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Antike in Bayern – 7 Museen in einem Netzwerk

by Theresa Geßler

Sieben Orte. Sieben Museen. Ein Netzwerk.

Das Netzwerk „Antike in Bayern“ umfasst sieben bayerische Museen. So unterschiedlich die einzelnen Häuser auch sind, eines verbindet sie alle: Die Kunst und Kultur der Antike. Vom goldenen Römerschmuck über eiserne Militärgegenstände, keltisches Glas, feinste griechische Keramik und etruskische Fibeln – jedes Museum hat seinen eigenen Schwerpunkt.

Römer, Kelten und Germanen prägten das antike Bayern. Nicht nur ihre Spuren sind in den Museen zu finden, auch etruskische und griechische Objekte runden das Bild der Antike in Bayern ab.

Von Aschaffenburg bis Kempten und von München bis Weißenburg. Ob klassisches Museum, archäologischer Park oder nachgebaute römische Villa. Für jeden Geschmack ist etwas dabei!

Ein Gastbeitrag des Netzwerkes „Antike in Bayern“

Der Archäologische Park Cambodunum

Antike in Bayern - 7 Museen in einem Netzwerk
Der teilrekonstruierte Tempelbezirk im Archäologischen Park Cambodunum (Bildnachweis: © APC, Karl Jena)

Cambodunum gilt als die älteste schriftlich erwähnte römische Stadt Deutschlands. Schon 1885 wurden die Reste der Römerstadt Cambodunum auf dem rechten Hochufer der Iller ausgegraben. Rund 100 Jahre später eröffnete hier der größte archäologische Park Süddeutschlands. Das Forumsareal und die originalen Reste eines Badegebäudes entführen Gäste in die einstige Römerstadt. Einzigartig ist der teilrekonstruierte Tempelbezirk mit seinem Gallorömischen Umgangstempel.

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Aussichtspunkt mit Blick auf Kempten im Archäologischen Park Cambodunum
(Bildnachweis: © APC, Matthias Tunger)

Besonders praktisch: Auf dem jederzeit frei zugänglichen Außenrundgang wird die Antike mit einer kostenlosen interaktiven App wieder lebendig. Erfahrt auf der Info-Tour alles über Cambodunum oder lasst euch von Claudius Tiberius Satto auf einer Quiz-Tour durch die antike Stadt führen. 360°-Ansichten, 3D-Scans und Filme zeigen eindrucksvoll, wie Cambodunum in der Antike ausgesehen haben könnte.

Dass es im Allgäu schön ist, wussten schon die Römer. Darum lohnt sich auch heute ein Besuch Kemptens immer, ob als Ausgangspunkt für einen Ausflug in die Allgäuer Alpen oder für einen Bummel durch die Innenstadt.

Pompejanum Aschaffenburg

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Das Pompejanum in Aschaffenburg – Nachbau eines römischen Wohnhauses, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling

Ein Hauch von Pompeji mitten in Aschaffenburg. König Ludwig I. liebte die Antike so sehr, dass er sich ein römisches Wohnhaus (komplett mit Innenhof, Küche und Hausgarten) nach dem Vorbild der berühmten Casa dei Dioskuri in Pompeji erbauen ließ. Farbige Fresken und prächtige Mosaikfußböden vermitteln ein Stück mediterranes Lebensgefühl.

Die Staatlichen Antikensammlungen und die Glyptothek München stellen in diesen Räumlichkeiten hochrangige Objekte wie römische Marmorskulpturen, Kleinbronzen, Gläser und vieles mehr zur Schau, die das Leben in einem römischen Haus illustrieren. Zu den wertvollsten Ausstellungsstücken zählen zwei Götterthrone aus Marmor.

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Das prächtig und farbenfroh dekorierte Atrium des Pompejanums, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling.

Für Kunstliebhaber gibt es in Aschaffenburg aber noch viel mehr zu sehen. Schloss Johannisburg ist einer der schönsten deutschen Spätrenaissance-Bauten und Heimat weltbekannter Kunstwerke. Das Christian Schad Museum (noch nicht eröffnet) und das Geburtshaus Ernst Ludwig Kirchners führen wieder in die Moderne und sind nur zwei der vielen Museen der Stadt. Bei so viel Kunst und Kultur lässt man den Tag am besten in der bezaubernden Innenstadt mit Parks, Gärten und Cafés ausklingen.

Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München

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Die Glyptothek – Münchens ältestes öffentliches Museum, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling

„Wir müssen auch in München haben, was zu Rom Museo heißt!“ Seit seiner ersten Reise nach Rom war Kronprinz Ludwig von Bayern von der Stadt und ihren Antiken so beeindruckt, dass er in großem Maßstab antike Kunstwerke zu erwerben begann. Für seine Sammlung antiker Skulpturen wurde am Königsplatz die Glyptothek, Münchens erstes öffentliches Museum, errichtet und 1830 eröffnet.

Heute beherbergt die Glyptothek eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen griechischer und römischer Marmorbildwerke. Highlights sind die „Medusa Rondanini“, der „Barberinische Faun“ und die Giebelfiguren vom Aphaia-Tempel in Ägina. Die Glyptothek ist nach einer umfassenden Sanierung wieder geöffnet.

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Mänade in ekstatischem Tanz. Feinste griechische Vasenmalerei, dargestellt auf einer Trinkschale um 480 v. Chr., Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling

Die gegenüber liegenden Staatlichen Antikensammlungen beheimaten griechische, etruskische und römische ‚Kleinkunst‘. Reich dekorierte Vasen, Bronzen, Terrakotten, Glas und Goldschmuck führen die vielgestaltige Bilder- und Lebenswelt des griechischen sowie etruskischen Mythos und Alltags vor Augen.

Mit Mediaguides und der kostenlosen Museums-App können Besucher die Highlights der beiden Museen am Königsplatz entdecken. Spielerisch führen Eule Glauki und Göttin Athena Kinder durch die Antike. Mehr zum Kinder-Audioguide erfahrt ihr hier: Mit Glauki durch die Glyptothek in München. Ein Mediaguide für Kinder und Jugendliche

kelten römer museum manching

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Das kelten römer museum manching in der Abenddämmerung, Foto: Michael Heinrich

380 Hektar Fläche – das keltische Oppidum von Manching stellte damit so manches Dorf im heutigen Ingolstädter Umland in den Schatten. Die Keltenstadt war eine der größten eisenzeitlichen Siedlungen in Mitteleuropa. Zeugen der herausragenden Bedeutung Manchings als Handelsmetropole sind ein geheimnisvolles Kultbäumchen und ein Schatzfund mit 483 Goldmünzen. Hinzu kommt ein weiterer Ausnahmefund: die Schiffwracks zweier römischer Patrouillenboote. Sie stammen aus der Zeit um 100 n. Chr., als römische Soldaten aus dem Militärkastell von Oberstimm die Donau kontrollierten.

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Blick in die Keltenabteilung mit Funden aus dem Oppidum von Manching, Foto: Michael Heinrich

Seit 2006 können die spektakulären Funde aus der Keltenstadt und dem Römerlager in einem modernen Museum am historischen Originalort besichtigt werden. Ein Besuch der aktuellen Sonderausstellung „Kunst in Miniatur – Antike Gemmen aus Bayern“ (24.07.2021–06.02.2022) und eine Wanderung auf dem Archäologischen Lehrpfad runden den Museumsbesuch ab.

Nach den Römern und Kelten locken die vielen Badeseen der Umgebung und die nahe Ingolstädter Altstadt mit Kultur, Geschichte und natürlich vielen Cafés.

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Kinder erkunden die Schiffshalle des kelten römer museums, Foto: Gerhard Nixdorf

RömerMuseum Weißenburg

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Holzvotive aus Dambach im RömerMuseum Weißenburg © Museen Weißenburg/P. Nörr

Ein Römerschatz im Vorgarten? Ein Weißenburger Hobby-Gärtner staunte nicht schlecht, als er 1979 bronzene Götterstatuetten und silberne Votivtafeln in den Händen hielt. Ein Ausnahmefund, der angemessen präsentiert werden musste. So wurde der Weißenburger Schatzfund das Highlight einer vielseitigen Ausstellung im RömerMuseum. Auch sonst hat Weißenburg mit dem Kastell Biriciana, dem Vicus und den Römischen Thermen noch einiges zur Römerzeit zu bieten. Militär und ziviles Leben am Limes, Handwerk, Handel und Religion, das und vieles mehr gehörte zum damaligen Alltag am Rande des Römischen Reichs.

