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7 kuriose Museen in Bayern

by Sabine Wieshuber

Was stellt ihr euch unter „kuriosen“ Museen vor? Vielleicht habt ihr Bilder von düsteren Horten verschrobener Sammler im Kopf? Oder vollgestellte Räume, durch die man sich kaum bewegen kann und wo an jeder Ecke andere Schätze darauf warten, entdeckt zu werden? Dabei waren Kuriositäten nicht immer seltsame Dinge, deren Wert sich nur Experten erschließt.

Alle Lateiner wissen natürlich längst Bescheid: Denn tatsächlich sind Kuriositäten im eigentlichen Wortsinn Dinge, die curiositas anregen, also Neugierde und Wissensdurst. Neben Museen, die sich stark auf ein Thema spezialisiert haben, erwarten euch in der folgenden Liste also auch Institutionen, die euch als Besuchern ganz neue Erfahrungen ermöglichen. Oder habt ihr schon einmal einen Vulkanausbruch aus nächster Nähe miterlebt? Euch überlegt, was es eigentlich mit Knöpfen als wichtigen Wirtschaftszweig auf sich hat? Oder warum es absolut berechtigt ist, dem Karpfen ein eigenes Museum zu widmen? Nein? Dann klären wir euch wie immer auf!

 

7 kuriose Museen in Bayern – für Liebhaber des Besonderen

 

Aischgründer Karpfenmuseum in Neustadt an der Aisch

Ob an Weihnachten oder zur Fastenzeit – ohne Karpfen geht in Franken gar nichts! Schon seit mehr als 1.200 Jahren werden die Speisefische gezüchtet. Zunächst waren sie eine besondere Delikatesse für die fränkischen Könige, später kam durch weit verbreiteten Weiherwirtschaft auch bei einfachen Bürgern regelmäßig Karpfen auf den Tisch. Doch im Aischgründer Karpfenmuseum geht es nicht nur um Zucht und Zubereitung des Karpfens, sondern ebenso um das Leben der Fische und das Ökosystem Weiher. Denn hier haben neben den Karpfen auch viele weitere Tierarten ein Zuhause gefunden. Die vielen Mitmachstationen machen das Museum zu einem beliebten Ausflugsziel für die ganze Familie! Allerdings sind die Stars der Ausstellung immer noch die Museumskarpfen, die ihr in einem großen Aquarium in stiller Aktion erleben könnt.

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Ein Blick ins Aischgründer Karpfenmuseum, Foto: Aischgründer Karpfenmuseum

Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Habt ihr schon einmal einen Huttornado gesehen? Wenn nicht: Ab nach Lindenberg ins Deutsche Hutmuseum! Hier, in einer ehemaligen Hutfabrik, erfahrt ihr alles über die Geschichte der Kopfbedeckungen. Seit dem 16. Jahrhundert werden in Lindenberg Strohhüte gefertigt. Im 19. Jahrhundert kam der kleine Ort auf ganze 34 Huthersteller und -Fabriken. 1900 trug nahezu die ganze Welt Hüte aus Lindenberg. Vor allem der Matelot, Kulthut der 1920er Jahre, hat den Ort zu Deutschlands Herrenstrohhutzentrum gemacht. Die neuesten Kreationen machten Lindenberg als Klein-Paris der Hutmode berühmt. Doch so wie Hüte außer Mode kamen, mussten auch viele Hutfabriken schließen. Heute gibt es nur noch eine aktive Hutfabrik in Lindenberg, die den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat. Doch das Hutmuseum ist nicht nur etwas für den Kopf. An den zahlreichen Mitmachstationen bekommen auch die Hände etwas zu tun, wenn es darum geht, das faszinierende Handwerk der Hutmacher selbst auszuprobieren. Flechtet selbst ein Hutband oder findet heraus, welcher Hut euch am besten steht – vielleicht ein Trilby, oder doch ein Fedora?

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Huttornado im Hutmuseum Lindenberg, Foto: Hutmuseum Lindenberg

Deutsches Knopfmuseum Bärnau

Weiter geht es mit einem weiteren Museum rund um die Mode, doch diesmal geht es um subtilere Stücke als um Kopfbedeckungen: Nämlich Knöpfe! Seit dem Mittelalter halten sie unsere Kleidung zusammen, sind mal unscheinbar und praktisch, mal spielen sie eine Hauptrolle in der Gestaltung eines Kleidungsstücks. Für Städte wie Bärnau waren Knöpfe allerdings nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern die Lebensgrundlage der gesamten Region. Insbesondere edle Perlmuttknöpfe wurden hier gefertigt – doch neben dem größten und dem kleinsten Perlmutterknopf der Welt warten im Deutschen Knopfmuseum Knöpfe aus vier Jahrhunderten auf euch!

