Home Ausflugsperlen In the name of love – unser Ausstellungs-Ausblick 2022

Spürt ihr sie auch? Die Aufbruchstimmung? Sehnt ihr euch wie wir danach, die Angst und die Unsicherheit wieder hinter euch zu lassen? Nach Kunst, Schönheit und Kreativität Ausschau zu halten? Die Museen geben sich alle Mühe, euch auf andere Gedanken zu bringen – und kleine Oasen zu schaffen, wo die Zeit still steht. Nur Mut! Wir zeigen euch hier, worauf ihr euch dieses Jahr freuen dürft! Schwärmt aus und lasst euch inspirieren: von Unruhe und Frieden, Werden und Vergehen, von Licht und Farben, Eiszeit und Liebe. Expressionistisch, symbolistisch und impressionistisch, partizipativ und provokativ – diese Highlights und Geheimtipps erwarten euch!

Christian Schad Museum
Aschaffenburg
Neueröffnung

Christian Schad (1894–1982) zählt zu den bedeutendsten deutschen Protagonisten der Moderne. Als Leitfigur der Neuen Sachlichkeit in den 1920er Jahren sowie mit seiner Erfindung der „Schadografie“ (Fotografie ohne Kamera) erlangte er Weltruhm. Christian Schads Nachlass befindet sich dank einer Schenkung seiner Witwe Bettina heute in Aschaffenburg, wo er vier Jahrzehnte lang lebte. So kann das neue Museum aus einem reichen Schatz von über 3200 Werken schöpfen und somit – weltweit einmalig – alle Schaffensperioden des Künstlers beleuchten.

Eiszeit – Mensch. Natur. Klima.
Lokschuppen Rosenheim
Ausstellung bis 11. Dezember 2022

Diese Ausstellung lässt euch bestimmt nicht kalt: ihr werdet euch Auge in Auge mit den „Großen“ der letzten Kaltzeit wiederfinden, mit tonnenschweren Mammuts, gefährlichen Höhlenlöwen und Wollnashörnern. Unsere Urahnen lebten, im Einklang mit der Natur, den Elementen, dem Wetter und der Kälte ausgeliefert.

Im Lokschuppen Rosenheim entsteht ein 1.500 m² großes Gesamtkunstwerk aus Originalfunden, hochwertigen Tierrekonstruktionen, Präparaten, Repliken und eindrucksvollen Skeletten. Ein absolutes Highlight ist das einzigartige Eiszeit-Skelett des „Mannes von Neuessing“: Es wird erstmals zusammen mit spektakulären neuesten Forschungsergebnissen präsentiert.

Und wo stehen wir? Veränderungen der Lebensumstände auf der Erde passieren nicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Die Ausstellung thematisiert auch Fragen, Fakten und Folgen des aktuellen Klimawandels.

Unser Tipp: für ein besonders nachhaltiges Ausstellungserlebnis gibt es ein vertiefendes, pädagogisches Programm mit Führungen und Workshops für Schulklassen, Familien und Kinder.

Hans Hoffmann – ein europäischer Künstler der Renaissance
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Ausstellung bis 21. August 2022

Aufregend: erstmals werden 16 Dürer-Originale und 70 Hoffmann-Originale im direkten Vergleich zu sehen sein. Leben und Werk des Nürnberger Künstlers Hans Hoffmann, eines europaweit gefeierten Vertreters der Dürer-Renaissance, werden in Nürnberg vorgestellt – eine Weltpremiere. Hoffmann war Ende des 16. Jahrhunderts am Münchener Hof tätig, bevor er nach Prag berufen und dort zum Hofmaler Rudolfs II. ernannt wurde. Sein künstlerisches Ansehen verdankt der Maler Hans Hoffmann (um 1545/50–1591/92) vor allem den zahlreichen Kopien und Kompilationen nach Werken Albrecht Dürers.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Museum der Schönen Künste Budapest, das den umfangreichsten Bestand an Werken von Hans Hoffmann besitzt. Sie gehörten – wie auch die Werke des Künstlers im Germanischen Nationalmuseum – größtenteils dem Nürnberger Handelsherrn und Kunstsammler Paulus II Praun, der ca. 150 Werke von Hans Hoffmann besaß, von denen ein erheblicher Teil verschollen ist.

