Home Ausflugsperlen #OpenAgain! Ausstellungen 2021 in den Münchner Museen

#OpenAgain! Ausstellungen 2021 in den Münchner Museen

by Theresa Geßler

Wie sehr haben wir es vermisst, in den „heiligen Hallen“ wandeln zu dürfen! Endlich ist es wieder möglich, die Museen in München zu besuchen, wenn auch oft nur mit Anmeldung. Aber das nehmen wir doch alle gern in Kauf. Denn der Nachholbedarf und die Sehnsucht nach Inspiration, Kunst und und Kultur sind groß. Die Ausstellungen, die euch diesen Frühling und Sommer versüßen werden, haben wir hier in einem kunterbunten Strauß arrangiert – lasst euch verzaubern!

Aber wo anfangen? Welches Museum zuerst? Ihr könnt wählen: zwischen aktueller, zeitgenössischer Kunst und alten Meistern, Installationen und Traumbildern, realen und surrealen Szenen. Klassisch und modern, spätgotisch und digital, kontrovers und interdisziplinär, Stars oder Geheimtipps, Sinn oder Wahnsinn? Für jeden Geschmack ist was dabei…

Und wenn ihr euch auch außerhalb von München bewegen wollt: hier findet ihr unsere Ausstellungshighlights aus ganz Bayern!

Ausstellungen in München 2021

Ikonen der Urban Art – MUCA
Ab 12. März 2021

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Ikonen der Urban Art – MUCA © MUCA

In der Ausstellung „Ikonen der Urban Art“ überführt das MUCA die Street Art in die zeitgenössische Kunst und verleiht ihr ein kulturelles Gedächtnis. Gestern wie heute nutzen Street Art Künstler die urbane Infrastruktur als Leinwand, um uns durch ihre Botschaften auf Um- und Missstände aufmerksam zu machen. Jedes ihrer Werke erzählt eine andere Geschichte.
Basierend auf einer der größten Banksy Sammlungen Europas werden Schlüsselwerke offizieller Banksy Ausstellungen präsentiert. Darunter auch das monumentale Ölgemälde „Are You Using That Chair?“ – eine subversive Allegorie auf Edward Hoppers berühmtes Bild „Nighthawks“. Das großformatige Werk war bisher nur einmalig in Banksy‘s Ausstellung „Crude Oils“, 2005 in London, zu sehen.

Kunst und Kapitalverbrechen – Veit Stoß, Tilman Riemenschneider und der Münnerstädter Altar
Bayerisches Nationalmuseum
Bis 1. August 2021

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Gailana stiftet zur Ermordung des hl. Kilian an. Veit Stoß, 1504/05, Öl auf Holz. Münnerstadt, Pfarrkirche St. Maria Magdalena, Foto: Matthias Weniger

Den Katalog konnten einige vor Weihnachten in Sonderaktionen des Bayerischen Nationalmuseums bereits ergattern und dadurch erste Blicke in diese Ausstellung erhaschen. Oder habt ihr die digitialen Angebote des Bayerischen Nationalmuseums genutzt, um euch auf die Ausstellung einzustimmen? Der spannenden Geschichte um den Münnerstädter Altar sowie um das „Verbrechen“ von Veit Stoß, einem der bedeutendsten Meister der süddeutschen Spätgotik, ist diese Ausstellung gewidmet.  

Michaela Eichwald – Städtische Galerie im Lenbachhaus
Bis 12. September 2021

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Michaela Eichwald. Au! Danke Herrin, 2018, Acryl, Lack, Öl auf Kunstleder 75,5 cm x 141 cm x 3,7 cm. Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Eindrücke der Werke Michaela Eichwalds könnt ihr im Lenbachhaus entdecken, wo bis Mitte Mai die Künstlerin in einer Einzelausstellung zu sehen ist. Ein Großteil der gezeigten Werke ist für die Ausstellung entstanden. Eichwalds Arbeiten ist ein Spaziergang zwischen den Disziplinen – Schreiben, Malen, Fotografieren.

