Home Museum digital#perlenfischen Das Entdecken (wieder)entdecken: ein Gespür für die Vergangenheit bekommen #perlenfischen

Das Entdecken (wieder)entdecken: ein Gespür für die Vergangenheit bekommen #perlenfischen

by Sabine Wieshuber

Auch im Freilichtmuseum Glentleiten gibt es so manchen Schatz zu heben – was lag also näher, als zum #perlenfischen die Gelegenheit zu ergreifen, eine kinder- und familienfreundliche Museumsperle zu präsentieren? Hier gibt es spannende Rätsel und sogar einen Tresor, der von kleinen Entdeckern geknackt werden muss. Ob dort wohl weitere Perlen warten?

Gastbeitrag von Annika Roettinger, Freilichtmuseum Glentleiten

Der Geruch von Holz, Stall und Schinken ist das Erste, was im „Mirzn“ auffällt, dem Kleinanwesen aus Grünwald des Freilichtmuseums Glentleiten. Es ist das „Haus zum Entdecken“ , das besonders (aber nicht nur) für Kinder interessant ist. Das 1791 erbaute Gebäude, in dem inzwischen das häusliche Leben vor 100 Jahren gezeigt wird, ist ein Haus zum Anfassen. Hier muss man keine Berührungsängste mit der Geschichte haben, man darf ausprobieren, riechen, anfassen, erfahren – und das im Museum!

Das Entdecken (wieder)entdecken: ein Gespür für die Vergangenheit bekommen #perlenfischen

Museum zum Anfassen!, Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Nixdorf

Die Kinder werden zu einer Spurensuche eingeladen, auf der sie an acht Entdeckerstationen Rätsel im ganzen Haus lösen können. Wie lebte man früher? Gab es ein Kinderzimmer? Wo war die Toilette? Die detektivische Arbeit wird von der Museumsmaus Lieserl begleitet, die immer wieder Tipps gibt. Wer alle Fragen richtig beantworten konnte, darf in der Stube sein Glück im Tresorknacken versuchen: Die Lösungsfarben ergeben den Code zum Öffnen des Safes.

Das Entdecken (wieder)entdecken: ein Gespür für die Vergangenheit bekommen #perlenfischen

Ein spannendes Rätsel lädt zum Entdecken ein! Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Tunger

Das Entdecken auf eigene Faust ist einer der vielen Reize des Hauses. Die Decken sind niedrig, die Räume dunkel, für manche der Rätsel benötigen die Kinder eine bereitliegende Taschenlampe. So wird das Leben vor 100 Jahren begreifbar und erlebbar, die Kinder sind auf Augenhöhe mit den Exponaten und bekommen ein Gespür für die Vergangenheit. In das kuschelig wirkende Bett des Großvaters möchte man sich am liebsten gleich hineinlegen. Die Rätselfrage dazu fordert zum Hineinfassen auf, um herauszufinden, womit die Matratzen früher gefüllt waren. Autsch! Stacheliges Stroh piekst die Hand und man möchte doch lieber im eigenen Bett schlafen, das auf einmal viel gemütlicher geworden ist.

Das Entdecken (wieder)entdecken: ein Gespür für die Vergangenheit bekommen #perlenfischen

Pieksiges Stroh statt einer kuscheligen Matratze wartet in den historischen Betten, Foto: Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten

Hier wird die Vergangenheit nicht verherrlicht und auch in Zusammenhang mit der eigenen Lebenswelt gebracht: Der saftige Schinkengeruch in der Stube erinnert bestimmt so manchen an die eigene Großmutter, und man setzt sich gern an den Tisch und verweilt ein bisschen. Wenn ich jetzt die Augen schließe und tief einatme, lande ich für kurze Zeit in meiner Kindheit. So ging es jedenfalls mir als neue Volontärin des Freilichtmuseums, bei meinem ersten Besuch im „Mirzn“. Geschichte und Gegenwart verschmelzen hier auf besondere Weise. So wird der Stall des Hauses derzeit zur Hälfte von Braunen Bergschafen bewohnt, einer alten Nutztierrasse, die einst im Alpenraum weit verbreitet war, und draußen im Garten wachsen nach historischem Vorbild alte Obst- und Gemüsesorten.

Das Freilichtmuseum, das 2016 seinen 40. Geburtstag feierte, bietet jeden Samstag von 13.00 bis 16.00 Uhr ein Familienprogramm zum Leben und Wohnen vor 100 Jahren an. Es wird gezeigt, wie früher gekocht, geputzt oder Wäsche gewaschen wurde. Das Mitmachen ist bei „Samstag im Mirzn“ ausdrücklich gewünscht. Dabei ist das „Haus zum Entdecken“ nicht ausschließlich für Kinder interessant, auch Erwachsene kommen mit ihrem Wissensdurst voll auf ihre Kosten. Sicher wissen gerade ältere Besucher hier viel zu erzählen, wie das Leben früher war – so bringt das „Mirzn“ die Generationen miteinander ins Gespräch. Und welchen Erwachsenen reizt es nicht ebenfalls, die Exponate anzufassen?

Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern
An der Glentleiten 4
82439 Großweil
Tel. 08851/1850

Abb. ganz oben: Das „Mirzn“, ein Haus zum Entdecken im Freilichtmuseum Glentleiten, Foto: Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten

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