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Museumsknöpfe sieht man nicht alle Tage, Foto: Deutsches Knopfmuseum Bärnau

Luftmuseum Amberg

Luft ist auf unserem Heimatplaneten allgegenwärtig. Ohne sie könnten wir nicht einmal existieren. Doch gleichzeitig vergessen wir häufig, dass sie da ist. Aber Luft kann man nicht nur atmen, sie ist nicht unsichtbar oder gar unbegreiflich, tatsächlich kann man sie hören, sehen, begreifen und sogar riechen! Das beweist die Sammlung des Luftmuseums Amberg, wo nicht nur die Besucher in Staunen versetzt werden, sondern auch die Luft eine Menge Spaß mit den Exponaten aus Kunst, Design und Technik haben dürfte. So saust sie beispielsweise durch ein komplexes Schlauchsystem in der Einkaufstütenorgel, oder lässt maschinengefaltete Papierflieger durch die Luft gleiten. Wie genau eine Herzknutschfleckvakuumpumpe, ein weiteres Ausstellungsstück, funktionieren könnte, überlassen wir vorerst eurer Fantasie.

Daneben bietet das Luftmuseum mit seinen Sonderausstellungen Künstlern eine Plattform, für die das Element der Luft eine große Rolle spielt: So sind beispielsweise in „Hirameki Wolkenkino“ ab 28.4.2018 Rudi Hurzlmeiers humorvolle Wolkenbilder zu sehen. Merkt euch außerdem schon jetzt den 3. Juni 2018 vor und kommt zur großen 12. Geburtstagsfeier des Museums!

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Papierfliegerfaltautomat, Foto: Marcus Rebmann, Amberg

Museum Wolfram von Eschenbach in Wolframs-Eschenbach

In die Kosmos der Literatur entführt euch das Museum Wolfram von Eschenbach, das sich ganz „Parzival“, dem bekanntesten Werk des Dichters, verschrieben hat. Doch wie kann man Literatur eigentlich ausstellen? Euch erwartet eine fantastische Reise durch die Fantasiewelten des Wolfram von Eschenbach und seinem Helden Parzival, der zum Ritter von König Arthurs Tafelrunde gemacht wird und sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral begibt. Doch nicht nur das epische Werk des Dichters, sondern auch seine Lieder, seine Biografie und die höfische Welt um 1200, in der sich sein Held bewegt, werden in der Ausstellung lebendig.

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Ein Blick in die Ausstellung des Museums, Foto: Museum Wolfram von Eschenbach

Valentin-Karlstadt-Musäum in München

„War jetz‘ des gestern oder im 3. Stock?“, mag schon mancher vor dem Isartor geäußert haben. So verrückt wie Karl Valentin und Liesl Karlstadt ist auch das Münchner Valentin-Karlstadt-Musäum. Denn hier könnt ihr nicht nur Einblicke in Leben und Werk der beiden Künstler gewinnen, sondern allerlei kuriose Objekte im Geist des Valentinschen Panoptikums entdecken. Nur hier gibt es Objekte zu sehen, die anderswo als Stoffe für Mythen und Legenden herhalten. Highlights der Sammlung sind der „Winterzahnstocher“ oder auch die „geschmolzene Schneeplastik“. Sogar ein Glas mit seltenem „Beamtenschweiß“ wird hier ausgestellt!

Hier noch ein Tipp für alle Schnäppchenjäger: 99-Jährige in Begleitung ihrer Eltern haben freien Eintritt – ebenso wie Kinder unter 6 Jahren!

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Ein Blick in die Dauerausstellung des Museums, Foto: Valentin-Karlstadt-Musäum

Vulkanerlebnis Parkstein

Einmal pro Stunde ist es so weit: Die drei Stockwerke des Museums füllen sich mit Neben und grellem Licht, rotglühende Magma steigt nach oben… Doch keine Sorge, diesen Vulkanausbruch könnt ihr gefahrlos aus nächster Nähe beobachten. Eindrucksvoll nachgesellt wird hier Entstehung des Vulkanschlots Parkstein, dem südlichsten Vulkan Bayerns. Tatsächlich ist der schon lange erloschen, genau gesagt seit dem Tertiär. Doch bis heute erhebt sich der 38 Meter hohe Basaltkegel über den Ort Parkstein, wo bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Burg die freie Sicht über das Gebiet ausnutzte. Teil der Dauerausstellung ist daher nicht nur die Entstehung des Vulkanes, sondern auch das Leben am Fuße des Vulkankegels.

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Vulkanausbruch im Museum Vulkanerlebnis Parkstein © Markt Parkstein, Foto: Matthias Hecht

 

Abb. ganz oben: Vulkanausbruch im Museum Vulkanerlebnis Parkstein © Markt Parkstein, Foto: Matthias Hecht, Grafik: Anna Blenninger

 

Anna Blenninger

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