HAND – GROßE – KUNST. Medaillenkunst in Deutschland 2007-2020 – Staatliche Münzsammlung München
Bis 9. Januar 2022

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Klaus Kowalski, Schlangenweisheit 2019. Foto: Nicolai Kästner, Staatliche Münzsammlung München

Dass ein Kunstwerk nicht immer einen kompletten Raum füllen muss, zeigt die Ausstellung in der Staatlichen Münzsammlung München. 150 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre neuesten Arbeiten. Die Gesamtschau zeigt mit 240 Werken die ganze Bandbreite der zeitgenössischen deutschen Medaillenkunst. Die Medaillen der Künstlerinnen und Künstler zeigen eine große Vielfalt an Stilformen von „klassisch“ bis zur Objektkunst. Sie decken ein reiches Themenspektrum vom Porträt über Antike, Religion, Tiere, Krieg und Geld bis zu Politik und Umwelt ab.

Zeichen und Wunder – Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
9. März bis 27. Juni 2021

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Ugo Dossi © VG Bild-Kunst

Ugo Dossi zeigt mit diesem Projekt seine Faszination für die altägyptische Kunst, für ihren universellen Horizont und ihre inhaltliche Tiefe. Für die Ausstellung in München konzentriert sich Ugo Dossi auf das Phänomen der hieroglyphischen Zeichen, in denen er pictographische Wissensspeicher erkennt, die in die Tiefe der Denkwelt der Pharaonischen weisen. Damit bringt er altägyptische Bildallegorien in die Gegenwartskunst ein und setzt, umgekehrt, aktuelle Welt-Bilder in altägyptische Bilder-Welten.
Zu dieser erstmals ausgestellten Serie kommen die neuen plastischen Ausarbeitungen CALIX, mit denen Dossi berühmte ägyptische Skulpturen neu interpretiert.

Phyllida Barlow. frontier – Haus der Kunst
10. März bis 25. Juli 2021

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Phyllida Barlow. untitled: 11 awnings, 2013. Collection of the artist, London

Eine neue Reihe im Haus der Kunst zeigt zeitgenössische Künstlerinnen. Die erste, die in dieser Reihe präsentiert wird ist Phyllida Barlow. Obwohl sich die Werke der britischen Bildhauerin als wenig geeignet für den Kunstmarkt erwiesen, ist Barlow bis heute radikal und unbestechlich bei ihrer künstlerischen Ausdrucksform geblieben. „frontier“ bietet nun zum ersten Mal die Gelegenheit, die ganze Bandbreite von Barlows bemerkenswerten Beiträgen kennenzulernen. Mit dieser umfassenden Ausstellung, in der große Auftragsarbeiten, monumentale Skulpturen aus vielen wegweisenden Ausstellungen der letzten zwei Jahrzehnte sowie eine große Vielfalt von Zeichnungen gezeigt werden, unterstreicht „frontier“ Barlows Schlüsselrolle in einem traditionell männlich dominierten Medium.

Im Labyrinth der Zeiten – Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdischer Geschichte – Jüdisches Museum München
17. März 2021 bis 13. Februar 2022

Einen Überblick über 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte gibt uns die Ausstellung „Im Labyrinth der Zeiten“ im Jüdischen Museum München. Mordechai W. Bernstein (1905-1966) war Mitarbeiter des „Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts“ (YIVO) in Wilna. Er erhielt den Auftrag, die geraubten Bestände des YIVO in Deutschland zu suchen. In den Jahren 1948 bis 1951 besuchte er aber auch rund 800 Orte auf der Suche nach Überresten deutsch-jüdischer Kultur. In drei Bänden in jiddischer Sprache veröffentlichte er die Ergebnisse seiner Suche und schaffte so ein musée imaginaire der zerstörten deutsch-jüdischen Kultur. Die Ausstellung zeigt 18 Objekte, die Mordechai W. Bernstein aufgespürt hat und stellt Bernsteins Blick aus der Perspektive der unmittelbaren Nachkriegszeit dem heutigen gegenüber.

