Home Ausflugsperlen Da schaut’s her – auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

Da schaut’s her – auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

by Sabine Wieshuber

Tut euren Augen etwas Gutes: Lüpertz in München, tibetische Schmuckstücke in Augsburg und Op-Art in Würzburg – im Herbst hat die Kunst Hochsaison! Riskiert einen frischen Blick auf bekannte Maler und Malerinnen, entdeckt optisch und visuell Neues, schaut mit anderen Augen oder über den Tellerrand oder lernt sogar ganz neu Sehen… Wir haben uns für euch umgeschaut: hier unsere Must-See-Tipps, chronologisch sortiert – und ein bisschen „heile Welt“ ist auch dabei!


Prints. Bridget Riley – „Entdecken, was Sehen sein kann“

Museum im Kulturspeicher Würzburg/ Unterfranken
17. August bis 13. Oktober 2019

Alles schwingt! Die Farben, die Formen, die Linien – lasst euch von den grafischen Siebdrucken und der Mehr-Ton-Malerei der „Queen of Op-Art“ in positive Vibrationen versetzen. Inspiriert von der impressionistischen Malerei Georges Seurats und Beobachtungen in der Natur schafft die britische Künstlerin es durch ihre Farbkompositionen, Muster und Strukturen, visuelle Energien freizusetzen. Sie konzentriert sich auf Farbe im Bild, ohne ihr eine beschreibende Funktion zuzuweisen.
Bridget Riley, geboren 1931 in London, verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Cornwall. 1962 hatte sie ihre erste Einzelausstellung, aber erst durch die Teilnahme an der Schau „The Responsive Eye“ 1965 in New York wurde sie auf einen Schlag berühmt. Seit dem Ende der 1980er Jahre wirken ihre Farbformen nun beruhigter, aber dennoch geht es ihr immer noch um die Relation zwischen Betrachter und Bild, um die sinnliche Erfahrung und die visuelle Erkenntnis. Prädikat „absolut sehenswert“: die rund 80 Siebdrucke aus Riley Londoner Studio sind wie Musik für die Augen!

Da schaut's her - auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!
Bridget Riley, Red Red Blue, 2010. © Bridget Riley, 2018

Magie vom Dach der Welt
Der tibetische Kulturraum im Spiegel seiner Kunst

Schaezlerpalais, Kunstsammlungen Augsburg/Schwaben
20. Juli bis 10. November 2019

Rätselhafte archäologische Funde, prachtvoll verzierte Amulette und mittelalterliche Kultfiguren aus dem tibetischen Kulturkreis – das einstige Großreich ist, dank ungezählter Einflüsse aus Zentralasien, Indien, dem iranischen Raum und China, eine der faszinierendsten Kulturen der Menschheitsgeschichte. Auch die zeitlichen Dimensionen, in welchen die Objekte angefertigt wurden, sind beeindruckend: Sie reichen vom 1. Jahrtausend v. Chr., über das Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Eines jedoch verbindet diese völlig unterschiedlichen Kostbarkeiten: Sie alle wurden von der tibetischen Kultur geprägt und sind eng mit den magischen Ritualen und der tibetischen Religion verbunden.
Zur Einstimmung werden im Café und im Liebertzimmer des Schaezlerpalais parallel historische Fotografien aus dem tibetischen Hochland von Chantal Weihreter gezeigt, die auf den gemeinsamen Reisen nach Tibet mit Hans Weihreter, dem Kurator der Hauptausstellung, entstanden.

Da schaut's her - auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

Amulettbehälter (ga’u) mit Kultfigur. Gold, Silber und vergoldetes Silber, Tibet und Nepal, 18./19.Jahrhundert (Kat.Nr. 53). Foto © Janos Stekovics

