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Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

by Infopoint

Der erste Beitrag unserer kleinen Serie Der Bayern schönste Kleider stellte Ausstellungen aus dem Jahr 2016 rund um die Mode vor. Es gibt aber auch Museen, die sich ganz dem letzten Schrei verschrieben haben und die wir euch keinesfalls vorenthalten möchten! Hüte, Schuhe und Textilien findet man im ganzen Freistaat verstreut und darf sich an den hübschen Kreationen, alten Exponaten oder feiner Spitze erfreuen und tief ins Textiluniversum eintauchen.

6 bayerische Museen rund um das Thema Mode

tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg

Das tim in Augsburg entführt seine Besucher in die Welt der Stoffe und ihrer Produktion. Gerade für Kinder sind die Einblicke in die Arbeit der Maschinen interessant – denn warme Socken stricken ist auch im ganz großen Stil möglich. Ein Audioguide – extra für Kinder – oder ehemalige Mitarbeiter der Textilindustrie erklären alles Wissenswerte über das Industriezeitalter, verschiedene Moden und modernste High-Tech-Stoffe. 200 Jahre Geschichte präsentiert sich im tim und lädt Jung wie Alt zum Mitmachen ein. Angst vor Langeweile braucht man in Augsburg ganz bestimmt nicht zu haben. Aus 1,3 Millionen Stoffmustern kann gewählt werden, um eigenen Kreationen auszuprobieren. Das noch junge Museum bietet auf 2.500 m² eine umfangreiche museale Sammlung in den historischen Hallen der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Blick ins Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg, Foto: tim/ Eckhart Matthäus | www.em-foto.de

Deutsches Schustermuseum Burgkunstadt

Im Deutschen Schustermuseum in Burgkunstadt, der „Schuhstadt am Obermain“ kann die Geschichte des Schusterwesen seit 1888 erlebt werden. Durch Maschinen und ausgestellte Schuhe wird der Besucher in die erfolgreichen Zeiten der Schuhproduktion zurückversetzt. Zu Hochzeiten in den 1960er Jahren wurden täglich zwischen 12.000 und 14.000 Paar Schuhe in Burgkunstadt hergestellt. Für Modeliebhaber ist besonders die Modellabteilung interessant, wo die ersten Entwürfe für spätere Schuhe erstellt wurden.
Ob Stiefel, grobe Schnürschuhe, Wanderstiefel, Brautschuhe, Budapester, Oxfords, Penny Loafers, Brogues, Wing Tips oder Pumps in Glattleder, Lackleder oder der wilden Variante – im Deutschen Schustermuseum sind unterschiedlichste Ausführungen an einem Ort versammelt. Maschinenhalle und Schusterstube runden das Angebot in Burgkunstadt ab und laden den Besucher ein, sich auch mit dem Produktionsprozess der schicken Treter auseinander zu setzen.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Foto: Schustermuseum Burgkunstadt

Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Erst 2014 wurde das Museum in der ehemaligen Hutfabrik Ottmar Reich eröffnet  – als deutschlandweit Einziges seiner Art ist es eine echte Perle der bayerischen Museumslandschaft. Zu dieser Einschätzung kam auch die Jury des Bayerischen Museumspreises, die das neu eröffnete Hutmuseum im Juli 2015 für seine wegweisende Sammlungspräsentation ehrte. Wir sagen: Hut ab!
Rund 300 Jahre Lindenberger Hutgeschichte erwachen hier zum Leben, denn Fedora, Trilby, Florentiner & Co. sind mehr als nur alte Hüte. 1900 trug nahezu die ganze Welt Hüte aus Lindenberg. Vor allem der Matelot, Kulthut der 1920er Jahre, hat den Ort zu Deutschlands Herrenstrohhutzentrum gemacht. Die neuesten Kreationen machten Lindenberg als Klein-Paris der Hutmode berühmt. Auch die Museumsbesucher dürfen hier nach Herzenslust verschiedene Kopfbedeckungen anprobieren und herausfinden, welcher Hut ihnen passt. Doch das Hutmuseum ist nicht nur etwas für den Kopf. An den zahlreichen Mitmachstationen bekommen auch die Hände etwas zu tun, wenn es darum geht, das faszinierende Handwerk der Hutmacher selbst auszuprobieren.

