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Was ist in Bayern los? Spannende Ausstellungen 2020

by Sabine Wieshuber

Was ist in Bayerns Museen los? Das Jahr 2020 läuft auch für die bayerischen Museen nicht ganz so wie erwartet – aber trotzdem mangelt es nicht an interessanten und abwechslungsreichen Ausstellungen, die uns alle ins Museum locken. Mit Themen, die von Kunst über Geschichte bis zur Natur und Umwelt reichen, ist für jeden etwas dabei.
Viel Spaß bei unseren Entdeckungen – für euch chronologisch hier sortiert! Die Tipps für München findet ihr hier!

Alles im Blick: unsere Ausstellungstipps in Bayern 2020

Was ist in Bayern los? Spannende Ausstellungen 2020
Blick auf das Wittelsbacher Schloss in Friedberg © Stadt Friedberg | Foto: E. Diehl.

Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte – Bayerische Landesausstellung 2020
Museum im Wittelsbacher Schloss und FeuerHaus Aichach
9. April 8. November 2020

Die Bayerische Landesausstellung 2020 erzählt, wie und wann Bayern zum Städteland wurde. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag zur Ausstellung!

Was ist in Bayern los? Spannende Ausstellungen 2020
Thomas Baumgärtel, Perpetuum Mobile, Foto: Thomas Baumgärtel.

Thomas Baumgärtel. German Urban Pop Art
31. Juli – 8. November 2020
Kunsthalle Schweinfurt

Mit der Spraybanane hat Thomas Baumgärtel (geboren 1960 in Rheinberg) ein Alleinstellungsmerkmal in der zeitgenössischen deutschen Kunst gefunden. Die Kunsthalle Schweinfurt präsentiert in einer großen Sonderschau verschiedene Werkgruppen des so genannten Bananensprayers – von zugespitzt politisch bis humorvoll ironisch, aber immer von höchst aktueller Brisanz! So werden diskussionswürdige politische Themen durch kritisches und zugleich humorvolles Hinterfragen ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt.
Diese gesprühte Banane ist für Baumgärtel auch Auszeichnung geschätzter Kulturinstitutionen und findet sich so etwa an der Tür der Kunsthalle wieder. Die Soloschau ist damit auch Ergebnis und Höhepunkt einer jahrzehntelangen Partnerschaft: Baumgärtel war in Schweinfurt beispielsweise schon zur Präsentation „20 Jahre Deutsche Einheit“ im Jahr 2009 oder zum zehnjährigen Jubiläum der Kunsthalle 2019 mit einer Kunstaktion zu Gast.

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Ausschnitt Zierhandtuch Anfang 20. Jhr.; Sammlung Fränkisches Freilandmuseum Fladungen.

„Sauberkeit zu jeder Zeit“- Hygiene auf dem Land
4. April 13. Dezember 2020
Fränkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim

Im 19. Jahrhundert wurde das Zeitalter der modernen Hygiene eingeläutet. Die seitdem angestoßenen Verbesserungen rund um Wasserversorgung, Körperpflege und Hygiene nimmt die diesjährige Jahresausstellung in den Blick, die von der ARGE Süddeutscher Freilichtmuseen konzipiert wurde. Sie schaut beispielsweise Frauen, die eine Schlüsselrolle in allen Fragen der neuen Sauberkeit spielten, beim Wäschewaschen über die Schulter. Mit der Betrachtung der Badhäuser in Spätmittelalter und Früher Neuzeit schlägt sie aber auch einen Bogen zu vormodernen Hygienevorstellungen – und ist natürlich aktueller denn je!

Was ist in Bayern los? Spannende Ausstellungen 2020
Foto: Justine Bittner.

