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Pack die Badehose ein! Museen & Schlösser am See

by Sabine Wieshuber

Mei ist des schee… die oberbayerischen Seen sind zu blau und zu idyllisch, um wahr zu sein! Ausflügler, Sonnenanbeter, Familien, Wassersportler und Wochenendpiraten genießen die Postkartenlandschaften vor der herrlichen Bergkulisse. Wie wäre es mit einem Sprung ins klare Wasser? Oder einer Dampferfahrt mit der Flotte der bayerischen Seenschifffahrt? Wenn ihr Lust auf „mehr“ habt, könnt ihr auch wunderbar einen Bade-Ausflug mit ein wenig Kultur verbinden: ihr könnt Kunst mit Seeblick genießen und was über Land und Leute lernen. Leinen los zu den Museen am See!

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Der langgezogene Steg des Buchheim Museums ragt wie ein Riesensprungbrett in den See © bayern.by – Florian Trykowski

Starnberger See

Ahoi! Die erste Anlegestation unserer Seentour ist das Buchheim Museum am Starnberger See. Schon von weitem sieht man den modernen Bau mit seinem langen Steg ( Architekt Günther Behnisch). Das Museum der Phantasie steht inmitten eines grünen Landschaftsgartens mit vielen Open-Air-Kunstwerken direkt am Ufer.
Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) war eine der bedeutendsten Sammlerpersönlichkeiten in Deutschland und Autor des Romans „Das Boot“. Neben Buchheims weltberühmter Expressionistensammlung mit Werken aller namhaften Künstler (von den „Brücke“-Malern Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller über Max Beckmann, Lovis Corinth bis hin zu Otto Dix oder George Grosz) bietet es beeindruckende Ausblicke in die Voralpenlandschaft und eine kuriose Zusammenstellung von Fundstücken und Kunstwerken aus aller Welt. Lust auf einen Vorgeschmack: hier geht’s zur Online-Sammlung!

Auf jeden Fall sollte noch genug Zeit sein, um auf der Terrasse vom Museumscafé Buffi bei Caesars Salad, Eiscafé und Kuchen auszuspannen und im Seebad Bernried ins Wasser zu hüpfen…

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Der Kopf in Blau von Alexej Jawlensky schaut den Betrachter eindringlich an. Foto: © Buchheim Museum

Das Westufer ein paar Kilometer aufwärts liegt das ehemalige Fischerdorf Tutzing. Schon 1873 übersommerten hier bekannte Persönlichkeiten – ein berühmter Gast war Johannes Brahms. Neben dem landschaftlichen Höhepunkt „Ilkahöhe“, bietet auch das Ortsmuseum einen herrlichen Blick auf den See. Um das alte Schulgebäude zu erhalten, wurde das Haus renoviert und 2010 als Museum eröffnet. In drei Räumen erfahrt ihr alles über 3000 Jahre Ortsgeschichte. Außerdem werden traditionelle Berufe der Tutzinger Einwohner vorgestellt und auch wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.

Unser Weg führt weiter hinauf bis nach Feldafing. Hier fühlen wir uns wie Sisi und gönnen uns eine duftende Auszeit auf der Roseninsel. Die zwei Rosenblüten beginnen Mitte Juni und Mitte August für jeweils ca. vier Wochen. Allein der Weg zur Insel ist ein Erlebnis! Eine kleine Fähre, die vom Park Feldafing (Platanenrondell) ablegt, bringt die Besucher bei gutem Wetter zur Inselvilla, dem „Casino“. Der von Peter Joseph Lenné 1853 gestaltete Rosengarten war einer der Lieblingsorte von Ludwig II, der dort ausgewählte Gäste wie Zarin Maria Alexandrowna, Richard Wagner und Kaiserin Elisabeth von Österreich empfing.

Eine archäologische Überraschung an der Roseninsel befindet sich unter Wasser! Prähistorische Pfahlbauten aus der Bronzezeit wurden gefunden und beweisen eine Besiedelung der Insel vor über 6000 Jahren. Das bedeutendste Fundstück ist ein knapp 13,50 m langer Einbaum aus dem Jahr 900 v. Chr. Er gilt als der größte vorgeschichtliche Einbaum Mitteleuropas und als das älteste bekannte Wasserfahrzeug Bayerns. Die Überreste prähistorischer Pfahlbauten gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Unter dem Titel „Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen“ wurden im Juni 2011 mehr als 100 ausgewählte Fundstellen in mehreren Ländern ins Welterbe aufgenommen.

