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Für Romantiker: Die Burg Prunn und das Nibelungenlied

by Infopoint

Hoch über der Altmühl thront die Burg Prunn auf einem Felsen – und lässt den ein oder anderen sofort ins Schwärmen geraten. Das ist kaum verwunderlich, wurde der Bau doch nie zerstört und sieht aus, als sei der Burgherr gerade erst von dannen gezogen. Um 1200 entstand der romanische Bergfried, der – aus Buckelquadern gefertigt – 31 Meter in die Höhe ragt und damit ein beeindruckendes Zeugnis der Hochphase des Burgenbaus ist. Über die Jahrhunderte veränderte sich der Bau, so stammt die Toranlage beispielsweise aus der Zeit der Renaissance und lässt den Besucher von feinen Fräulein und wilden Rittern träumen. Doch die Burg hat noch viel mehr zu bieten und eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Nibelungen inne.

Für Romantiker: Die Burg Prunn und das Nibelungenlied

Ausstellungsraum, Burg Prunn, Riedenburg © Bayerische Schlösserverwaltung

Die gut erhaltene Anlage zeigt ein nahezu vollständiges Bild, eines mittelalterlichen Herrschaftssitzes. Seit dem Jahr 2012 ist auch der untere Palas für Besucher zugänglich – und es lohnt sich wirklich, einen Blick zu riskieren! Die museale Präsentation zeichnet ein umfassendes Bild der mittelalterlichen Herren, welches durch die Architektur des hohen Saalbaus betont wird. Der Wohntrakt der Burg diente vor allem repräsentativen Zwecken, was heute noch erahnt werden kann. Beeindruckende Eichenbalken stützen den Raum, dabei verfügte der Saal ursprünglich wohl noch über einen hölzernen Umlauf oder aber zeitweise über eine Zwischendecke-In den anderen Gemächern der Burg finden sich zum Teil Malereien unterschiedlichen Alters. Neben einem Fabelwesen ist die topographische Burgendarstellung im Herrschaftsraum besonders sehenswert. Eine dendrochronologische Untersuchung der Deckenbalken lässt auf eine Entstehung der Malereien auf 1410 schließen.

Für Romantiker: Die Burg Prunn und das Nibelungenlied

Virtueller Rundgang durch die Burg Prunn © Bayerische Schlösserverwaltung

Mittelalterlicher Schatz – gefunden in der Burg Prunn

Mit der Auffindung des „Prunner Codex“, einer Handschrift des Nibelungenliedes, im Jahr 1567 erlangte Burg Prunn weitere Bekanntheit. Gefunden hat den Codex Wiguläus Hund, der ihn acht Jahre später an die herzogliche Bibliothek gab. Der um 1200 entstandene mittelhochdeutsche Heldenepos um Siegfried, Kriemhild, Brünhild und Gunther zählt zu den bekanntesten Dichtungen des Mittelalters. Heute gehört der Prunner Codex zum bestand der Bayerischen Staatsbibliothek und kann online eingesehen werden.

Einen Vorgeschmack auf den Besuch der „Ritterburg“ bietet der virtuelle Rundgang der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Und für den abenteuerlichen Romantiker ist es sogar möglich, am Felsen unterhalb der Burg zu klettern und auf zwölf verschiedenen Routen die Natur hautnah zu erleben.

Burg Prunn
93339 Riedenburg

Tel. 09442/3323

Jana Walter & Anna Blenninger

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