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#15shadesofgreen Nr. 5 #urmelgrün

by Sabine Wieshuber

Wer kennt es nicht?! Das Urmel ist der Star der Augsburger Puppenkiste und ein grüner, schwäbischer Exportschlager. Das eigensinnige, kleine Urzeit-Reptil, das aus der Eiszeit auftaucht und an den Strand der Insel Titiwu gespült wird, hat Generationen von Kindern verzaubert und erlebt auch heute noch Revivals im Kino oder in Schulbüchern.

Ein Beitrag zum Augsburger Puppentheatermuseum „Die Kiste“

Die Idee zu seinem Kinderbuch „Urmel aus dem Eis“ (Gesamtauflage drei Millionen!) kam dem Autor Max Kruse, als er Hunger hatte und an tiefgefrorene Forellen fürs Abendessen dachte… Der Sohn der berühmten Puppenmutter Käthe Kruse (1921-2015) kam gerade von einem Besuch bei Manfred Jenning, dem Hausautor, Sprecher und Regisseur der Augsburger Puppenkiste, der auf der Suche nach neuem Stoff war. Und so ersann Kruse die wohl artenreichste Aussteigerkolonie auf der Insel Titiwu, wo der Biologe und Sprachlehrer Professor Habakuk Tibatong mit seiner schrägen Tierfamilie und dem mütterlichen Schwein Wutz lebt.

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Aus dem Eis wieder aufgetaucht: das Urmel ist der Star der Insel Titiwu. Foto: ©Augsburger Puppenkiste (R)

Der Erfolgsautor Max Kruse starb 2015 mit 93 Jahren. Die letzte Zeit arbeitete und lebte er mit seiner chinesischen Frau Shaofang im oberbayerischen Penzberg (wo heute das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk steht, über das wir gerade berichteten). Bis zu seinem 90. Geburtstag zeigte Kruse sich zukunftsorientiert und engagiert: „Aber für die Welt wünsche ich mir eine ganze Masse mehr: Dass wir den Planet, der wirklich sehr schön ist, erhalten und endlich aufhören, ihn zu zerstören“, so sagte er der Süddeutschen Zeitung in einem Interview.

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Urmel und seine „Mama“ das Schwein Wutz. Foto: Anna Miller © Augsburger Puppenkiste (R)

Eine beliebte Frage bei Quizspielen: Welches war das erste Stück, das in der Augsburger Puppenkiste 1948 aufgeführt wurde? Es war der „Gestiefelte Kater“! Walter Oehmichen brachte als Soldat ein Puppentheater in der „Kiste“ aus einer Schule in Calais mit, das aber leider 1944 in Augsburg verbrannte. Im denkmalgeschützten Heilig-Geist-Spital baute er sein neues Theater und Lebenswerk auf. Seit 2001 ist dort auch das heute erfolgreichste Puppentheatermuseum Europas untergebracht.

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Grün trifft grün: das Urmel und sein lispelnder Kumpel, Wawa der Waran. Foto: Elmar Herr © Augsburger Puppenkiste (R)

Die Stars aus der „Kiste“, Jim Knopf, Kalle Wirsch, Kater Mikesch und das Urmel sind derzeit auf Reisen und noch bis 6. Oktober 2019 zu Gast im Westfälischen Pferdemuseum im Zoo Münster.

Auch die derzeitige Sonderausstellung im Museum bricht von Augsburg in die Welt auf: sie spürt den Routen und dem Handel mit Metallen, Gewürzen, Stoffen und anderen kostbaren Gütern der berühmten Fugger-Familie nach. Figurentheater aus Schwäbisch Hall, Leipzig oder Nürnberg, Österreich und Italien, wo die Fugger damals Handel betrieben, präsentieren in historischen Szenen ihre Puppen.

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Jakob Fugger unterwegs von Augsburg in die Welt. Foto: © Augsburger Puppenkiste (R)

Wie immer wird die Ausstellung von einem bunten Programm begleitet. Im Theaterstück „Fugger Consulting“ tritt Jakob Fugger höchstpersönlich (bzw. Schauspieler Heinz Schulan) auf. Kinder können in Workshops Tänze aus der Fugger-Zeit lernen und wer sich wie die Fugger-Familie für Stoffe interessiert, kann sich in Workshops mit verschiedenen Materialien auseinandersetzen.

Noch bis 3. November 2019 läuft die Sonderausstellung „Von Augsburg aus in alle Welt – Figurentheater an den Handelswegen der Fugger“ im Augsburger Puppentheatermuseum „Die Kiste“

Abb. ganz oben: Frisch geschlüpft – das Urmelbaby erobert die Herzen im Nu und das bis heute. Foto: © Augsburger Puppenkiste (R)

Nathalie Schwaiger

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