Wer mehr über die Roseninsel erfahren will: hier geht es zu unserem Blogartikel zu diesem Highlight!

Abschluss unserer Tour um den Starnberger See ist das wohl beliebteste Ausflugsziel der Münchner: Starnberg! Nur 25 km von der bayerischen Hauptstadt entfernt, ist der Ort als Badeort für die Schickeria bekannt. Schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts verbrachten die Münchner hier gern ihre Sommerfrische und auch schon die bayerischen Herzöge im 16. Jahrhundert nutzten die herrliche Landschaft um glanzvolle Seefeste zu veranstalten. Besonders schön ist dies im Museum Starnberger See aufgezeigt.

Neben der Geschichte zum Tourismus am See gibt es zum Beispiel das einzige vollständig erhaltene Boot der königlich-bayrischen Prunkschiffe der Wittelsbacher zu sehen. Es wurde 1837 gezimmert und wird wegen seiner fabelhaften Bugfigur „Delphin“ genannt.

Das denkmalgeschützte „Lochmannhaus“ bietet einen baulichen Kontrast zum Neubau des Museums. Das um 1520 errichtete Bauernhaus ist nicht nur der älteste Holzblockbau der Region, sondern birgt zudem den Sommersitz einer Münchner Patrizierfamilie aus dem 16. Jahrhundert. Hier kann sogar geheiratet werden!

Tipp: Wer zur Coronazeiten lieber im Freien bleibt, kann einen Kulturspaziergang unternehmen.

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Chiemsee

Wir wechseln die Region und nehmen Kurs auf den größten See in Bayern –  das bayerische Meer, den Chiemsee! Mit einer Fläche von 79,9 km² ist er nach dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See in Deutschland.

Das 1913 gegründete heimatMuseum Prien, direkt am Marktplatz gelegen, bietet spannende Einblicke in die Geschichte des westlichen Chiemgaus. Untergebracht im ehemaligen Handwerkerhaus „Beim Mayerpaul” beherbergt es eine bedeutende Sammlung zur Geschichte, Kunstgeschichte und Volkskunde der Region.

Die angeschlossene Historische Galerie der Chiemseemaler mit Werken von Maximilian Haushofer, Carl Raupp, Josef Wopfner, Hiasl Maier-Erding und Rudolf Sieck zeigt das Entstehen der „Künstlerlandschaft Chiemsee“ auf, die in der Reihe der europäischen Künstlerkolonien seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einen bedeutenden Platz einnimmt. Herausragender Bestandteil ist auch die Kunst des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Arbeiten der Bildhauerin Marianne Lüdicke.

Vom gemütlichen Heimatmuseum geht es nun königlich weiter. Mit dem Schiff gelangen wir zur Herreninsel und einem Highlight unserer Seentour – es blitzt schon durch die Bäume: das Neue Schloss Herrenchiemsee.

1873 erwarb König Ludwig II. von Bayern die Insel als Standort für sein Neues Schloss Herrenchiemsee. Als Abbild von Versailles sollte dieses Schloss ein „Tempel des Ruhmes“ für König Ludwig XIV. von Frankreich werden, den der bayerische Monarch grenzenlos verehrte.

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Mindestens so schön wie Versailles: Herrenchiemsee war Ludwigs Hommage an den Sonnenkönig. Foto: Luca Pes

Der Verwirklichung gingen insgesamt 13 Planungsphasen voraus. 1878 wurde mit dem Bau des „Bayerischen Versailles“ nach Plänen von Georg Dollmann begonnen. 1886, beim Tod von König Ludwig II., war das Schloss noch nicht vollendet. Unter den großen Schauräumen sind das Prunktreppenhaus, das Paradeschlafzimmer und die Große Spiegelgalerie hervorzuheben. Das intime Kleine Appartement ist in Formen des französischen Rokokos gehalten und diente als Wohnung des Königs.

Im Südflügel im Erdgeschoss ist das König Ludwig II.-Museum untergebracht, das den Lebensweg des Königs anhand historischer Fotografien und Prunkgewändern aufzeigt.