Markus Lüpertz. Über die Kunst zum Bild

Haus der Kunst München/Oberbayern
13. September 2019 bis 26. Januar 2020

Was passiert, wenn Markus Lüpertz (*1941), eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart, in Serie geht? Die Ausstellung beleuchtet erstmals den seriellen Charakter in Lüpertz‘ Malerei. Die 200 Gemälde und Zeichnungen, wie etwa die „Filmgedichte“ Ende der 60er oder die Donald-Duck-Serie, zeigen eine radikal neue Sichtweise der Malerei. Lüpertz, Bewunderer von John Fords Western und Autoren-Filmen von Antonioni, Godard und Alain Resnais, entwickelt eine komplett neue Vision, bannt die Sehnsüchte, poetischen Visionen auf die Leinwand – so wie wie seine Kino-Vorbilder.
Markus Lüpertz, der mit Anfang 30 für seine Helm-Serie und seine monumentalen sogenannten „deutschen Motive“ berühmt wurde, entdeckte ab den 2000er-Jahren andere Dimensionen für sich. Neu ist die skulpturale Qualität vieler Figuren, die seine Gemälde bevölkern; sie beziehen sich zum Beispiel auf Alain Resnais’ Filmepos „Letztes Jahr in Marienbad“ von 1961 und tragen die Malerei in den Raum…

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Markus Lüpertz, Donald Ducks Heimkehr, 1963, Kunstharz auf Leinwand, 205 x 206 cm. Hall Collection © VG Bild-Kunst, Bonn 2019


Bayerische Landesausstellung 2019/20
100 Schätze aus 1000 Jahren

Museum Haus der Bayerischen Geschichte, Regensburg/Oberpfalz
27. September 2019 bis 8. März 2020

Vor 35 Jahren wurden die Tonköpfe mit ihren seltsam dreinblickenden Gesichtern im niederbayerischen Geisenhausen entdeckt, vergraben vor der Kirchenmauer. Generationen von Wallfahrern hatten die Votivgaben dem dortigen Theobaldsgotteshaus gespendet, um Hilfe bei ihren Kopfschmerzen und Leiden zu erbitten.
Die Köpfe sind eines von einhundert spannenden Exponaten von Museen aus Bayern, Deutschland und Europa, die über ein Jahrtausend bayerische Geschichte zwischen dem 6. Jahrhundert und 1800 beleuchten. Die Objekte, egal ob Tonkopf, Goldmonstranz oder Lederstiefel der Moorleiche, erzählen alle eine Geschichte und lassen weit in die Vergangenheit blicken.
Ergänzt wird diese 100-Objekte-Schau durch zehn biografische Skizzen von Menschen aus den jeweiligen Zeitschnitten. Sie bilden gleichsam Gesichter der jeweiligen Zeit. Ritter, jüdische Ärztin, Kaufmann, Bauerntochter, Dorfgeistlicher und andere Figuren begleiten euch in die Vergangenheit und schildern aus ihrer Sicht den Lauf der Zeiten.

Mehr zur Landesausstellung erfahrt ihr nächste Woche hier bei auf uns auf den Museumsperlen…

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Votivgabenfund aus Geisenhausen, 17. und 18. Jh., Historischer Verein Geisenhausen © Historischer Verein Geisenhausen, Foto: Philipp Mansmann.

Blauer Reiter – Das Moment der Abstraktion

Franz Marc Museum, Kochel am See/ Oberbayern
13. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020

Auf dem Weg zur Abstraktion: das „Café am See“ von August Macke, eine neue, bedeutende Dauerleihgabe, war die Initialzündung für die Ausstellung. Sie stellt die verschiedenen Tendenzen, die die Künstler des „Blauen Reiters“ in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entwickelten, nebeneinander. Bis auf Kandinsky ließen sich Macke, Marc, Münter, Klee und Jawlensky von Robert Delaunays dynamischen Formen und dem französischen Orphismus inspirieren. Delaunay hatte die Künstlergruppe in Paris um 1912 persönlich kennengelernt und seine Werke bei seinen Ausstellungen in Berlin und in München gesehen. Die Maler machten sich, jeder auf seine Weise, auf die Suche nach dem „Geistigen in der Kunst“ und versuchten, den „wesentlichen Kern“ hinter der Erscheinung der Dinge zu finden und in ihren Bildern sichtbar zu machen.
Die Studioausstellung, die weitgehend auf den eigenen Beständen basiert, wird neben Gemälden auch Zeichnungen und Graphik, Skizzenbuchblätter und Ölskizzen vorstellen.