MUC / Schmuck. Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung – Münchner Stadtmuseum
20. März bis 26. September 2021

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Brosche Entwurf: Carl Cosmus, zugeschrieben Ausführung: Bijouteriefabrik Jakob Agner, Um 1908 Silber, gestanzt, teiloxidiert, Rubine, Türkis. Sammlung Dry-von Zezschwitz und Links © Münchner Stadtmuseum

Um bei einem Münchner Thema zu bleiben, geht der nächste Besuch in das Münchner Stadtmuseum. Die Ausstellung „MUC / Schmuck. Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung“ wurde kurz vor dem Lockdown eröffnet und hat also noch nicht so viele Besucher empfangen dürfen. Die Ausstellung thematisiert die Goldschmiedekunst, die in München seit Ende des 19. Jahrhunderts eine zunehmend wichtige Rolle spielte. Bis heute leben und arbeiten in München überdurchschnittlich viele Goldschmied*innen und Schmuckkünstler*innen. Die international bekannte Klasse für Schmuck und Gerät der Akademie der Bildenden Künste leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Das Münchner Stadtmuseum nimmt den Erwerb einer Sammlung Münchner Schmuck zum Anlass, gemeinsam mit den Student*innen der Akademie und ihrer Professorin Karen Pontoppidan eine Ausstellung zu konzipieren, die sowohl über die historischen Arbeiten und ihren Hintergrund informiert, als auch Studium, Herangehensweisen und Werke angehender Schmuckkünstler*innen von heute vorstellt.

Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli
Museum Villa Stuck
29. April bis 25. Juli 2021

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Adolf Wölfli, Riesen-Stadt Robespierre in China, 1910 © Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern

Die Ausstellung „Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“ berührt Themen des Mensch-Seins: Weltenschöpfung und Erlösung, Vision und Utopie, Missbrauch und Versöhnung, Sinn und Wahnsinn. Auf zwei Etagen der historischen Künstlervilla Franz von Stucks wird eine Auswahl von 70 Arbeiten von Adolf Wölfli aus der Sammlung der Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern, gemeinsam mit 70 Werken weiterer Weltenschöpfer präsentiert, die inspirieren, verstören aber auch verzaubern.

Erwin Olaf. Unheimlich schön – Kunsthalle München
14. Mai bis 26. September 2021

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Palm Springs. The Family Visit, The Niece. 2018 © Erwin Olaf. Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Nach der großartigen Show der Werke von Thierry Mugler, können wir uns nun auf die bildhaften inszenierten Welten eines der bedeutendsten niederländischen Künstlers der Gegenwart freuen: Erwin Olaf. Die Kunsthalle München widmet ihm die erste umfangreiche Einzelausstellung in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimedia-Installationen aus fast vierzig Schaffensjahren zeigen Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er-Jahre zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er.

Look at this – Pinakothek der Moderne | Sammlung Moderne Kunst
21. Mai bis 19. September 2021

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David Shrigley, Look at this, 2014. Acryl auf Papier, 153 x 112 cm. 2014 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. © David Shrigley

Die Ausstellung LOOK AT THIS lädt ein zu einer kritischen Reflexion der vielfältigen Beziehungen zwischen Kunstwerk, Publikum, Raum und Institution. Gleichzeitig hinterfragt die Schau fest etablierte (westliche) Sichtweisen. LOOK AT THIS fragt: Was wird ausgestellt und in welcher Form? Welche Rolle übernimmt der Raum dabei? Welche Bewertungen und Zuschreibungen sind damit verbunden? Welche Abhängigkeiten und Machtstrukturen treten zutage? 
LOOK AT THIS zeigt Werke unterschiedlichster Medien von insgesamt 30 internationalen Künstler:innen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Sweat. Haus der Kunst
11. Juni 2021 bis 9. Januar 2022

