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Heimat mit allen Sinnen – das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen

by Sabine Wieshuber

Wie schmeckt und riecht Heimat? Wie hört sie sich an? Wie schaut sie aus? Das ist von Mensch zu Mensch tatsächlich ganz unterschiedlich. Je nachdem, wo wir aufgewachsen sind, was unsere Kindheit geprägt hat…
Das Museum Oberschönenfeld aus Schwaben, Bayerischer Museumspreisträger 2019 und noch bis 16. November mit einer kleinen Präsentation der neuen Dauerausstellung bei uns im Infopoint zu Gast, nähert sich diesen Fragen auf die sinnliche Tour…

Unser Heimatgefühl ist ein Mosaik aus persönlichen Erinnerungen. Das können die grünen Bonbons sein, die der Opa immer in der Manteltasche hatte – der scharfe Eukalyptusgeschmack… Das können die Fangesänge des Lieblingsfußballvereins sein oder die Kirchenglocken. Das ist das weiche Fell des Teddybärs, das uns blitzartig in die Kindheit zurück katapultiert, der Duft von Lavendel unter dem Kopfkissen oder frischem Kaffee.

Heimat mit allen Sinnen - das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen
Hmmm, wie das duftet! Nach frischem Heu, Sommerwiesen und Kindsein… Heimat geht eben auch – oder gerade – über die Nase. Foto: Infopoint Museen & Schlösser in München

Wo ist für euch Heimat? Wie fühlt sie sich für euch an? Lasst euch inspirieren und schaut bei der Langen Nacht der Museen in München bei uns im Alten Hof vorbei – wir sind am Samstag 19. Oktober ab 19 Uhr für euch da: gestaltet euer Heimatbild mit Stempeln, Stanzen und bunten Papieren entstehen eure ganz persönlichen Collagen im Postkartenformat (Eintritt nur mit Lange Nacht Ticket, bei uns und in allen teilnehmenden Museen, 15 Euro pro Erw. mit bis zu vier Kindern).


Heimat mit allen Sinnen - das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen
Das Museumsmaskotten Kater Bernhard hat nicht rein zufällig Ähnlichkeiten mit dem Kloster-Kater in Oberschönenfeld…. Zeichnung: Daniela Kulot


Bei der Gelegenheit könnt ihr auch das Museumsmaskottchen Kater Bernhard kennen lernen – so heißt der Kater der Schwestern im Kloster Oberschönenfeld. Sein gezeichnetes „Alter feles“ lädt euch ein, an Aktivstationen Gerüche zu entdecken, die Menschen mit Heimat verbinden, zu lauschen und zu tasten, zu überlegen, wo ihr euch „heimisch“ fühlt und wo ihr über das Schmecken zu Hause seid…

Heimat mit allen Sinnen - das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen
Die Dauerausstellung wurde neu gestaltet und 2019 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet. Museum Oberschönenfeld. Foto: Andreas Brücklmair

Eingebettet in die einmalige Landschaft des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder liegt die Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld. Die Rokoko-Klosterkirche, der Konventbau, der Klosterladen und das Wirtshaus des über 800 Jahre alten Klosters bilden ein einmaliges Barock-Ensemble. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden bietet das Museum Oberschönenfeld spannende Einblicke in die Lebenswelten des ländlichen Schwabens von etwa 1800 bis in die Gegenwart. Zwischen Tradition und Umbruch erlebten die Menschen ab den 1960er-Jahren einen rasanten Wandel, der auch die Nonnen in der Abtei Oberschönenfeld nicht verschonte.

Heimat mit allen Sinnen - das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen
Heimat ist mehr als ein Wort: Bronzeplastik von Basilius Kleinhans, 2017. Museum Oberschönenfeld, Foto: Andreas Brücklmair

Die Schwäbische Galerie präsentiert im Wechsel zeitgenössische Kunst, immer mit einem Bezug zu Schwaben. Im Volkskundemuseum dreht sich alles um „Tradition und Umbruch“ und „Geschichten aus Schwaben“ – auch bei den Sonderausstellungen.

Das Museum ist barrierefreie Museum und erzählt viele Geschichten: von Arbeitswelten, Freizeitvergnügen, Kriegszeiten, Lebenswegen und Heimatbildern. Teils einzigartige Objekte, Biografien von Menschen, Firmen und Dingen sowie Hör-, Film- und Mitmach-Stationen regen Menschen jeden Alters zum Austausch an – und das nur 30 Minuten von Augsburg entfernt!

Heimat mit allen Sinnen - das Museum Oberschönenfeld und die Lange Nacht der Museen

Bestäubung: Ausschnitt aus dem 2018 entstandenen Film von Maximilian Prüfer. Foto: Maximilian Prüfer

Aktuell: die Sonderausstellung „BIEN – Maximilian Prüfer“ läuft noch bis 24. November 2019. Mehrmals war Maximilian Prüfer für seine Recherche in der Provinz Sichuan in China. Dort gibt es seit Jahrzehnten infolge menschlicher Eingriffe keine Bienen mehr: Menschen übernahmen schließlich die mühsame Bestäubung von Obstbaumblüten. Diesen Arbeitsprozess hat Maximilian Prüfer beobachtet, dokumentiert, fotografiert und gefilmt.
Unser Tipp: am Sonntag, 24. November, 15 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Maximilian Prüfer statt.

Abb. ganz oben: das Museum liegt wunderschön im Naturpark Augsburg und ist in den Wirtschaftsgebäuden der barocken Zisterzienser-Abtei Oberschönenfeld untergebracht. Foto: Andreas Brücklmair

Nathalie Schwaiger

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