Inge Morath
Museum Moderner Kunst Wörlen Passau
Ausstellung bis 28. August 2022

„Photography is essentially a personal matter – a search for inner truth“, so sagte Inge Morath. Die Fotografin dokumentierte in umfangreichen Reisen verschiedene Kulturräume und schuf durch die intensive Beschäftigung mit den Menschen zeitlose Portraits. Dabei lenkte sie ihre liebevolle Aufmerksamkeit gleichermaßen auf unbekannte Menschen als auch auf Filmstars wie Marilyn Monroe. Sie fotografierte die großen Künstler des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Alberto Giacometti und Alexander Calder in ebenso intimen Bildern wie unbekannte Straßenjungen in Venedig oder Tänzerinnen in einer kleinen Bar in Spanien.

Paweł Althamer. Lovis-Corinth-Preis 2022
Kulturforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
Ausstellung bis 11. September 2022

Der Lovis-Corinth-Preis 2022 geht an: Paweł Althamer, 1967 in Warschau geboren, ist seit den 1990er Jahren einer der zentralen Vertreter der polnischen Gegenwartskunst. Der Entstehungsprozess ist dem Künstler genauso wichtig, wie das daraus resultierende Kunstwerk. In den kreativen Vorgang bindet er aktiv andere ein. Seine KollaborateurInnen – z. B. MuseumsbesucherInnen – sieht er dabei als Gleichberechtigte an. Althamer arbeitet regelmäßig mit bestimmten Gruppen zusammen, u.a. mit seiner Familie, seinen NachbarInnen, FreundInnen oder anderen KünstlerInnen.

Althamer lebt seinen partizipativen Ansatz – egal ob bei seinen sozialen Projekten etwa in der Plattenbausiedlung Bródno am Stadtrand von Warschau, in welcher Althamer selbst auch wohnt. Oder bei seiner bisher größten Performance „Common Task“ (2009-fortlaufend), wo ihn bis zu 150 Menschen in goldenen Anzügen auf Reisen nach Belgien, Brasilien, Deutschland, Mali oder Weißrussland begleiteten. Seine Performances sind meditativ bis Bewusstsein erweiternd, experimentieren mit esoterischen und aufopfernden Grenzüberschreitungen (Kardynal, 1991). Althamer agiert frei, unorthodox und mystisch. Er lässt sich nicht in eine Kategorie drängen – auch mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Polen nimmt er eine starke, kritische Haltung ein.

Rudi Hurzlmeier. Das weite Feld der Unvernunft
Buchheim Museum Bernried
Ausstellung bis 25. September 2022

Der Münchner Cartoonist Rudi Hurzlmeier gilt als einer der ganz großen Meister der Komischen Kunst. Seit 1985 arbeitet er fest für das Satiremagazin Titanic. Auch als Illustrator ist er prominent unterwegs und erhielt zahlreiche Preise.
Seit den 1990er Jahren beschäftigt er sich zunehmend mit Malerei. Der altmeisterliche Stil, der gern ins Surreale driftet, steht in wundervollem Kontrast zur lässigen Komik der Bildinhalte. Die umfangreiche Werkschau des Künstlers vereint das malerische und das zeichnerische Werk. Sie ist weder chronologisch noch nach Gattungen gegliedert, sondern nach thematischen Aspekten des weiten Felds seiner Absurditäten.
Unser Tipp: schaut beim Humorfestival Bernried 2022 vom 1. Juli bis 18. September 2022 vorbei. Die Hurzlmeier-Bilderschau ist eine Kooperation mit dem Forum Humor und komische Kunst e.V. im Rahmen des Festivals.

Brücke + Blauer Reiter
Buchheim Museum Bernried
Ausstellung bis 13. November 2022

Kirchner und Kandinsky, Münter und Nolde, Brücke und Blauer Reiter – die Maler*innen kannten einander, besuchten sich, schätzten und verachteten sich auch bisweilen. Erstmals wird der Dialog zwischen den Künstler*innen beider Formationen in dieser Dichte und Qualität in Szene gesetzt. Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es auch augenfällige Unterschiede.
Das Buchheim Museum konzipierte die Ausstellung zusammen mit den Kunstsammlungen Chemnitz und dem Von der Heydt-Museum Wuppertal. Zu sehen sind Werke von: Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, Emil Nolde, Otto Mueller und Fritz Bleyl für die »Brücke« sowie Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Paul Klee und Heinrich Campendonk für den »Blauen Reiter«.

