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„Dabei sein ist alles“ – Olympia Feeling in München

by Sabine Wieshuber

Das Jahr steht ganz im Zeichen von Olympia – nicht nur in Peking, wo das Feuer im Februar erloschen ist, sondern auch in München. 1972 war die Stadt im Olympia-Fieber. Heitere Spiele der „kurzen Wege“ sollten es werden, auf Augenhöhe, unbeschwert und weltoffen. Doch diese Leichtigkeit endete mit dem Schock des Olympia-Attentats am 5. September.
2022 hätten die Winterspiele auch fast wieder in München und Garmisch-Partenkirchen stattfinden können, wenn die Bürger*innen sich nicht gegen eine Bewerbung entschieden hätten – „nicht ökologisch, zu gigantisch, zu kommerziell“, so das ungute Gefühl vieler Münchner*innen.

2022 holt München auch ohne Spiele den olympischen Geist zurück und gibt die Flamme weiter: feiern wir die Vielfalt und das friedliche Miteinander! Denn die Welt kann gerade dringend Hoffnung, Zuversicht und Solidarität brauchen – frei nach dem olympischen Motto von Pierre de Coubertin, der die Spiele in der Neuzeit wiederbelebte: „Dabei sein ist alles!“.
Hier der Überblick zum 50. Jubiläum der Olympischen Sommerspiele von 1972: Veranstaltungen, Ausstellungen, Feste und Sportereignisse. Kultur, Design, Architektur, Erinnerungskultur – vom Maskottchen Waldi bis zu den Goldmedaillen, von den Plakaten bis zu den neuen U-Bahn-Stationen, von der Ausnahme-Architektur bis zum Gedenken an die Opfer der Geiselnahme und des Anschlags.

1972 und die Jahre davor herrschte Aufbruchstimmung. Die Olympischen Sommerspiele veränderten das Stadtbild: die Linie U3, der Olympiapark, das Olympische Dorf, die Stadien, das BMW-Hochhaus und das OEZ Einkaufszentrum feiern dieses Jahr 50. Geburtstag.
Der Olympiapark, aus Trümmer- und Schuttbergen modelliert, ist eines der Landmarks der Isar-Metropole. Die markanten, frei schwebenden, transparenten Zeltdächer des Architekten Frei Otto, die Anlagen von Günter Behnisch und Partner sind denkmalgeschützt und auf dem besten Weg, UNESCO Welterbe zu werden. Den drittgrößten Park der Bayern-Metropole designte Landschaftsarchitekt Günter Grzimek als hügelige grüne City-Oase, als Open-Air-Bühne, Sport- und Event-Meile – inklusive fantastischem Alpenblick vom Olympiaberg…

Was ist 2022 im Olympiapark los?

Per Aufzug in die Zukunft
Ausstellung ab 17. Februar 2022
Olympiaturm

Die Aussicht von Münchens höchstem Gebäude ist einzigartig und ein Höhepunkt beim Besuch des Parks. Ab Mitte Februar wird die geschlossene Plattform in 186 Metern Höhe Schauplatz für ein Eventprogramm: ihr dürft euch auf DJ-Sessions, kreative Workshops, Yoga-Kurse und Talkrunden unter dem Motto „Münchner Weitblick“ mit Gästen und Experten aus verschiedenen Disziplinen freuen.

Weitere Highlights:

  • Ab 26. Februar im Olympiastadion: 22 Stelen erzählen die Geschichte des Stadions.
  • Ab Ostern wird ein Pavillon im Olympiasee eröffnet – als Raum für Begegnungen und Diskussionen, ein Rückblick auf die Spiele 1972 und gleichzeitig ein Ausblick auf die Zukunft des Sports
  • Zwischen dem 13. und 22. Mai organisieren die Bewohner*innen eine Festwoche im Olympischen Dorf mit Ausstellungen, Konzerten, Sport, Flohmarkt, Vorträgen und Kinderprogramm
  • Jubiläumswoche 1.-9. Juli: Festival des Spiels, des Sports und der Kunst, mit zahlreichen Athleten von damals und heute, einem Kulturprogramm, einer Parade von der Innenstadt in den Olympiapark, Musik und Kunst rund um den Olympiasee. Aktionen von Vereinen aus den Stadtvierteln rings um den Olympiapark runden das Programm von Mai bis Ende Juli ab.
  • Vom 2.-3. Juli messen sich beim Finale der Münchner Sportspiele ’22  Freizeit- und Hobbysportler in klassischen und neuen olympischen Disziplinen wie Tauziehen, Tennis, Schwimmen, Skateboard oder Beachvolleyball. Die Eröffnungsfeier mit Münchner Musikern und Künstlern steigt im Theatron.