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Der Herkules aus dem Weißenburger Schatzfund © Museen Weißenburg/M. Bloier

Und nach dem Museumsbesuch? Ein entspannter Spaziergang durch Weißenburg gleicht einer Reise in die Römerzeit. Wie wäre es mit einer Besichtigung der faszinierenden Römischen Thermen, deren Grundmauern selbst nach fast 2000 Jahren noch stehen? Oder einer Patrouille über das ganzjährig begehbare Gelände des Kastells Biriciana mit seinem nachgebauten Nordtor? Auch für Mittelalter- und Frühe Neuzeit-Fans gibt es viel zu sehen: das ReichsstadtMuseum, die zauberhafte Altstadt und die Wülzburg, hoch über der Stadt.

Römisches Museum Augsburg

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Römerlager – Das römische Augsburg in Kisten ®S.Rubensdoerffer

Augusta Vindelicum – römische Provinzhauptstadt und überregionales Handelszentrum. Da gehören spektakuläre Funde aus der Römerzeit zum Programm. Das Römische Museum ist derzeit zwar geschlossen, aber auf das Museumserlebnis müssen die Besucherinnen und Besucher trotzdem nicht verzichten. Die aktuelle Ausstellung im Zeughaus bietet von berühmten Steindenkmälern, Holzfunden bis hin zum Goldmünzenschatz ein Highlight nach dem anderen. Was sich alles in den Vitrinen und Kisten im Römerlager verbirgt? Findet es heraus und erlebt die Geheimnisse und Geschichten einer der ältesten Städte Deutschlands. Bei Führungen und Vorträgen wird aus dem römischen Nähkästchen geplaudert. Mit Audio-Guides und Tablets kann man die Ausstellung auch alleine erkunden.

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Blick in die Ausstellung mit Funden aus der Römerzeit ®S.Rubensdoerffer

Das Zeughaus liegt im Zentrum der Augsburger Innenstadt und die lädt zum längeren Verweilen ein. Gemütliche Cafés und Parks, der Dom, die Augsburger Puppenkiste und eine Vielzahl berühmter Museen – für jeden Geschmack, für Jung und Alt ist etwas dabei. Seit 2019 darf sich die Stadt mit dem „Augsburger Wassermanagement System“ sogar UNESCO-Welterbe nennen.

Archäologische Staatssammlung München (temporär geschlossen)

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Frontansicht Archäologische Staatssammlung, rendering: Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid, Berlin

Die römische Geschichte Bayerns beginnt mit der Eroberung Rätiens um 15 v. Chr. Eine bewegte Zeit, aus der zahlreiche archäologische Zeugnisse erhalten sind. Viele dieser Funde werden ab dem Jahr 2023 in der neu sanierten Archäologischen Staatssammlung zu sehen sein.

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Römischer Silberschatz, 4. Jh.: Archaeologische Staatssammlung, M. Eberlein

Die Archäologische Staatssammlung dokumentiert dabei nicht nur das römische Bayern, sondern präsentiert archäologische Funde von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit.

Unser Tipp: Besucht während der Generalsanierung der Staatssammlung unsere Sonderausstellungen! Aktuell ist die Ausstellung „Archäologisches Schaufenster: Funde vom Marienhof“ im Münchner Stadtmuseum zu sehen. Weiterhin bietet die Ausstellung „Die Nonnen vom Max-Joseph-Platz“ in der Residenz München noch bis Ende September 2021 faszinierende Einblicke in einen wenig bekannten Teil der Münchner Stadtgeschichte. Sie ist anschließend in der Burg Grünwald zu sehen, einem Zweigmuseum der Staatssammlung.

Auch außerhalb Münchens präsent: Weitere sieben Zweigmuseen in den bayerischen Regierungsbezirken erzählen anhand interessanter Fundobjekte aus der Region vom Leben und Alltag vergangener Zeiten.

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Keltischer Goldschatz von Grossbissendorf, 2 Jh. v. Chr.: Archaeologische Staatssammlung, M. Eberlein

Abb. ganz oben: Die Ägineten – weltberühmte griechische Skulpturen vom Aphaiatempel auf der Insel Ägina, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling.

Für das Museumsnetzwerk „Antike in Bayern“ verfasst von Katharina Heinrich M.A., Dr. Aaltje Hidding und Emanuel Schormair M.A.

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