LebensBilder – Porträts von Zeitzeugen des jüdischen DP-Lagers Föhrenwald
18. Oktober ­ – 27. Dezember 2020
Erinnerungsort Badehaus

1945 gründete die US-amerikanische Besatzungsmacht in der ehemaligen NS-Mustersiedlung Föhrenwald, die 1940 für Rüstungsarbeiter gebaut wurde, ein Lager für jüdische Displaced Persons. Es war das am längsten existierende „jiddische Schtetl auf europäischem Boden“ und wurde erst 1957 zu Gunsten deutschstämmiger aus der Heimat vertriebener Siedler geräumt. Die meisten Holocaustüberlebenden waren inzwischen nach Israel oder in die USA übergesiedelt. Die Geretsrieder Fotografin Justine Bittner porträtierte einige ehemalige Bewohner des DP-Lagers Föhrenwald, die als Zeitzeugen zur Eröffnung des Erinnerungsorts BADEHAUS 2018 angereist waren. Ihre von tiefer Empathie getragenen Porträts lassen die teils hochbetagten Menschen ganz vital und stark erscheinen.

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Blick in den Wartesaal ©jangled nerves.

Tempo, Tempo – 1920er in Bayern
26. September 2020 31. Dezember 2020
Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte, Regensburg

Mit der Bayern-Ausstellung „Tempo, Tempo – 1920er in Bayern“ geht es zurück in eine höchst spannende Dekade. Wirtschaftlicher Aufschwung ermöglicht bescheidenen Wohlstand und zunehmende persönliche Mobilität, Aufbruch, Tempo, Tempo. Gleichzeitig belasten die Folgen des Ersten Weltkriegs, die Hyperinflation und die Extremisten von links und rechts die junge Demokratie. In den Büros revolutionieren Telefon und Schreibmaschine den Alltag und sorgen besonders für Frauen für neue Arbeitsplätze. Der Rundfunk informiert über die Welt bis in die Wohnzimmer. Die Auflagen von Tageszeitungen steigen, die Telefonzelle kommt auf, die Litfaßsäule verkündet neueste Nachrichten, Trends und Ereignisse, die Informationsflut nimmt zu. Vom Charleston bis zum Swing: neue Tanz- und Musikstile kommen in Mode, es wird gefeiert bis zum Exzess. Tempo, Tempo eben! Im 30minütigen Film „Wartesaal. Das Schauspiel zur Ausstellung“ begegnen sich Schauspieler und Kabarettisten, die in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen.

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Foto: Charles Xelot, aus der Serie „Gas under the Tundra“, 2017.

The blue planet – Der blaue Planet
19. Juni 31. Dezember 2020
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg

Wie sehr unser Lebensraum Erde, „Der Blaue Planet“ durch vom Menschen selbst herbeigeführte Ursachen bedroht ist, erfahren wir täglich von allen Seiten. Die Verschmutzung von Luft und Gewässern, eine überbordende Abfallproduktion, CO2-Ausstoß und die damit verbundene Klimaerwärmung sind nicht nur mediale Schlagworte. Sie stellen uns, gemeinsam mit den großen sozialen Umwälzungen der Gegenwart, vor ein grundsätzliches, alle angehendes und globales Problem. Längst ist die Kunst der Gegenwart dabei, sich ästhetisch, visuell und ganz handfest an damit verbundenen Fragestellungen zu beteiligen, und sie in starke Bilder zu fassen. Internationale zeitgenössische Künstler sind mit zahlreichen Werken in der Ausstellung vertreten.

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© Museum Industriekultur.

Die Tüftelgenies. Geniale Erfindungen, spannende Tüfteleien und verrückte Geistesblitze
28. Juli 2020 10. Januar 2021
Museum Industriekultur mit Motorradmuseum, Nürnberg

Was steckt hinter den wichtigsten Errungenschaften der Menschheit? Die neue Mitmach-Ausstellung „Die Tüftelgenies“ bringt Kindern und ihren Begleitern spielerisch den Weg vom Hirngespinst zur Erfindung näher. In der Ausstellung werden 100 Erfindungen aus aller Welt vorgestellt und erlebbar gemacht. Nur wer das Türschloss knackt, erfährt, was es damit auf sich hat. Nur wer mit der Ölkanne den Motor füttert, kann die erste automobile Fernfahrt von Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim mitverfolgen. Und nur wer die richtige Nummer wählt, hört die Geschichte der Erfindung des Telefons…

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Fischluft, Hauck & Bauer.

