Home Ausflugsperlen Die Bayerische Landesausstellung 2022 „Typisch Franken?“

Die Bayerische Landesausstellung 2022 „Typisch Franken?“

by Bianca Faletti

„Wir sind Franken und keine Bayern“ pflegt man in Franken oftmals (scherzhaft) zu sagen, doch was ist eigentlich typisch fränggisch? Das erfahrt ihr in der diesjährigen Bayerischen Landesausstellung „Typisch Franken?“, die im barocken Orangeriegebäude sowie in der Stadtkirche St. Gumbertus in Ansbach stattfindet. Neben (kultur-)‌historischen Aspekten, die seit dem Mittelalter die verschiedenen fränkischen Herrschaften und Territorien charakterisierten, geht es um Klischees und Typisierungen. Dabei entsteht ein Abbild der Vielfalt Frankens – eine Vielfalt, die die Region nach wie vor kennzeichnet.

Ein Gastbeitrag vom Haus der Bayerischen Geschichte

Eine Wanderung durch Franken

Die Ausstellung greift die Idee einer Wanderung durch Franken auf. Die Besucherinnen und Besucher können durch neun ausgewählte fränkische Regionen streifen und dabei in verschiedene Epochen eintauchen – sie begeben sich damit gleichsam auf eine Zeitreise. Mit dem einen oder anderen kuriosen Objekt wirft die Ausstellung Schlaglichter auf die fränkische Geschichte zwischen dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert (mit Ausblicken bis in die Gegenwart).

Ob Flohfalle, Lügenstein, Lotterietrommel oder Fußballschuh – alles hat auf die eine oder andere Art mit Franken zu tun und ist mit den Menschen verbunden, die die verschiedenen fränkischen Gebiete geprägt haben. Dabei stehen nicht nur Bischöfe, Könige und Reichsritter im Vordergrund. Auch verliebte Markgrafen, tatkräftige Äbtissinnen, findige Handwerker, ausgefuchste Räuberinnen und standhafte Städterinnen haben die unterschiedlichen fränkischen Orte und Regionen zu dem gemacht, was sie heute sind.

In der ersten Abteilung dreht es sich unter anderem um die letzten Ansbacher Markgrafen, ihre Jagdleidenschaft und ihre Frauen. Denn eine elegante Dame namens Lady Elizabeth Craven war nicht ganz unbeteiligt am Ende des Markgraftums. Warum man früher gleich hörte, wann man sich den Toren einer Reichsstadt näherte, wird auf dem weiteren Wanderweg ebenso erläutert wie die Frage, warum die Würzburger Fürstbischöfe sich „Herzöge von Franken“ nannten. Was haben Wachsäpfel und gefälschte Fossilien mit der klösterlichen Aufklärung rund um Bamberg zu tun? Auch das erfahren die Besucherinnen und Besucher auf ihrem Streifzug durch Franken.

Sie passieren rauchende Fabrikschlote und ergiebige Goldminen im Fichtelgebirge, treffen auf fürstlichen Prunk in Aschaffenburg und familiäres Elend im dichten Spessart. Noch ein Blick nach Coburg, wo Martin Luther auf seinem Weg nach Augsburg strandete und Queen Victoria ihre große Liebe fand, und schon finden sich die Frankenbegeisterten mitten im Gewühl der Handwerker, Mechaniker und Künstler des frühneuzeitlichen Nürnberg wieder. Reicher jüdische Kultur begegnen sie im benachbarten Fürth, dem „fränkischen Jerusalem“. Gewagt springen die Zeitreisenden zuletzt ins 19. Jahrhundert hinein und beobachten die High Society Europas beim Kuren in Bad Kissingen.

Also keine Bratwurst, kein Bier, keine Kerwa? Doch natürlich. In jeder Abteilung wird etwas „typisch Fränkisches“ genauer beleuchtet: Ist Franken ein Wein- oder Bierland? Gibt es DEN fränkischen Dialekt überhaupt? Und was hat die Coburger Bratwurst mit dem heiligen Mauritius zu tun?

Die Landesausstellung ist vom 26. Juli bis zum 17. September 2022 auch zu Gast im Infopoint.

Verschiedene Einblicke in die Landesausstellung in Ansbach

Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.hdbg.de/typischfranken

Auf der Suche nach weiteren fränggischen Museums-Schmankerln? In unserem Beitrag 7 auf einen Streich! – die schönsten Museen in Nürnberg geben wir euch eine Route quer durch die historische Altstadt an die Hand. Oder habt ihr schon von der Aktion „Kunst geht fremd“ der unterfränkischen Museen gehört? In unserem Beitrag Wenn Kunst fremdgeht – Museen in Unterfranken verraten wir euch, worum es bei dieser außergewöhnlichen Aktion geht.

Abb. ganz oben: Orangerie im Hofgarten, © Haus der Bayerischen Geschichte

Dr. Johanna Blume aus dem Haus der Bayerischen Geschichte

mehr Museumsperlen für dich

Wir verwenden Cookies bei deinem Besuch auf unserer Webseite. Indem du unsere Webseite benutzt, stimmst du unseren Datenschutzrichtlinien zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Privacy & Cookies Policy