Home Ausflugsperlen Westwärts! Auf zum Museum Fürstenfeldbruck im ehemaligen Kloster Fürstenfeld

Westwärts! Auf zum Museum Fürstenfeldbruck im ehemaligen Kloster Fürstenfeld

by Anne

Ein Gastbeitrag von Anne Götzelmann, Redakteurin Museumsportal München.

Ferienzeit ist Ausflugszeit! Ob große oder kleine Reisen in den Ferien zieht es uns an neue Orte. Und da stehen wir… eingequetscht in der Bahn, mit dem Auto im Stau, in einer Schlange mit Tausenden von Schloss Neuschwanstein-Touristen, Roseninsel-Liebhabern oder Ammersee-Umrundern. Dabei gibt es auch andere Ausflugsziele wie das Kloster Fürstenfeld.

Warum also nicht mal einen Ausflug ins westliche Münchner Umland wagen?

Mit dem Fahrrad in knapp 2 Stunden und mit der S-Bahn in nur 20 Minuten von München aus zu erreichen ist Fürstenfeldbruck. Das beschauliche Städtchen liegt direkt an der Amper. Dem Amper-Übergang hat der Ort auch seinen Ursprung zu verdanken, denn hier überquerte die mittelalterliche Salzstrasse den Fluss. Der Brückenzoll und die Poststation verhalfen der Siedlung „Bruck“ zu Wohlstand, Wachstum und im Jahr 1306 sogar zum Marktrecht. Erst seit 1908 heißt der Ort Füstenfeldbruck und seit 1935 darf er sich Stadt nennen.

Das ehemalige Kloster Fürstenfeld

Bereits im Jahr 1263 entstand nebenan das Zisterzienserkloster Fürstenfeld. Ganz überraschend ist die Verbindung zum Alten Hof, denn das Feld des Fürsten gehörte einst dem Wittelsbacher Herzog Ludwig II., „dem Strengen“. Der Vater von Ludwig dem Bayer war ein schlimmer Finger, denn er stiftete das Kloster als Sühne für die Hinrichtung seiner ersten Ehefrau Maria von Brabant.

Nach dem 30-jährigen Krieg stand im 17. Jahrhundert ein Neubau der Anlage an: Das Kloster bekam mit der Kirche St. Mariä Himmelfahrt ein echtes Juwel des süddeutschen Spätbarocks. Der ursprüngliche Plan für die Kirche stammt vom Münchner Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi. Die Fertigstellung zog sich allerdings bis 1766 hin. So waren an der Innenausstattung unter anderen Cosmas Damian und Egid Quirin Asam beteiligt.

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Innenansicht der Kirche St. Mariä Himmelfahrt im Kloster Fürstenfeld (Foto: www.fuerstenfeld.de).

Das Museum Fürstenfeldbruck

Wer mehr über das Kloster und das Leben in „Bruck“ um 1900 erfahren will, sollte auf jeden Fall das Museum Fürstenfeldbruck in der ehemaligen Klosterbrauerei aufsuchen. Zusätzlich hat das Museum die kostenlose Fürstenfeld App entwickelt, wo an 12 Orten viel Interessantes rund um Kloster, Barock und Besonderheiten des Zistziensterordens erlebt werden kann – mit Entdeckertour für Kinder!

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Außenansicht des Museum Fürstenfeldbruck (Foto: Museum Fürstenfeldbruck).

Eine kleine feine Ausstellung – „Graphzines“ (noch bis 24. September 2017)

Ein besonderes Highlight hält das Museum diesen Sommer bereit: Zusammen mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte hat es eine Ausstellung zu „Graphzines“ gestaltet. Ein Graphzine ist eine Art grafisches Künstlerbuch bzw. –magazin, kommt natürlich aus Frankreich und ist oft eine Mischung aus Comic und Fanzine.  Sehr beeindruckend ist die Installation „New Lung Seeded Inside“ von Stéphane Blanquet: In einer Art Graphzine 2.0 hat der Künstler ein begehbares Buch gestaltet, welches das komplette Untergeschoss des Museums einnimmt. Ein bisschen wie bei Alice im Wunderland wandert man durch eine schrill-bunte, teilweise leicht bedrohlich wirkende und gleichzeitig absolut faszinierende Welt aus Schatten, Spiegelungen und Skulpturen.

Die Ausstellung beschränkt sich auf zehn Künstler bzw. Künstlerkollektive, die die Bewegung seit den 1970er Jahren entscheidend mitgeprägt haben.

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Blick in die Ausstellung „Graphzines“ im Museum Fürstenfeldbruck (Foto: Anne Götzelmann).

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Stéphane Blanquet, New Lung Seeded Inside, Teil der Installation, 2017 (Foto: Anne Götzelmann).

Nach dem Museumsbesuch

Für Erfrischung vor oder nach dem Museumsbesuch empfiehlt sich ein Spaziergang durch das nahe gelegene Naturschutzgebiet „Amperauen“. Sehr vorausschauend wird auf der Webseite des Museums gleich ein einstündiger Spaziergang mit Bademöglichkeit und Biergarten vorgeschlagen – das klingt sehr verlockend.

Wer sich bereits genug bewegt hat, kann zwischen den drei Einkehrmöglichkeiten im Klosterareal wählen.

 

Informationen zum Besuch des Museums Fürstenfeldbruck und Klosters Fürstenfeld

Fürstenfeld App:
Die Fürstenfeld App kann im Google Play Store und im App Store kostenlos heruntergeladen werden. Mehr Apps zu Museen und Kultur in Bayern findet ihr hier.

Anreise:
Mit der S4 Richtung Geltendorf – Haltestelle Fürstenfeldbruck (Dauer: ca. 20 min.), von dort ca. 15 min. zu Fuß zum Kloster Fürstenfeld oder
mit dem Fahrrad (Dauer: ca. 2 Stunden) oder
mit dem Auto.

Öffnungszeiten des Museum Fürstenfeldbruck
Dienstag bis Samstag 13:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag & Feiertage 11:00 bis 17:00 Uhr

 

 

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