Home Ausflugsperlen Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München – Teil 1

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München – Teil 1

by Sabine Wieshuber

Peng! Hier kommt Kunst, die mitten ins Herz und ins Auge geht: Glamour-Cowboygirls und phantasievolle Schmuckkreationen, Paradiesvögel-Outfits und „Radio-Aktivität“, neckische Maskenspiele und monumentale Comics. Das Jahr ist noch jung, aber dafür sehr vielversprechend! Also höchste Zeit, euch einen ersten Ausblick zu geben. Worauf dürft ihr euch freuen? Welche Ausstellungen stehen 2020 in München an? Hier erfahrt ihr – schön chronologisch sortiert – was ihr auf keinen Fall verpassen solltet! Und warum es sich immer lohnt, die Münchner Museen zu besuchen.
Damit die Liste nicht all zu lang wird, stellen wir euch heute unsere Auswahl bis Mai 2020 vor. Weitere Highlights für die zweite Hälfte des Jahres, liefern wir euch dann im Frühjahr…

Alles im Blick: die Ausstellungen in München 2020

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Max Klinger, Mord, 1915, Opus XIV, Zelt, Blatt 39, Radierung. Foto: Staatliche Graphische Sammlung München

Max Klinger. Zelt und andere Zyklen
13. Februar – 10. Mai 2020
Staatliche Graphische Sammlung | Pinakothek der Moderne

Max Klinger (1857–1920) war nicht nur ein Allround-Künstler, denn er zeichnete, malte und schuf bekannte Skulpturen wie einen Beethoven-Torso. Er zählt zu den bedeutendsten Graphikern seiner Zeit. Gerade mit seiner „Griffelkunst“, wie er selbst die Druckgraphik nannte, ist er ein Wegbereiter der Moderne – und wurde für seine Neuerungen sogar mit Albrecht Dürer verglichen. Seine Radierungszyklen prägten in ihrer radikal neuen Erzählweise und dynamischen Bildkomposition Generationen von jüngeren Künstlern und faszinieren bis heute.
Im Vorfeld von Max Klingers 100. Todestag  am 4. Juli 2020 zeigt die Staatliche Graphische Sammlung München seinen bekanntesten Zyklus „Ein Handschuh“ (1881, Op. VI), der auf persönlichen Erlebnissen des Künstlers basiert. Außerdem erstmals auch seinen selten ausgestellten, größten und letzten Zyklus „Zelt“ (Opus XIV, 1915–17) – eine sinnlich-orientalische Bild-Abfolge, die fast an einen monumentalen Comic erinnert.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Max Radler. Der Radiohörer, 1930, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Max Radler bzw. Rechtsnachfolge

Radio-Aktivität
18. Februar – 23. August 2020
Lenbachhaus

Wer spricht und zu wem wird gesprochen? Wie können die Hörer aktiv das Programm mitgestalten? Und wie geht internationale Kommunikation? Von Bertolt Brechts Radiotheorie ausgehend, die ab dem Ende der 1960er Jahre heftig diskutiert wurde, traten weitere künstlerisch-politische Kollektive an, um eigene Organe und Kommunikationswege zu schaffen. Brecht war nach den ersten zehn Jahren öffentlicher Radiosendungen desillusioniert und schlug vor, den Rundfunk umzufunktionieren – von einem Distributions-  zu einem Kommunikationsapparat. Seine Überlegungen zu einem „Aufstand der Hörer“ formulierte Brecht genau zu der Zeit, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend als Propagandainstrument instrumentalisiert wurde.
Der Grundgedanke seiner Kritik bleibt aktuell: die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Projekten der 1920-30er und 1960-70er Jahre. In dieser Zeit gründeten sich verschiedene Gruppen, die Sprache nicht als gegeben hinnehmen wollten, sondern sie neu denken, um Formen antinationaler und internationaler Kommunikation zu schaffen.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Yang Liu, Entwurf einer Neonschrift für die Eingangssituation der Danner-Rotunde

Schmuck in der Pinakothek der Moderne – Die Danner Rotunde. Neu kuratiert.
3. März 31. Oktober 2020
Die Neue Sammlung – The Design Museum | Pinakothek der Moderne

Zum dritten Mal wird die Danner-Rotunde neu gestaltet. Mikiko Minewaki, Dozentin am Hiko Mizuno College in Tokio und Professor Hans Stofer, der erst jüngst als Leiter der Schmuckklasse vom Royal College in London an die Burg Giebichenstein in Halle berufen wurde, sind der Einladung gefolgt. Die zwei international renommierten SchmuckkünstlerInnen stehen für eine neue Generation und werden Neuerwerbungen und Highlights aus der Sammlung in einen spannenden Dialog zwischen Asien und Europa bringen. Außerdem bekommt die Rotunde zur Wiedereröffnung im März auch eine neue Neon-Lichtinstallation der in Berlin lebenden Künstlerin Yang Liu.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Münchner Trambahnritzenreinigerinnen © BSB, Fotoarchiv Hoffmann