Luft? – Sehr witzig! – Eine umfassende Cartoonschau
1. November 2020  – 24. Januar 2021
Luftmuseum Amberg

Das Luftmuseum widmet sich erstmals in einer umfassende Luft-Cartoonschau einer gänzlich neue Betrachtung des Themas LUFT. Es wird in jeder Hinsicht ein atemberaubendes Ereignis. Europaweit begaben sich Cartoonist*Innen und Zeichner*innen von Rang und Namen sich auf die Suche in ihre Archiven und klemmten sich an die Schreibtische, um ganz frische oder ältere Zeichnungen über Ein- und Ausatmen, Auf- und Abblasen, Windbeutel und Pustekuchen, Fürze, Luftschiffe und Luftkurorte, Luftkissenboote und Luftmatratzen, Laubbläser vs. Staubsauger, Vakuum und Ventilatoren, laue Lüftchen, Luftdruck, Luftfülle und Luftlöcher, Luftangriff und Luftschutzbunker, Luftikus und Lufthoheit, Luftaufnahmen und viel mehr beizutragen. Auch Objekte werden Teil der weitreichenden Schau sein und die Cartoons und Zeichnungen ergänzen.

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Balance © Christiane Toewe

Christiane Toewe: Balance –  Studioporzellan | Rauminstallationen | Porzellan | Licht
21. November 2020 – 24. Januar 2021
Kloster Wechterswinkel Kunst und Kultur, Kulturzentrum

Eine zehnjährige Ausbildung in allen Bereichen der Keramikkunst, der Designtheorie und des Mediendesigns, geprägt von Neugierde und experimenteller Begeisterung, kennzeichnet den spannenden Weg einer Künstlerin, die ständig auf neue Herausforderungen vorbereitet ist und sich leidenschaftlich dem Material Porzellan widmet. Von kleinen und feinen Objekten bis hin zu großen und filigranen Porzellan-Skulpturen entwickelt Christiane Toewe ständig neue Formen und Inhalte. Der Charme der Transluzenz, kombiniert mit einem Balanceakt der Technik und dem Gespür für das Spiel mit dem Material und der schieren Freude an der Kreativität lassen seit 1990 kontinuierlich neue Werke entstehen.

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Mutterschaftsfigur (ntekbe), Igbo-Kultur,Cross-Fluß-Region, Nigeria, Ende 19.-Mitte 20.Jh, Foto: Die Neue Sammlung München, Hannes Rohrer.

Keramik aus Afrika – Highlights aus der Sammlung Herzog Franz von Bayern
14. Juli 2020 7. Februar 2021
Internationales Keramik-Museum, Weiden i. d. Oberpfalz

Zum 30-jährigen Museumsjubiläum in Weiden zeigt die Neue Sammlung München im Internationalen Keramik-Museum eine eigens für Weiden getroffene Auswahl aus der Schenkung von über 600 Keramiken aus der Sammlung von Franz, Herzog von Bayern. Die Sammlung afrikanischer Keramik wurde aufgebaut mit dem Blick des Kunstsammlers und umfasst Objekte vieler Kulturen aus heute über zwanzig Ländern des afrikanischen Kontinents. Nicht die ethnographischen Aspekte stehen im Vordergrund, sondern die gestalterische künstlerische Qualität der Objekte. Mit der Ausstellung in Weiden, im Kontext der dort aktuell gezeigten Keramik dreier Kontinente – Asien, Europa und Lateinamerika-, wird die Sammlung erstmals einem breiteren Publikum außerhalb Münchens zugänglich gemacht. Die Besucher in Weiden dürfen sich auf einen spannungsreichen und faszinierenden Dialog der Weltkeramik auf höchstem internationalen Niveau freuen.