Souvenirs: das Maskottchen Waldi und zehn der legendären 21 Plakat-Motive gibt es in limitierter Auflage ab April im Souvenirshop im Olympiaturm und im Olympiapark-Webshop.

Mythos München ’72. Die XX. Olympischen Sommerspiele
Ausstellung ab 27. Januar 2022
Staatliche Münzsammlung München

Als vor 50 Jahren, am 26. August 1972 Bundespräsident Gustav Heinemann die Olympischen Spiele eröffnete, blickten diese auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück. Vieles hat sich geändert, aber eines ist gleich geblieben: So ein Spektakel kostet viel Geld. Ein guter Anlass, das jeweilige Münzgeld, aber auch generell die antiken mit den Münchner Spielen zu vergleichen. In antiker Zeit wurden zur Finanzierung der Tempelanlagen in Olympia eigens Münzen geschlagen. In München dagegen bezahlte man 1972 mit dem Verkauf von rund 100 Millionen 10-DM-Sonderprägungen teilweise die Sportstätten. Die Motive wurden in vier Künstlerwettbewerben gefunden.

Zu sehen auch: ein Modell des Olympiaparks der Firma Philips, von der die Lichttechnik für die Wettkampfstätten stammte.

Die Ausstellung ist kostenfrei und täglich 24 Stunden lang, im Innenhof des Isartors zu besichtigen. Ein Katalog zur Ausstellung kann ab dem 17. März direkt im Museumsshop des Valentin-Karlstadt-Musäums oder im Buchhandel erworben werden.

Olympia 72 in Bildern – Fotografien aus den Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek
Ausstellung vom 11. Mai bis 4. September 2022
Bayerische Staatsbibliothek

Am 26. April 1966 in Rom stand es fest: München würde die Sommerspiele 1972 ausrichten. Seitdem galt es, die Stadt auf dieses weltweite Großereignis vorzubereiten. Vom ersten Spatenstich am Olympiapark, über die Bauarbeiten auf dem Olympiagelände bis hin zu prominenten Besucher*innen wie Königin Silvia von Schweden lässt die BSB den olympischen Spirit wieder aufleben.

Fotografinnen und Fotografen, deren Archive die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt, begleiteten die tiefgreifenden Umwälzungen bis zur Eröffnung der Spiele im August 1972 mit ihren Kameras: die Umgestaltung des Oberwiesenfeldes zum Olympiagelände im Münchner Norden, den Bau des Mittleren Rings, der U-und S-Bahn.

Vom 26. August bis zum 11. September 1972 befand sich München im Ausnahmezustand. Mehr als vier Millionen Gäste aus aller Welt besuchten die Stadt. Erstmals wurden die Spiele auch im Fernsehen live übertragen. Aber auch das vielfältige Kulturprogramm, das die sportlichen Wettkämpfe der Spiele in der Stadt ergänzte, die Plakate und Hostessen-Dirndl machten die Spiele unvergesslich.

Und auch das werden wir für immer mit Olympia1972 verbinden: das Attentat am 5. September 1972, bei dem elf Israelis, fünf Terroristen und ein deutscher Polizist getötet wurden, hat die Weltöffentlichkeit schwer erschüttert. Fotografen, die für das Magazin STERN tätig waren, hielten dieses Ereignis in zahlreichen Bildern fest.

Waldi on tour

Waldi war ein Trendsetter: der süße Dackel im Seventies-Ringellock war das erste offizielle Maskottchen Olympischer Sommerspiele in der Neuzeit, das einen Namen trug. Die Idee dazu kam von NOK-Chef Willi Daume, der selbst einen Dackel hatte. Der flinke, wendige Dachshund galt als widerstandsfähig und neugierig und war außerdem ein in Bayern beliebtes Haustier. Entworfen wurde der bunte Vierbeiner von der Grafikerin Elena Winschermann, die zum Olympia-Design-Team gehörte. Waldis gab es in verschiedenen Größen und Materialien, aus Stoff, Fleece, Holz oder auch als Schlüsselanhänger aus Metall.