Da schaut's her - auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

August Macke, Café am See, 1913. Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Ludwig Richter. Schöne heile Welt

Museum Georg Schäfer Schweinfurt/ Unterfranken
20. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020

Einer seiner größten Fans war Walt Disney… Wie kaum ein anderer deutscher Künstler steht Adrian Ludwig Richter (1803-1884) für Idyll und Märchen, für Glaube, Liebe und Hoffnung. Er hatte als Ansichten-Zeichner begonnen, studiert, war 1823 nach Italien gereist und stand den Romantikern nah. Bis in die 1830er malte er Landschaften – aus seiner Heimat und Italien. Doch weit mehr Erfolg hatte er ab 1838 mit seinen Illustrationen. Richter entwickelte eine enorme Produktivität, hauchte dem Holzstich und der Kinderliteratur neues Leben ein und galt schon zu Lebzeiten als lebendes Nationaldenkmal. Er illustrierte mit unerschöpflicher Fantasie Märchen, Sagen und die Werke der großen deutschen Dichter. Generationen wuchsen mit seinen Illustrationen auf. Sehnen wir uns nicht bis heute nach einer schönen, heilen Welt? Die Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Otto Schäfer in Schweinfurt, will mit etwa 150 Exponaten auch den Blick aus heutiger Sicht auf die Bildwelt Richters lenken und Fragen nach seiner Aktualität stellen.

Da schaut's her - auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

Ludwig Richter: Im Juni (II.), 1863, Öl auf Leinwand, 73 x 114 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt.
 

Paula Modersohn-Becker. Aufbruch in ein neues Jahrhundert

Buchheim Museum Bernried/Oberbayern
16. November 2019 bis 15. März 2020

Sie war eine Pionierin und Avantgardistin und holte die Moderne von Paris nach Deutschland: „Paula Modersohn-Becker gehört ohne Frage zu den bedeutendsten Erscheinungen des deutschen Expressionismus. […] Früh schon, in Paris, nahm sie die Lehre Cézannes auf und gab klar gebaute und erfühlte Form, als die Brückemaler ihrer Stilmittel noch recht ungewiss waren.“ Diese Eloge auf die Malerin stammt von Lothar-Günther Buchheim. Das Werk der in Dresden und Bremen aufgewachsenen Künstlerin wird durch eine vergleichende Betrachtung mit Gemälden der „Brücke“-Maler sowie gemeinsamen Vorbildern umfassend gewürdigt und macht die Pionierfunktion der jungen Frau für die deutsche Moderne eindrücklich erlebbar.

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Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, 1907, Öl auf Leinwand, 89 x 109 cm. Von der Heydt-Museum Wuppertal

Michael Wolgemut – Mehr als Dürers Lehrer

Germanisches Nationalmuseum, Albrecht-Dürer-Haus und Stadtkirche, Nürnberg, St. Johannes und St. Martin, Schwabach/Mittelfranken
20. Dezember 2019 bis 22. März 2020

Vor 500 Jahren starb Michael Wolgemut (1434/37–1519), der in Nürnberg eine der größten und effektivsten Künstlerwerkstätten der Spätgotik unterhielt. Wolgemut lieferte nicht nur bedeutende Tafelgemälde und Altäre, sondern auch Entwürfe für Glasfenster und Druckgraphik. Drei Jahre lang lernte in seinem Betrieb auch Albrecht Dürer. Bis heute steht Wolgemut im Schatten seines berühmten Schülers. Eine einzigartige Kooperations-Ausstellung soll Wolgemuts Werk endlich aus diesem Schattendasein befreien: im Albrecht-Dürer-Haus werden die Zeichnungen Wolgemuts und seiner Mitarbeiter aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg und sein druckgraphisches Werk zu sehen sein. Das Germanische Nationalmuseum zeigt im Glockensaal Tafelbilder der Wolgemut-Werkstatt im Kontext ihres zeitgenössischen künstlerischen Umfelds. Weitere Werke, wie Altäre, Tafelbilder und Glasmalereien, sind noch immer an ihren originalen Aufstellungsorten in Nürnberger und Schwabacher Kirchen zu sehen und werden dort vor Ort besonders hervorgehoben.

Da schaut's her - auf diese 8 Kunst-Ausstellungen in Bayern freuen wir uns im Herbst ganz besonders!

Albrecht Dürer: Bildnis des Nürnberger Malers Michael Wolgemut, 1516. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München

Bild ganz oben: Markus Lüpertz, Donald Ducks Hochzeit, 1963, Öl auf Baumwolle, 202 x 202 cm. Hall Collection © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Nathalie Schwaiger

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