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Daniel Lind-Ramos  “Con-junto (The Ensemble)”, 2015, Foto: Pierre Le Hors

Der Körper steht im Mittelpunkt der Gruppenausstellung „Sweat“. Die Ausstellung ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherche. Sie widmet sich dem Phänomen von Körpern, die gemeinsam agieren und ihre Gegenwart gestalten. Die Ausstellung versammelt mehr als 20 künstlerische Stimmen, deren Werke an unterschiedlichen Orten, zu  unterschiedlichen Zeiten und angesichts  verschiedener Bedingungen des sozialen  und politischen Druckes entstanden sind.

Maarten Baas | Real Time – Die Neue Sammlung – The Design Museum | Pinakothek der Moderne
11. Juni bis 3. Oktober 2021

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Maarten Baas, Real Time Grandfather clock – self portrait, 2009. Foto: Courtesy Carpenters Workshop Gallery

Maarten Baas (*1978) gilt aktuell als einer der einflussreichsten niederländischen Entwerfer. Mit „Maarten Baas I Real Time“ zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum erstmalig eine Soloausstellung von ihm im deutschsprachigen Raum. Mit seinen als rebellisch, verspielt, intellektuell und künstlerisch geltenden Arbeiten erlangte er schon früh in seiner Schaffenszeit eine autonome Position in der Designszene.
In enger Zusammenarbeit mit Maarten Baas zeigt Die Neue Sammlung einige Werke aus der „REAL TIME SERIES“ sowie eine dazugehörige, speziell für den Ausstellungsraum entworfene Installation.
Indem er verschiedene Disziplinen wie Performance, Film, Technik, Kunst und Design miteinander verbindet, schafft er es, Uhren neu zu denken.

Alexandra Bircken: A-Z – Museum Brandhorst
28. Juli 2021 bis 16. Januar 2022

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Alexandra Bircken, Snoopy, 2014, Motorradanzug, Nägel, Sammlung Udo und Anette Brandhorst © Alexandra Bircken. Foto: Andy Keate, Courtesy BQ, Berlin und Herald St, London

Alexandra Birckens Kunst basiert auf den Prinzipien des Trennens und Verbindens unserer Welt des Innen und Außen. Ab Juli 2021 widmet das Museum Brandhorst der international bedeutenden deutschen Bildhauerin ihre bislang umfangreichste Werkschau.

Noch ein absolutes Highlight erwartet euch in unserem nächsten Blogbeitrag: am 26. März 2021 eröffnet die Glyptothek nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mit einer großen Ausstellung zu Bertel Thorvaldsen und Ludwig I. (bis 25. Juli 2021). Mehr dazu nächste Woche…

Verlängert: diese Ausstellungen laufen zudem noch in München

Staatliche Antikensammlungen „Hund Katze Maus“ | bis 12. September 2021

Biotopia Naturkundemuseum Bayern Biotopia Lab, Pop-Up-Ausstellung im BIOTOPIA Lab | ab 26. März 2021

Lenbachhaus „Unter Freieum Himmel. Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter“ | bis 30. Januar 2022

Deutsches Museum – Verkehrszentrum „Mobile Kinderwelten“ | bis 26. Juli 2021

FC Bayern Museum „Kaiser 75“ | bis 31. August 2021

Haus der Kunst „Cyril Lachauer. I am not sea, I am not land“ – Sammlung Goetz im Haus der Kunst | bis 12. September 2021

Pinakothek der Moderne: „Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz“ | bis 16. Januar 2022

Bitte schaut vor eurem Besuch auf den Seiten der Museen wegen der aktuellen Öffnungszeiten nach!

Abb. ganz oben: Adolf Wölfli. Skt. Adolf =Thron, = Flühe = Blume: Ditto/Schweiz/, 1917.A 9281. Bleistift und Farbstift auf Papier, 28,9 x 21,8 cm. Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern, Bern

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