Macht mit bei der #WaldiChallenge!

Das Münchner Stadtmuseum ruft zur Waldichallenge auf: auf der Olympischen Spurensuche gilt es ein Lösungswort zu finden. Folgt dem berühmten Olympia-Maskottchen und findet an 9 von 20 Stationen die Buchstaben für das Lösungswort. Ihr müsst nur durch den Dackel schauen!
Außerdem warten Rätsel und sportliche Challenges rund um Olympia 1972 auf euch. Nebenbei erfahrt Ihr ein paar Fun Facts zu den olympischen Sommerspielen 1972. Bis 18. September 2022, 17 Uhr könnt ihr am Gewinnspiel teilnehmen!

Gold, Silber und Bronze

Etwas über 1.500 Medaillen wurden für die Olympischen Spiele 1972 geprägt. 400 mehr als Gewinner – für alle Fälle. Jede Medaille hatte einen Durchmesser von 6,6 cm und eine Dicke von 4,5 mm. Die Goldmedaille wog 175 Gramm. Sie bestand eigentlich aus Silber und war lediglich mit 6 Gramm Gold überzogen. Seit 1928 ist auf der Vorderseite die Siegesgöttin Victoria abgebildet. Erstmalig wurde 1972 auch die Rückseite der Medaillen gestaltet: die zwei jungen Männer, Kastor und Pollux aus der alten griechischen Sage, stehen für Freundschaft und wurden von Professor Gerhard Marcks entworfen.

Alle 1109 Gewinner sind auf der „Wall of Fame“, auf Tafeln an der Seite Olympia-Stadions verewigt, darunter Ulrike Meyfahrt, die mit nur 16 Jahren beim Hochsprung siegte, Max Spitz, Rekordschwimmer aus den USA und Jon Akii-Bua, der die erste olympische Goldmedaille beim 400 Meter-Hürdenlauf für sein Land Uganda gewann und als erster Athlet eine Ehrenrunde lief.

München 72 im Stadtmuseum München

Olympische Spurensuche
Ausstellung vom 1. Juli bis 31. Dezember 2022

Welche Spuren finden sich 50 Jahre nach dem Großereignis der Olympischen Sommerspiele in der Stadt? Mit 20 im Stadtraum platzierten Stationen lädt „München 72“ zu einer Erkundungstour durch Raum und Zeit, an bekannte, vergessene und manchmal überraschende Orte ein. Hier werden Ereignisse und infrastrukturelle Maßnahmen in Erinnerung gerufen, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen und die Stadt teilweise nachhaltig verändert haben. Hintergrundinformationen, Filmausschnitte und Interviews zu den einzelnen Themenstationen werden auch online bereitgestellt.

Mode, Menschen und Musik
Ausstellung vom 29. Juli 2022 bis 8. Januar 2023

Der französische Modedesigner André Courrèges, der die Modewelt mit seinen futuristischen Looks revolutionierte, entwarf neben anderen Modeschöpfern die schicken Outfits der Betreuer*innen des Olympiateams. Für Begeisterung sorgten auch die feschen Dirndl der Hostessen, entworfen unter der Leitung des Designers Otl Aicher. Mit diesem heiteren und unkonventionellen Auftritt positionierten sich die Olympischen Spiele als Impulsgeber für Mode und Lebensgefühl.

Auch das kulturelle Rahmenprogramm mit vielen Mitmach-Aktionen setzte Maßstäbe. Bei der Urauffführung der heiß diskutierten Auftragskomposition EXOTICA des argentinisch-deutschen Komponisten Mauricio Kagel kamen auch 60 Instrumente aus der Sammlung Musik des Stadtmuseums zum Einsatz.

FORUM 054: INA KWON München/Gyeongju
Ausstellung vom 29. Juli 2022 bis 8. Januar 2023

Die Leipziger Fotografin Ina Kwon hat sich mit ihren Arbeiten mit dem Olympiaberg in München beschäftigt. Kwon stellt den großen Schuttberg in München dem südkoreanischen Gyeongju gegenüber, wo im gesamten Stadtgebiet Grabhügel des Königreichs Silla zu finden sind. In Fotografien und Texten beschreibt Ina Kwon ihre Reisen und Recherchen zu beiden Orten, an denen mit künstlichen Hügeln Geschichte verschüttet, aufgedeckt, konstruiert und umgeschrieben wird.

