesische Kampfkunst des Shaolin den Schlafsaal mit 20 Mitschülern, während Ahkôhxet auf dem Boden einer Hütte mitten im Dschungel des Amazonasgebiets schläft. 

Augenblicke. Zeit in der Kunst
Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg
Ausstellung vom 20. November 2021 bis 20. Februar 2022

Das Phänomen „Zeit“ ist für alle Menschen eine prägende Erfahrung. Was aber ist Zeit? An ausgewählten Kunstwerken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart geht die Ausstellung diesem Thema auf den Grund. Dabei werden Arbeiten regional bedeutsamer Künstler ebenso präsentiert wie von international renommierten Meistern wie Max Beckmann, Tony Cragg, Salvador Dalí oder Philipp Otto Runge.
Erstmals in einem deutschen Museum zu sehen sein, wird das hyperrealistische Porträt des italienischen Künstler Massimiliano Pironti und der Schweizer Künstler und Ingenieur Florian Schlumpf wird eigens für die Ausstellung eine „Zeitmaschine“ schaffen. Friedberg ist für eine solche Ausstellung geradezu prädestiniert, da hier über Jahrhunderte hinweg „Zeitmesser“, die prachtvollen Friedberger Uhren, hergestellt wurden. Diese sind im neu gestalteten Museum zu besichtigen.

Chinesische Bauernmalerei
Buchheim Museum Bernried
Ausstellung vom 20. November 2021 bis 6. März 2022

In leuchtenden Farben, von schlicht bis ornamental, zeigt die chinesische Bauernmalerei das ländliche Leben zwischen Feldarbeit und Festkultur.
Auf der Galerie des Expressionistensaals wird erstmals eine Privatsammlung chinesischer Bauernmalerei gezeigt – rund 100 Werke von eindrücklicher Schönheit. Die Sammlerin, Ingrid Jansen, ist die Witwe eines Münchner Patent-Ingenieurs, der im Auftrag der Bundesregierung China beim Aufbau des Patentrechts unterstützen sollte. Während ihr Mann arbeitete, begab sie sich in ländliche Bauernstuben und machte verblüffende Funde: Scherenschnitte und Bauernmalerei ganz losgelöst von politischer Propaganda.

Außerdem laufen noch diese Ausstellungen:

Saurier. Giganten der Meere
Lokschuppen Rosenheim
Ausstellung bis 12. Dezember 2021

Herbstleuchten - Ausstellungen in Bayern, auf die wir uns 2021 freuen!
Seinem Blick entgeht nichts: der Liopleurodon war im Jura der Top-Räuber der Meere © VKR/ Foto: Raab

Meeresreptilien gehören zweifellos zu den faszinierendsten und geheimnisvollsten Lebewesen des Erdmittelalters. Auf 1.500 m² inszeniert die Ausstellung ihre urzeitliche Wasserwelt mit rund 200 hochkarätigen Original-Fossilien, Skeletten, Abgüssen und imponierenden 1:1 Modellen von Meeressauriern. Sowohl die 3D-animierten „Hauptdarsteller“ als auch die 1:1 Modelle der Urreptilien wurden auf Basis neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse eigens für das Ausstellungsprojekt von Paläontologen entwickelt. „Saurier – Giganten der Meere“ beschränkt sich nicht auf einen Abschnitt des Erdmittelalters wie z.B. Jura oder Kreide, sondern behandelt das gesamte Mesozoikum und gibt darüber hinaus auch Ausblicke bis in die Erdneuzeit.

Wie baut man eigentlich einen Saurier? Mehr zu den Modellen erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag: Die Saurier sind los – „Giganten der Meere“ im Lokschuppen Rosenheim – Museumsperlen.

Unter freiem Himmel
Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter

Städtische Galerie im Lenbachhaus München
Ausstellung bis 30. Januar 2022

Herbstleuchten - Ausstellungen in Bayern, auf die wir uns 2021 freuen!
Wassily Kandinsky, Rapallo – Meereslandschaft mit Dampfer, 1906, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Ankauf des Förderverein Lenbachhaus e.V. 2019

„Was an der Wirklichkeit ausdrucksvoll ist, hole ich heraus, stelle ich einfach dar, ohne Umschweife, ohne Drum und Dran.“

Gabriele Münter

Mit dem Fahrrad erkundeten Wassily Kandinsky und Gabriele Münter die oberbayerischen Landschaften rund um Murnau – und auch auf ihren Reisen malten sie, so oft es ging, draußen, direkt vor dem Motiv. Bereits vor der Zeit des Blauen Reiters verband die beiden eine enge künstlerische Beziehung. Die Ausstellung widmet sich erstmals ihren gemeinsamen Wegen in den Jahren von 1902 bis 1908, zeigt kleine Malereien und Fotografien aus den Skizzenbüchern, die unter freiem Himmel und mit leichtem Gepäck entstanden. Etwa in Kallmünz, Rotterdam, Tunis, Rapallo und Paris. Neben den Ölskizzen machte Münter auch zahlreiche Fotografien – ihre Kodak-Rollfilmkamera trug sie stets bei sich.

Digitaler Tipp: Video-Einführungen mit der Kuratorin Louisa Henn und Matthias Mühling, dem Direktor des Lenbachhauses, geben euch einen Vorgeschmack und entführen euch in die Jahre 1902-1908

Von Elfen und Zwergen, Lichtgeistern und anderen Spukgestalten
Hell und Dunkel in Märchen und Sagen
Bezirksmuseum Dachau
Ausstellung bis 23. Januar 2022

Herbstleuchten - Ausstellungen in Bayern, auf die wir uns 2021 freuen!
Marlene Reidel (1923–2014), Die sieben Raben (Ausschnitt), 2009. Grimms Kinder- und Hausmärchen (KHM 25), Mischtechnik auf Japanpapier, 90 x 63 cm © Erbengemeinschaft Reidel

Märchen und Sagen wurden lange Zeit mündlich überliefert, bevor man sie aufschrieb. Die in ihnen verarbeiteten Phantasie- und Erfahrungswelten bieten ein breites Spektrum an metaphysischen und psychologischen Interpretationsmöglichkeiten vor allem bezüglich der Polaritäten Hell und Dunkel: Der Bannkraft des Lichts steht der bedrohliche Schatten gegenüber. Die Vorstellung vom beim Tod erlöschenden Lebenslicht findet sich in allen Kulturen der Welt als Erscheinungsform des Lebens und der Seele. Hell und Dunkel stehen im Märchen außerdem für Gut und Böse, für Glück und Unglück, Erlösung und Verdammung.

Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungsreihe „Hell & Dunkel“ die von der Landpartie organisiert wird. In unserem Artikel Sonne, Moos und Sterne – 25 Jahre Landpartie! – Museumsperlen erfahrt ihr mehr darüber.

Abb. ganz oben: Barbara Herold, Vice Versa, 2021, © Barbara Herold und VG Bild-Kunst, Bonn 2021 – derzeit in der Ausstellung „New Order“ im Museum im Kulturspeicher Würzburg zu sehen

Nathalie Schwaiger & Theresa Geßler

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