MÜNCHEN. SCHAU her! Fotoausstellung
6. März – 21. Juni 2020
Bayerische Staatsbibliothek

Wie sah München Mitte des 19. Jahrhunderts aus? Welche Autos waren in den 70ern angesagt? Wie ging’s auf der Leopoldstraße früher zu? Und was war am Stachus los? Zum ersten Mal werden von den 17 Millionen Bildern, die die umfangreichen Fotoarchive der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahren, 250 ausgewählte Fotografien gezeigt – im Mittelpunkt steht natürlich München! Die bayerische Hauptstadt war neben Paris und London das wichtigste Zentrum für die Entwicklung und Verbreitung der Fotografie im 19. Jahrhundert – woran die Wissenschaftler und Künstler der Stadt maßgeblich beteiligt waren.

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 Helen Clara Hemsley 1969 – SKFK-2013-017 – Ring, ”Found on the Floor” © The Danish Arts Foundation

Works and Days // Werke und Tage
10. März 14. Juni 2020
Staatliche Antikensammlungen München

Kostenlos Schmuck ausleihen? Das geht tatsächlich in Dänemark! Für Bälle, Staatsbankette und andere offizielle Anlässe können sich dänische Bürger und Bürgerinnen bei der Danish Arts Foundation mit kostbaren Leihgaben schmücken.
Am Königsplatz trifft zeitgenössischer Schmuck vom „hyggeligen“ Königreich auf ausgewählte Objekte der Staatlichen Antikensammlungen. Außergewöhnliche Kreationen glänzen mit antikem Goldschmuck, luxuriösen Gefäßen aus Silber und Bronze sowie gemalte Szenen auf hochwertigen antiken Tongefäßen um die Wette.
Die Ausstellung im Rahmen des deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahres 2020, in Kooperation mit The Danish Arts Foundation in Kopenhagen, zeigt 105 zeitgenössische Schmuckobjekte von rund 50 dänischen Designerinnen und Designern.


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Gabriella Rosenthal: Bayerische Kinder auf Skiern, um 1935. © Privat

Von der Isar nach Jerusalem
Gabriella Rosenthal (1913-1975) — Zeichnungen

18. März 2. August 2020
Jüdisches Museum München

Mit leichter Feder hielt sie den Alltag fest – auf der Skipiste in Bayern oder später in Jerusalem. Gabriella Rosenthal wuchs in München auf. Ihr künstlerisches Talent entwickelte sie bereits als Kind, während sie im Antiquariat ihres Großvaters Jacques Rosenthal mithalf und so ihr Kunstverständnis vertiefte. 1935 migrierte sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann, dem Schriftsteller und Religionspublizisten Schalom Ben-Chorin, nach Jerusalem und begann dort, ihren gänzlich neuen Alltag künstlerisch festzuhalten. Ihre späteren Werke sind eine Liebeserklärung an die Heilige Stadt: die Zeichnungen werfen einen alltagsnahen, heiteren und liebevollen Blick auf das spannungsreiche und vielfältige Leben zwischen Ost- und West-Jerusalem.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Die Fäden des Lebens: die indische Künstlerin Sheela Gowda bei der Arbeit, 2007 © Sheela Gowda

Sheela Gowda
31. März – 26. Juli 2020
Lenbachhaus – Kunstbau

Kuhdung, Kumkum-Pulver, Weihrauch, Kokosfasern, aber auch Haare, Nadeln oder Fäden – diese ungewöhnlichen Materialien, die sie in der Stadt oder auf dem Land findet, verwebt und verknüpft die indische Künstlerin in ihren Bildern.
Sheela Gowda (*1957 in Bhadravati, Indien) lebt und arbeitet in Bangalore. Sie studierte Malerei in Bangalore und London. Bevor Sheela Gowda sich in den 1990er Jahren Skulptur und Installationen in minimalistischer Formensprache zuwandte, arbeitete sie mit Ölmalerei, in der ihre späteren Themen bereits angelegt waren. Das Alltagsleben der indischen Mittelschicht, Konflikte von Frauen im Arbeits- wie privaten Leben sowie über die Medien vermittelte Bilder politischer und sozialer Spannungen wurden schon früh Gegenstand ihrer gesellschaftskritischen Beschäftigung.
Die Ausstellung findet anlässlich der Verleihung des Maria-Lassnig-Preises 2019 an Sheela Gowda statt. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Maria-Lassnig-Stiftung vergeben, um die Leistungen von Künstlerinnen und Künstlern in der Mitte ihrer Karriere zu würdigen.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Ein Paradiesfalter auf dem Laufsteg: ein Outfit von Thierry Mugler aus der Kollektion „Les Insectes“, Haute Couture Frühjahr Sommer 1997. Foto © Patrice Stable

