Home Ausflugsperlen Rosenheim erleben – Kunst im öffentlichen Raum entdecken

Rosenheim erleben – Kunst im öffentlichen Raum entdecken

by Infopoint

Diesmal führen uns die Ausflugsperlen ins schöne Rosenheim. Neben der Städtischen Galerie hat die Stadt noch einiges mehr in Sachen Kunst zu bieten. Unter dem Begriff „KimöR“ verbirgt sich ein Projekt unter der Leitung von Dr. Birgit Löffler zur  Kunst im öffentlichen Raum, welches Skulpturen, Brunnen sowie Kunst am Bau vorstellt und die unterschiedlichen Standorte in einer Karte zusammenfasst.

Von Hochschule bis Busbahnhof, Stadtbibliothek, Künstlerhof, St. Nikolaus, Städtischer Galerie und Salingarten – überall gilt es den größtenteils skulpturalen Arbeiten auf die Spur zu kommen. 100 Jahre trennen die Entstehung der Werke der „KimöR“. Angefangen beim 1908 aufgestellten Felsenbrunnen von Karl Stange, der am Busbahnhof zu finden ist, bis hin zu Klaus Goths „Rhythmischer Folge von Zeichen“ aus dem Jahr 2008 am Campus der Hochschule.

Rosenheim erleben - Kunst im öffentlichen Raum entdecken

Ein Spaziergang zu den Skulpturen, Installationen und Brunnen bietet nicht nur für Zuagroaste, sondern auch für waschechte Rosenheimer einen Einblick in die
Stadt(bau)geschichte. Aber auch größere Kontexte werden aufgegriffen.

So findet sich im Außenbereich der Städtischen Galerie neben der Skulptur des Heiligen Sebastians von Rolf Märkl aus dem Jahr 1962 eine bronzene Aktfigur von Josef Thorak, einer der populärsten Bildhauer der NS-Zeit. Die Skulptur ist eine stumme Zeitzeugin der nationalsozialistischen Vergangenheit Rosenheims, die im Hinblick auf die Kunst durch die ideologische Vereinnahmung des ortsansässigen Kunstvereines und der städtischen Kunstsammlung beherrscht wurde. Auch das Gebäude der Städtischen Gemäldegalerie ist in dieser Zeit entstanden. Als regionales „Haus der Kunst“ sollte es der Landbevölkerung ein konservatives, national geprägtes Kunstverständnis im Sinne des Regimes nahe bringen. Zur Eröffnung stiftete der Kunstverein Thoraks Plastik, die bis heute im Garten des Museums zu sehen ist. Für die 1937 gefertigte Aktdarstellung einer Frau griff Thorak das klassizistische Ideal des nationalsozialistischen Kunstbegriffs auf und präsentiert die weiblichen Tugenden des Dritten Reichs: Demut, Spannkraft und Stolz.

Rosenheim erleben - Kunst im öffentlichen Raum entdecken

Josef Thorak, Aktfigur, Bronze, 1937, Foto (c) Martin Weiand

Während der weibliche Akt Thoraks die Ideologie seiner Entstehungszeit vertritt, steht dem Gegenüber der heilige Sebastian mit seinen kontrastreichen Proportionen. Als „pazifistisches Mahnmal“ vom Künstler geschaffen, stellt die Skulptur einen Ausgleich zur Nazikunst dar.

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Rolf Märkl, „St. Sebastian“, Bronze, 1962, Foto (c) Martin Weiand

Gelassenheit, Zuneigung, Geborgenheit und Zuwendung lassen sich im Salingarten als Ausgleich zum Trubel der Stadt entdecken. Marianne Lüdicke, die im Kunstverein von Rosenheim aktiv war, lädt mit ihrer Bronzeskulptur „Ruhe“ bei schönstem Herbstwetter zum Verweilen ein.

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Marianne Lüdicke, „Ruhe“, Bronze, 1985, Foto (c) Martin Weiand

KimöR
Städtische Galerie
83022 Rosenheim

Den Flyer mit Stadtplan und Beschreibungen der Kunstwerke gibt´s bei uns im Infopoint.
Ein Pendant zur KimöR in Rosenheim liefert München mit dem Quivid-Kunststadtplan des Baureferats, auch bei uns erhältlich.

 

Und wenn ihr schon einmal in Rosenheim sind, empfehlen wir einen Abstecher zum Lokschuppen  und der Städtischen Gemäldegalerie – beide Häuser warten regelmäßig mit sehenswerten Sonderausstellungen auf!

 

Jana Walter & Anna Blenninger

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