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Einfach abtauchen: traumhafter Blick vom Wallberg auf den Tegernsee

Tegernsee

Unsere letzte Anlegestelle ist der Tegernsee, seit dem 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort, der zahlreiche Künstler anzog.
So auch den Norweger Olaf Gulbransson (1873–1958), der als Zeichner der legendären Münchner Satire-Zeitschrift Simplicissimus internationale Bekanntheit erlangte. 1929 ließ er sich am Tegernsee nieder und erwarb dort den traditionsreichen Schererhof. Hier entstand ein Großteil seines Werkes, dessen zeichnerische Qualität noch heute beeindruckt. Seine Kunst genießen könnt ihr heute im Olaf Gulbransson Museum Tegernsee! Die Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zeigt eine Auswahl der herausragenden Karikaturen von Gulbransson, seine seltenen Ölgemälde sowie eine umfangreiche Sammlung seiner Buchillustrationen.

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Den Museums-Bungalow im Kurgarten entwarf der Architekt Sep Ruf. Foto: Olaf Gulbransson Museum

Weitere Museen am See:

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Kupfermuseum in Fischen am Ammersee, Foto: Heike Herzog-Kuhnke, Augsburg.

Das Kupfermuseum in Fischen am Ammersee befindet sich unweit des kleinen Segelhafens Aidenried. Wunderschön arrangiert in den restaurierten Räumen eines denkmalgeschützten Gutshofs kann man über 1000 Objekte aus Kupfer von der Frühgeschichte bis zur Art Déco aus der Privatsammlung von dem Stifter Siegfried Kuhnke besichtigen. Imposante Geschirrteile und originelle Kuchenformen aus Schloss- und Klosterküchen zeugen von früherer Handwerkskunst und Kochkultur. Man entdeckt Sisis Breitöpfchen aus Schloss Possenhofen und einen Bierkrug mit dem Monogramm des Märchenkönigs. In einer großen Schauvitrine zum Thema Wasser beeindrucken schmucke Modeln zur Zubereitung von
Fastenspeisen-Pasteten.

Franz Marc Museum, Kochel a. See – dort könnt ihr die Kunst des „Blauen Reiters“ erleben, wo die Künstler gelebt und gearbeitet haben. Nicht verpassen: die Ausstellung Anselm Kiefer. Opus Magnum vom 12. Juli 2020 bis 21. Februar 2021 .

Lust auf eine Radtour durch die Museenlandschaft? In unserem Blogbeitrag nehmen wir euch mit auf eine Tour vom Starnberger See, über Penzberg und Murnau zum Kochelsee!

Museum Tegernseer Tal, Tegernsee – informiert über Kunst, Kultur und Traditionen in der Region.

Es gibt es auch noch einige Museen in Seelage mehr, die aber leider wegen des Coronavirus noch nicht geöffnet haben, euch aber gern und sobald wie möglich wieder willkommen heißen!

Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen, Pöcking (derzeit geschlossen). Ihr könnt aber auf dem Elisabethweg vom Sisi-Museum im ehemaligen Bahnhofsgebäude zum Schloss Possenhofen, zur Roseninsel und zurück spazieren. Schulen, Kindergärten oder Jugendgruppen können sich außerdem für einen anschaulichen Heimatunterricht den „Sisi-Bildungskoffer“ im Museum ausleihen.
Mehr zur Sisi und ihren Schwestern erfahrt ihr in unserem Sisi-Blogbeitrag.

Künstlerhaus Gasteiger – Holzhausen am Ammersee (derzeit geschlossen)

Staffelseemuseum, Seehausen a. Staffelsee (derzeit geschlossen)

Künstlerhaus Exter, Übersee-Feldwies, Chiemsee (derzeit geschlossen)

Museum Torfbahnhof, Rottau, Chiemsee (derzeit geschlossen)

Ludwig-Thoma-Haus, Tegernsee (derzeit wg. Sanierung geschlossen)

Abb. ganz oben: Mit dem Dampfer, dem Tretboot oder Stand-up-paddle über den Chiemsee – egal, welches Wasservehikel ihr wählt, Urlaubsgefühl „dahoam“ kommt garantiert auf!

Rose Chaibi

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