Thierry Mugler. Couturissime
3. April – 30. August 2020
Kunsthalle München

Er schaffte es immer wieder, die Pop-Kultur zu prägen und die Welt der Mode zu revolutionieren: die spektakuläre Mode-Extravaganza in der Kunsthalle München präsentiert zum ersten Mal das Werk des Designers, Regisseurs, Fotografen und Parfümeurs Thierry Mugler. Mehr als 140 Kreationen aus Haute Couture und Prêt-à-porter, unpubliziertes Archivmaterial sowie Werke von weltberühmten Fotografen beleuchten drei Jahrzehnte im Schaffen des Franzosen. Er wählte außergewöhnliche Materialien wie Metall, Kunstpelz, Vinyl oder Latex für die Umsetzung seiner futuristischen, glamourösen Schnitte und schuf epochemachende Kreationen, die eine ebenso sinnliche wie starke Weiblichkeit ausstrahlen.

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Fast sieben Stunden lang: das Bild zeigt eine Inszenierung Peter Steins an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Peer Gynt-Teil 1, 1971, Regie: Peter Stein, © DTM, Abisag Tüllmann

REGIETHEATER. Eine deutsch-österreichische Geschichte
8. Mai 17. Oktober 2020
Deutsches Theatermuseum

Regietheater – ein Reizwort der deutschen Theatergeschichte. Es polarisiert seit über 100 Jahren die Menschen auf und hinter der Bühne und im Zuschauerraum wie in der Kritik. Der 1968er Generation, auf deutschen Bühnen vertreten durch Peter Zadek, Claus Peymann und Peter Stein, wird das Monopol des Regietheaters landläufig zugeschrieben, als sei es ihre Erfindung. Doch eine der heftigsten Diskussionen um dieses Thema entfachte sich bereits 1919 bei der Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell in der Inszenierung von Leopold Jessner…

Was steht 2020 an? Unsere Ausstellungs-Highlights in München - Teil 1
Franz Roh, Maskenspiel, 1928-1933, Silbergelatineabzug, © Münchner Stadtmuseum

Welt im Umbruch. Malerei und Fotografie der 20er Jahre – Von Otto Dix bis August Sander
29. Mai – 13. September 2020
Münchner Stadtmuseum

Hoffnung und Elend, Licht und Schatten – die 1920er Jahre waren eine Zeit der Extreme und voller Gegensätze. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie beleuchtet die Ausstellung eine Zeit, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebt eine sachliche und realistische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog erstmals in Porträts mit besonderem Fokus auf Akt und Selbstbildnisse, Stadtansichten, Stillleben, Darstellungen von Industrie und Technik sowie politischen Collagen nach. Neben den circa 220 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit, sowie ausgewählte Filme der künstlerischen Avantgarde zu sehen sein.

Und diese sehenswerten Ausstellungen laufen auch noch:

Bayerisches Nationalmuseum: Treue Freunde. Hunde und Menschen, bis 19. April 2020

Museum Fünf Kontinente: Collecting Japan, bis 26. April 2020

Stadtmuseum München: Ready to go! Schuhe bewegen, bis 21. Juni 2020

Monacensia: Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – politische Rednerin, bis 30. Juni 2020

NS Dokumentationszentrum: Tell me about yesterday tomorrow, bis 30. August 2020

Deutsches Museum: Kosmos Kaffee, bis 6. September 2020

Freunde und Liebhaber dürfen sich außerdem auf den Herbst freuen: „unsere“ Glyptothek wird Ende 2020 wiedereröffnet!

Und noch ein freudiger Anlass: Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst wird 50 und feiert im Juli mit einem bunten Programm!

Alle Ausstellungen in München 2020 ab Juni präsentieren wir euch dann rechtzeitig hier in den Museumsperlen!

Abb ganz oben: Ellen von Unwerth, Eva Herzigová, Vogue (Italien), 1992, Digitalprint
Outfit: Thierry Mugler, Kollektion Les Cowboys, Prêt-à-Porter Frühjahr/Sommer 1992
Foto © Ellen von Unwerth

Aislinn Merz

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