Im letzten Jahr war das Hutmuseum zu Gast im Infopoint und wir konnten bei dieser Gelegenheit der Leiterin Angelika Schreiber im Interview einige interessante Antworten rund um das Thema Hut entlocken.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Huttornado im Hutmuseum Lindenberg, Foto: Hutmuseum Lindenberg

Trachtenmuseum im Pfalzmuseum Forchheim

Das Trachtenmuseum in Forchheim wird von einem ganz besonderen Gebäude beherbergt: der Kaiserpfalz aus dem 14. Jahrhundert, die allein schon einen Besuch wert ist! Neben den kostbaren spätgotischen Wandmalereien finden sich in der Kaiserpfalz aber noch weitere Highlights der deutschen Geschichte. „Kleidergeschichten“ werden im Trachtenmuseum erzählt – von Kronen, Jacken, Tüchern und feinen Seidenschürzen, von prächtigen Stoffen für den Kirchgang und der Werktagstracht. Die ältesten erhaltenen Kleidungsstücke datieren auf die Mitte des 19. Jahrhunderts und gehen vermutlich auf barocke Vorbilder zurück. Bei Mitmach- und Hörstationen können die Besucher sich selbst in Trachtenträger verwandeln oder akustische Einblicke in fränkische Mundart durch Gedichte und Lieder gewinnen. Auch der Einfluss verschiedener Moden auf die Tracht findet im Trachtenmuseum in Forchheim Beachtung und zeigt die Weiterentwicklung der verschiedenen Kleidungsstücke.

Mehr zum Thema Tracht finden Sie in der Zeitschrift „Museum heute„, die von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern herausgegeben wird. Sebastian Steininger stellt in seinem Artikel „Tracht im Trend“ (Museum heute, S. 83 -85, 47. Ausgabe, Juni 2015) aktuelle Forschung rund um die Textilien vor.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Sonntagstracht aus dem Trubachtal, Foto: Trachtenmuseum Forchheim

Klöppelmuseum Abenberg

In frischem Gewand präsentiert sich die modern gestaltete Ausstellung des Klöppelmuseums auf der Burg Abenberg. Mit vielen wertvollen Exponaten – von handgeklöppelten Abendkleidern, liturgischen Gewändern und Taschentüchern bis hin zu prächtigen Fächern – kann ein tiefer Einblick in die Welt der Spitze, ihre Moden und ihre Produktion gewährt werden. Feinste Spitze aus Stoff wird von Arbeiten aus Metall in Gold und Silber ergänzt. Die Metallspitze gilt als Markenzeichen der Abenberger, konnte sie bereits seit 1830 mit echten Silber- und Goldfäden erzeugt werden. Deren Herstellung wird regelmäßig im Museum von erfahrenen Klöpplerinnen vorgeführt und erläutert. Auch dürfen die Besucher selbst Hand anlegen und ihre Kreativität an der Klöppel-Probierstation auf die Probe stellen. Musterbücher, Klöppelbriefe und Werkzeuge werden durch moderne Klöppelmaschinen ergänzt und decken so ein breites Spektrum der Spitzengeschichte ab.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Foto: Klöppelmuseum Abenberg

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Neben zahlreichen anderen Exponaten beherbergt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg auch rund 300 Kleidungsstücke aus den Jahren 1700 bis 1970. Hier können die Besucher den Wandel des Zeitgeschmacks und der damit einhergehenden Moden mit eigenen Augen nachvollziehen und so einen Rundgang durch drei bewegte Jahrhunderte unternehmen. Kleidungsstücke begleiten uns durch alle Lebenslagen hindurch – ob Hochzeits- oder Trauerkleid, ob festliche Abendrobe oder Notkleidung aus Kriegsjahren. 20 großräumige Vitrinen präsentieren unter anderem Unterwäsche, Bademoden, Kinderkleidung, das Thema „Tracht“, Kopfbedeckungen, Schuhe sowie Zeugnisse der politischen Instrumentalisierung von Kleidung. Sie geben Einblick in Zuschnitte und Trageweisen, Materialien, Herstellung und in die gesellschaftliche Zeichensprache der Kleidung. Aber auch künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema spielen eine Rolle.

Der Bayern schönste Kleider: 6 Museen rund um das Thema Mode

Stephan Hann, Großer Auftritt, 1985, Foto: Germanisches Nationalmuseum

Abb. ganz oben: Blick ins Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg, Foto: tim/ Eckhart Matthäus | www.em-foto.de

Jana Walter & Anna Blenninger

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