Macht mit!

Erzählt eure persönlichen Geschichten und teilt eure Olympia-Erinnnerungen (z.B. Fotos, Filme, Dokumente, Textilien und Schriftstücke)! Das Erzählcafé München 72 im Münchner Stadtmuseum ist dienstags 14-16 Uhr, donnerstags 16-18 Uhr und jeden 2. Mittwoch im Monat 18-20 Uhr im Rahmen von MittwochAbend geöffnet!

Karl Valentin: Olympia
Ausstellung bis 10. November 2022
Karl Valentin Musäum München

Hat Karl Valentin 1972 an den Olympischen Spielen in München teilgenommen? Etliche behaupten eisern, er wäre bereits verstorben gewesen. Andere versichern glaubhaft, sie hätten ihn, eine Leberkässemmel essend, auf der Besuchertribüne gesehen. Wieder andere bestehen darauf, er sei Sieger des olympischen Radrennens geworden. Und machen sagen, er alleine hätte, als Begleiter von Hans-Joachim-Vogel, das Olympische Komitee überzeugt, die Spiele nicht nach Bielefeld, sondern nach München zu vergeben.
Die Ausstellung  geht diesen Behauptungen mit sehr viel Augenzwinkern nach. Daneben wird erörtert, wie es zu den Olympischen Spielen 1972 in München kam, welche Folgen für die Stadtgesellschaft damit verbunden waren, aber auch was es mit der „Weltstadt mit Herz“ auf sich hat. Ständig einsehbar im Innenhof des Isartors!

Das antike Olympia in München. 1972­–2022
Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke
Ausstellung vom 18. Mai bis 16. Oktober 2022

Ohne die Wettkämpfe im antiken Olympia hätte es die Olympischen Spiele der Neuzeit nicht gegeben. Die Sonderausstellung geht dem antiken Ursprung dieses Großereignisses nach: Welche Sportarten gab es? Wie sah das Heiligtum mit seinen vielen Weihgaben und dem berühmten Zeustempel aus? Und was hatte Olympia damals schon mit Politik zu tun? Aufwändige Modelle und einzigartige Abgüsse lassen euch ins antike Olympia eintauchen.

Damit rückt 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen in München 1972 ein Highlight des damaligen Kulturprogramms in den Fokus: die Ausstellung „100 Jahre deutsche Ausgrabung in Olympia“ im Deutschen Museum mit mehr als 100 Reproduktionen antiker Objekte. Heute sind sie Teil der Sammlung und werden im Licht der aktuellen Forschung präsentiert.

Die Olympiastadt München
Architekturmuseum der TUM
Ausstellung vom 7. Juli bis 3. Oktober 2022

Auf dem 280 Hektar großen, vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Oberwiesenfeld entstanden in Harmonie zwischen Natur und Architektur die olympischen Sportstätten. Seit Anfang der 1960er-Jahre befand sich München in einem rapiden Stadtumbau. Die Vergabe des sportlichen Großereignisses an München löste einen weiteren Schub aus.

Die Planung der Anlagen erfolgte bereits im Hinblick auf ihre Nutzung nach den Spielen. Aus dem Olympischen Dorf der Männer wurde eine moderne Wohnanlage und aus dem Olympischen Dorf der Frauen eine Studentensiedlung. Das Rundfunk- und Fernsehzentrum verwandelte sich zur Hochschulsportanlage der TUM, die Pressestadt zu einer Wohnanlage mit Einkaufszentrum und die olympische Landschaft wurde zum Sport- und Erholungsparadies für die Münchner.

Die Ausstellung spannt mit zahlreichen unbekannten Dokumenten und Modellen einen thematischen Bogen vom Umbau der Stadt über die „Olympiade im Grünen“ mit dem weltberühmten Zeltdach, den Sportstätten und dem Olympischen Dorf sowie dem visuellen Erscheinungsbild bis zum olympischen Erbe. Fragen nach Selbstdarstellung, Nachhaltigkeit und Demokratieverständnis stehen im Fokus der Präsentation.

