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Israelisches Temperament trifft auf Bayerisches Reinheitsgebot: Ein Collaboration Brew für das Jüdische Museum München

by Infopoint

Gastbeitrag Jüdisches Museum München

Der 26. Februar 2016 ist ein bierträchtiges Datum im Jubiläumsjahr des Bayerischen Reinheitsgebots. Die Münchner CREW Republic brauten gemeinsam mit dem Jerusalemer Herzl Beer Workshop den ersten deutsch-israelischen Collaboration-Brew. Das Jüdische Museum München war nicht nur mit dabei, sondern bot auch den Anlass: Die Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ öffnet ab 13. April 2016 seine Pforten und erzählt eine jüdische Kulturgeschichte des Biers. Und damit diese Geschichte und ihre Geschichten einen geschmacklichen Eindruck hinterlassen, wurde eigens für die Ausstellung ein Bier gebraut, das man während der Laufzeit im Café Exponat und in einigen ausgewählten Münchner Läden probieren kann.

Eine Ausstellung, die sich mit dem Thema Bier beschäftigt und die den Bogen vom Bier im Alten Israel über Münchner jüdische Bierbrauer bis zur aktuellen Craft-Bier-Szene Israels spannt, führt über kurz oder lang zu der Idee, ein „eigenes“ Bier haben zu wollen, ein Craft-Bier; am besten eines, das die Facetten der Exponate unterstreicht. Es soll, so Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums München und Kurator der Ausstellung, „den Geschmack Israels und jenen von München in einer Flasche vereinen“.

Israelisches Temperament trifft auf Bayerisches Reinheitsgebot: Ein Collaboration Brew für das Jüdische Museum München
Noch sind die Etiketten für den Collaboration Brew nicht auf den Flaschen, © Vivi D'Angelo, Jüdisches Museum München
Israelisches Temperament trifft auf Bayerisches Reinheitsgebot: Ein Collaboration Brew für das Jüdische Museum München
Collaboration Brew © Vivi D'Angelo, Jüdisches Museum München

In München: Mario Hanel und Timm Schnigula warfen 2011 ihre Jobs als Unternehmensberater hin und beschlossen, ihrer Leidenschaft zu frönen und Bierbrauer zu werden. Letztes Jahr überwanden sie ihre Anfänge als Gypsi-Brauer und richteten sich in Unterschleißheim eine kleine, aber sehr feine und hochmoderne Brauerei ein.

In Jerusalem: Itai Gutman und Maor Helfman brauen seit 2013 gemeinsam Bier und bis heute ist ihr Herzl Beer Workshop die einzige Craft-Brewery der Stadt. Ihr Name ist gut gewählt, so erinnert er uns nicht nur an den berühmten Zionisten Theodor, sondern ist in Israel außerdem ein beliebter Vorname der „Arbeiterschicht“. Gefunden haben wir sie am Jerusalem Beer Festival 2015, wo bekannte und weniger bekannte Craft-Brewer ihre Produkte vorstellten. Der Herzl Beer Workshop punktete mit seinen hervorragenden Bierkreationen, die auch unseren Berater, den österreichischen „Bierpapst“ Conrad Seidl, überzeugten.

Monatelang brüteten die vier Brauer über einem geeigneten Rezept, tauschten sich aus und tüftelten. Zuletzt einigten sie sich auf ein „Californian Steam Beer“ mit leicht hopfiger Note, einem Alkoholgehalt von etwa fünf Prozent und einer traditionell deutschen Hefe, die das Bier warm vergärt, bei Temperaturen, wie sie auch in Israel vorkommen. Der bei der ursprünglich natürlichen Kühlung durch Meereswind entstehende Dampf gab dieser Biersorte im Übrigen seinen Namen.

Israelisches Temperament trifft auf Bayerisches Reinheitsgebot: Ein Collaboration Brew für das Jüdische Museum München
Biergläser zur Ausstellung "Bier ist der Wein dieses Landes", Foto: Jüdisches Museum München
Israelisches Temperament trifft auf Bayerisches Reinheitsgebot: Ein Collaboration Brew für das Jüdische Museum München
Die drei Brauer sind gespannt, wie der Brauvorgang verläuft © Vivi D'Angelo, Jüdisches Museum München

Am 26. Februar war dann endlich Brautag. Es ging heiß her in der Brauerei der CREW Republic. Die Brauer aus Jerusalem und München und einige Mitarbeiter werkten konzentriert zwischen riesigen Stahlbottichen, bearbeiteten kompliziert aussehende Displays und inspizierten durch in die Tanks eingebaute „Gucklöcher“ das Ergebnis ihrer Mühen. Keineswegs desillusionierend, wie uns ein Blick in die strahlenden Gesichter der Brauer verriet. Das Ergebnis kann sich sehen – und auch schon schmecken lassen: Bei einer Messung des Stammwürzegehalts durften wir dieses „Vor-Bier“ kosten. Besonders faszinierend war der süße Geschmack; wir hatten jenen Zucker auf der Zunge, der dann zu Alkohol und Kohlensäure vergoren wird. Nun heißt es, noch ein wenig abzuwarten. Aber eines ist sicher: Wir dürfen gespannt sein und uns auf das Ergebnis freuen.

Die Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ läuft vom 13.04.2016 – 08.01.2017.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Tel. 089-233-96096

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