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Rekonstruktion eines Wollnashorns im Jexhof.

Eiszeit(en). Gletscher, Mammut und Moränen
2. Juli 2020 – 7. Februar 2021
Bauernhofmuseum Jexhof

Seit dem Eintreffen des modernen Menschen in Europa vor etwa 40.000 Jahren hat sich unser Planet gründlich verändert. Wird es also die nächste, klimazyklisch bevorstehende Kaltzeit überhaupt geben? Oder steht uns eine weitere Warmzeit mit Flusspferden in den Rheinauen bevor?
Wie die letzte Eiszeit war, das erfahrt ihr im Jexhof in Schöngeising: dort steht ein Wiesenmammut am Wegesrand, führt ein Geopfad entlang des Kellerbachs, könnt ihr den Eiszeitgarten vor dem Bauernhof und die aktuelle Sonderausstellung erkunden: „Eiszeit(en). Gletscher, Mammut und Moränen“. Hier findet ihr einen Blogartikel zur Ausstellung.

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Im Wind, Dorothea Dudek

Wind. Jahresausstellung der Gedok
24. Oktober 2020  – 21. Februar 2021
Buchheim Museum der Phantasie

Die GEDOK, 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet, ist als Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. bis heute das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen. Die Jahresausstellung 2020 der GEDOK München findet im Buchheim Museum und im umliegenden Park statt. Durch einen Wettbewerb werden die teilnehmenden Künstlerinnen ermittelt. Ihr gemeinsames Thema ist der Wind – vom Hauch bis zum Hurrikan.

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Anselm Kiefer, Das Sonnenschiff, o.J., Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe, Foto: © Anselm Kiefer, Foto: Collecto.art.

Anselm Kiefer. Opus Magnum
12. Juli 2020 21. Februar 2021
Franz Marc Museum, Kochel a. See

Unter dem Titel Opus Magnum, hat Anselm Kiefer 2016 sechs großformatige Fotografien und dreiundzwanzig Vitrinen zusammengefasst. Wie Zeitkapseln enthalten diese Glasbehälter die verschiedenen Themen seines Werks. Die durchsichtigen Schreine stellen komplexe Bedeutungen dar; sie sind zugleich transparent und dicht, leicht und schwer.
Von diesem Themenreichtum ausgehend fragt die Ausstellung nach der wichtigen Rolle von literarischen, mythologisch und biblischen Topoi im Werk Anselm Kiefers und stellt den Vitrinen kurze assoziative Texte von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Marion Poschmann, Christoph Ransmayr und Ferdinand von Schirach, gegenüber.

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Karl Hagemeister: Wiesenstück, 1906, Öl auf Leinwand, 71 x 111 cm, Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte.

Karl Hagemeister „…das Licht, das ewig wechselt.“ Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus
18. Oktober 2020 21. Februar 2021
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Karl Hagemeister (1848-1933) gehört nicht nur zu den bedeutenden deutschen Impressionisten, er war auch ein Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei. Bei seiner Auffassung von Landschaftsmalerei verfolgte Hagemeister einen eigenen Weg. Schon früh empfand er die Natur als arbeitenden Organismus, dessen Bewegung und Veränderung er malerisch einfangen wollte. So wurde er zum Maler des Lichts und der Bewegung, der die Grundstimmung einfangen wollte. Er entwickelte dabei eine immer freier werdende und rhythmische Malweise. In seinem Spätwerk, in dem See- und Küstenbilder, Meer und Wellen eine herausragende Rolle spielten, gewannen Dynamik und Expressivität an Bedeutung.
Die Ausstellung mit ca. 100 Gemälden, Pastellen und Zeichnungen stellt alle Schaffensperioden des Künstlers vor und weist Verbindungen zu sowie auf wichtige Einflüsse durch Künstlerkollegen hinweisen.

Abb. ganz oben: Hatschi, Peter Vutschkow, Luftmuseum Amberg.

Nathalie Schwaiger

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