Verena Issel. Lothar-Fischer-Preis 2021
Museum Lothar Fischer Neumarkt in der Oberpfalz
Ausstellung bis 9. Oktober 2022

Verena Issel (*1982) entwirft mit ihren Werken rätselhafte, verspielte oder humorvoll anmutende, raumgreifende Szenarien, deren gesellschaftliche Bezüge große Ernsthaftigkeit entfalten können.
Für ihre zumeist begehbaren Rauminstallationen verwendet sie in der Regel kurzlebige Materialien wie Schaumstoff, Styropor, Plastik oder Filz. Die Ansammlungen der objekthaften Arbeiten leben von der Vielfalt der Einzelteile, die wirken, als könnten sie immer wieder neu kombiniert werden. Viele Plastiken erscheinen auf den ersten Blick heiter, transportieren aber zumeist eine dezidiert politische Aussage.
Heute lebt Verena Issel – sie war Artist in Residence in Kobe, Seoul, Wladiwostok, Teheran und Shanghai – in Berlin und Hamburg. In ihren Kunstwerken setzt sie unter anderem Eindrücke der vielen Reisen künstlerisch um.

Mary Sibande
Städtische Sammlung Erlangen im Kunstpalais
Ausstellung bis 23. Oktober 2022

In ihren hyperrealistischen Skulpturen, Fotografien und raumgreifenden Installationen setzt sich die gefeierte südafrikanische Bildhauerin Mary Sibande (* 1982 Barberton, ZA) bildgewaltig und ergreifend mit den Verflechtungen von Rasse, Geschlecht und Arbeit auseinander. Im Kunstpalais wird ihr Werk erstmals im deutschsprachigen Raum umfassend vorgestellt. 

Samuel Fosso: Der Mann mit tausend Gesichtern
The Walther Collection
Ausstellung bis 18. November 2022

Der französisch-kamerunische Fotograf Samuel Fosso setzt sich seit über 50 Jahren intensiv mit seiner persönlichen Geschichte und globaler Politik auseinander. Im Alter von 13 Jahren gründete er bereits sein eigenes Fotostudio, in dem er tagsüber zahlende Kund*innen fotografierte, während er nachts die Kamera auf sich selbst fokussierte.In der Walther Collection in Neu-Ulm werden über 200 Werke des Künstlers präsentiert, welche den Wandel in der Geschichte der Fotografie in Afrika widerspiegeln, als afrikanische Künstler*innen die Kamera auf sich selbst richteten und begannen, postkolonialistische Perspektiven visuell darzustellen und zu verkörpern.

Emil Nolde. Meine Art zu malen…
Pinakothek der Moderne München 
Ausstellung bis 28. Februar 2023

Genau hingeschaut: „Meine Art zu malen ist ohne alle Kunststücke …“. Wie ist Zitat des bekannten Expressionisten Emil Nolde im Hinblick auf seine Maltechnik zu verstehen? Das beleuchtet diese spannende kunsttechnologische Präsentation. Nolde setzt Materialien und Techniken bewusst und variantenreich ein. Seine farbigen Grundierungen sind nuanciert und er trägt leuchtkräftige Malfarben oft unvermischt und üppig auf.

Anhand des Münchner Gemäldebestandes wird der Werkprozess Noldes – vom Aufspannen der Leinwand bis zur Pinselschrift – und den Besonderheiten seiner Arbeitsweise zwischen Kalkül und ‚inszeniertem Zufall‘ dargestellt. Im Dialog zwischen den Originalen und restauratorisch-naturwissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen werden jüngste Forschungsergebnisse vorgestellt. Realia aus dem Ateliernachlass verdeutlichen den Qualitätsanspruch des Künstlers an seine Materialien sowie seinen individuellen Umgang mit Malfarben.

Abb. ganz oben: Wassily Kandinsky, Improvisation Sintflut, 1913, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957. Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Nathalie Schwaiger

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