Otl Aicher – 100 Plakate und mehr
Pasinger Fabrik
Ausstellung vom 12. Juli bis 14. August 2022

Otl Aicher (1922 – 1991) brachte durch sein visuelles Erscheinungsbild der XX. Olympiade 1972 die Stadt München zum Leuchten. Aicher war Leiter der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm und wurde 1967 zum Gestaltungsbeauftragten der Olympischen Spiele berufen.

Die Pasinger Fabrik zeigt zum 100sten Geburtstag des Gestalters eine exklusive Auswahl von originalen Olympiaplakaten aus der Sammlung Bernhard Brandt. Für die bei den Spielen zur Austragung gelangten Sportarten wurde von Aicher je ein Plakatmotiv entworfen. Für jede der sportlichen Disziplinen entwickelte Aicher gleichfalls ein Piktogramm, das mit minimalen Mitteln die charakteristische Bewegungsform zum Ausdruck bringen sollte.

Ein wichtiges Anliegen der Olympiade ´72 war, die Idee der Demokratie durch die Disziplinen Sport, Kultur und Kunst in die Welt zu tragen. Die Kulturplakate bilden das umfangreiche internationale Kulturprogramm ab. Einzigartig ist auch die Serie der Kunstplakate.

Ein besonderes Exponat ist das gelbe Mofa, welches die damalige Olympiahostess Silvia Sommerlath und spätere Königin von Schweden, als Fortbewegungsmittel zwischen den einzelnen Spielstätten im Olympiapark genutzt hatte. Weitere Exponate wie Schilder, Trainingsanzüge und Souvenirs lassen die Besucher*innen in die Welt der Olympiade 1972 in München hautnah und retrospektiv eintauchen.

Design für Olympia – Faster, higher, stronger – together? Werte und Ziele im Grafik- und Sportdesign
Die Neue Sammlung – The Design Museum / Pinakothek der Moderne
Ausstellung vom 8. Juli bis 3. Oktober 2022

Als größte Sportereignisse der Welt sind die Olympischen Spiele seit jeher Motor und Ziel von Innovationen. Nicht nur Athlet*innen konkurrieren bei Olympischen und Paralympischen Spielen miteinander. Die Hersteller von Sportgeräten versuchen sich in der Ausstattung der Sportler*innen genauso zu übertreffen wie die austragenden Länder über die visuelle und architektonische Gestaltung der Spiele.
Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne nimmt diese vielfältigen Verflechtungen von Design und Olympia in den Fokus. Die Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Objekte und Grafiken, wie sich Ideenreichtum, Innovationsgeist und technischer Fortschritt im Design für die Olympischen und Paralympischen Spielen spiegeln und welche Werte und Ziele in der Gestaltung für Olympia zum Ausdruck kommen.

Museum of Urban and Contemporary Art (Muca)

ist von den Stadtwerken beauftragt worden, im ehemaligen Busbahnhof am Olympiapark ein Pop-up-Kunstprojekt zu realisieren.

Ein Rundgang durch das Olympische Dorf

Die 1,6 km lange, bunten Rohre – oder korrekt die „Medialines“ – zeigen, wo’s lang geht: grün in die Nadistrasse, orange in die Strassbergerstrasse, gelb zum Helene-Mayer-Ring und blau zur Connollystrasse. Dort erinnert vor der Nummer 32 auch eine Gedenktafel an die neun israelischen Sportler, die im September 1972 umkamen.

Die roten Rohre markieren die Zugänge ins „Oly-Dorf“. Die weißen sind an den großen Plätzen angebracht. Dort waren im Sommer Sonnensegel und Kühlungen installiert, damit sich die Leute abkühlen konnten.

Spannend, oder? Hier findet ihr viele Infos und interessante Details zum Olympischen Dorf.

Oder ihr schaut mal auf der Seite der Bewohner des Olympiadorfs vorbei.

Bavaria und Olympia 1896 – 2022
Haus der Bayerischen Geschichte Regensburg
Ausstellung vom 12. Juli 2022 bis 15. Januar 2023

Zum 50. Jubiläum der XX. Olympischen Sommerspiele baut das Haus der Bayerischen Geschichte seine Sportkompetenz aus: in der Sonderausstellung geht es um Breiten- und Spitzensport. In Bayern haben sich herausragende Sportlerinnen und Sportler entwickelt, die bei den Olympischen und Paralympischen Spielen große Triumphe feiern konnten: die Skirennläuferin „Gold-Rosi“ Mittermaier, der Eishockeystar Alois Schloder, der Judoka Paul Barth, die Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber, der Speerwerfer Klaus Wolfermann, der Skispringer Andreas Wellinger und viele andere sind mit ihren Erfolgen zu Sympathieträgern und zugleich Botschaftern des Sports und des Freistaats Bayern geworden.

Bayern steht als Ausrichter der IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München gleich zweimal im Blickpunkt der Sportwelt. Während das NS-Regime die Spiele 1936 für seine Propaganda missbraucht, steht Olympia 1972 in München für ein demokratisches und weltoffenes, zugleich aber auch geteiltes Deutschland. Bewerbungen für Olympische Winterspiele 2018 und 2022 in Bayern sind zuletzt gescheitert. Zu schwer wiegen mittlerweile die Vorbehalte gegen derartig große Sportveranstaltungen.

In der Datenbank findet ihr Zeitzeugenberichte und alle bayerischen Olympia-Medaillengewinner von 1896 bis heute!

Olympia 1972
Ausstellung vom 29. Juli bis 23. Oktober 2022
Museum Fürstenfeldbruck

Die Olympiade von 1972 hat auch die Region um München geprägt und verändert. Von dem sportlichen und kulturellen Großereignis gingen starke Modernisierungsimpulse aus. Stadt und Umland wuchsen immer stärker zusammen.

Neue Kommunikationsformen, veränderte Mobilität durch die S-Bahnen, die die Metropole München mit den umliegenden, nun zu Trabantenstädten sich formenden Gemeinden verband, neue Marketingmechanismen, die demographische Entwicklung und die mit der Olympiade verbundenen Internationalisierungsprozesse – all dies wirkte sich auch für die Entwicklung des Münchner „Speckgürtels“ katalysatorisch und modernisierend aus.

Für Fürstenfeldbruck hat die Olympiade von 1972 eine ganz besondere Bedeutung: Auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck ging der Befreiungsversuch am 5. September für die neun Geiseln und einen Polizisten tödlich aus. Das dramatische Ereignis hat sich bis heute tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben.

Zwölf Monate – zwölf Namen. 50 Jahre Olympia-Attentat München
Jüdisches Museum München

Der Erinnerungsort Olympia-Attentat München 1972, nur etwa 200 Meter Luftlinie von der Connolly-Str. 32, wo die Geiselnahme begann, wurde 2017 eröffnet. Der Pavillon ist den zwölf Opfern des Terroranschlags gewidmet: den elf israelischen Sportlern und dem bayerischen Polizisten, die von den Attentätern getötet wurden. Ihre Biografien stehen in dem vom Jüdischen Museum München mitgestalteten Erinnerungsort im Mittelpunkt, eine filmische Installation rekonstruiert außerdem die zeitlichen Abläufe der Geiselnahme und ordnet die historisch überlieferten Film- und Audiodokumente der Ereignisse in ihrer politischen Dimension aus heutiger Sicht ein.

Am 5. und 6. September wird bei Gedenkfeiern in München und Fürstenfeldbruck der 12 Opfer gedacht werden.
Außerdem wird es verschiedene Interventionen im öffentlichen Raum geben. So wird das ganze Jahr über an die Geiselnahme erinnert: Jeden Monat steht ein Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens. Die Ausstellung hat das Jüdische Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Generalkonsulat des Staates Israel ausgerichtet – in Kooperation mit dem Amerikahaus, dem Landkreis Fürstenfeldbruck, dem Deutschen Theater, der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, dem Polizeipräsidium und anderen Kultureinrichtungen.

Das Jüdische Museum München bietet individuell buchbare Rundgänge an, die auch für Schulklassen ab der 9. Jahrgangsstufe geeignet sind.

Hier geht’s noch mal zum offiziellen Programm 50. Jubiläum München 1972-2022. Alle Ausstellungen findet ihr natürlich auch bei uns im Museumsportal.

Seid mit euren eigenen Augen dabei – hier noch ein Filmtipp: die Doku mit acht Filmen wurde damals an internationale Regisseure in Auftrag gegeben. Ein spannendes historisches Zeitdokument!

Abb. ganz oben: die Zeltdächer, inspiriert von der Konstruktion des deutschen Pavillons zur Expo des Architekten Frei Otto, sind ein Münchner Landmark. Foto: Pixabay

Nathalie Schwaiger

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