Home Ausflugsperlen 6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

by Infopoint

Über die „Schmetterlingswiese“, durch die „Prärie“ und das „blühende Leben“ bis zum „ewigen Garten“…. Würzburg hat grünes Licht: auf der Landesgartenschau 2018 „Wo die Ideen wachsen“. Noch bis zum 7. Oktober  wird auf dem Hochgelände im neuen Stadtteil Hubland gegärtnert, geerntet, gefeiert, gespielt, gestaunt und genossen. Bereits über 20.000 Besucher waren dort… Aber die Main-Metropole hat noch viel mehr zu bieten. Da wären natürlich die Residenz und die Festung Marienberg – so wie einige spannende Museen, von denen sich viele vom Thema Garten und Natur inspirieren ließen: von barocker Gartenkunst, über süße Mini-Apfelbäume oder japanisches Ikebana bis zu einem Rollrasen-Labyrinth gibt es viel zu entdecken. Lasst euch doch von uns zu einem kleinen Museums-„Schlenkerla“ verführen, wenn ihr schon mal in Unterfranken seid…

Museum für Franken

Riemenschneider bekommt Konkurrenz: sieben „Pavillons“ laden noch bis 4. November auf dem regulären Museumsrundgang zum Verweilen, Sinnieren und Lustwandeln ein. In der Ausstellung Gartenkunst – Die Kunst im Garten. Der Garten in der Kunst dreht sich alles um Sinnesfreuden, Wein, Feste, Picknicks und Götter! Außerdem lockt das Museum auf der Festung Marienberg mit der weltweit größten Sammlung an Riemenschneider-Skulpturen: Ganze 80 Werke des bedeutendsten Bildhauers der deutschen Spätgotik sind hier zu finden, darunter auch die Originale von Adam und Eva aus der Marienkapelle. Sie teilen sich die 45 prunkvollen Räume mit einer Fülle von Gemälden, Skulpturen, Möbel und Fayencen, mit dem bronzenen Kultwagen aus Acholshausen, Gemälden von Lucas Cranach und Giovanni Battista Tiepolo. Als krönenden Abschluss könnt ihr euch im zugehörigen Fürstenbaumuseum im dritten Innenhof der Festung die Ausstellung zur Geschichte Würzburgs ansehen und beim Abstieg durch die Weinberge den malerischen Ausblick auf Stadt und Fluss genießen.

6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

Ein Picknick auf dem Olymp mit Tigern und Meerschweinchen: Göttermahl, Johann Rudolf Bys, 1734, Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, Museum für Franken. Foto: Katja Krause

Museum am Dom

Lieber ein spannungsreiches Miteinander, Reibung und Kontraste als langweiliges Schubladendenken: wie wirkt ein mittelalterliches Kruzifix von Tilmann Riemenschneider gegenüber einem Kreuz von Otto Dix oder Joseph Beuys? Erstaunlich modern! Das Museum am Dom beweist mit seinen Gegenüberstellungen Mut und Originalität. Nicht die Entstehungszeit, sondern Inhalte und die Intention der Künstler zählen. Dadurch erhalten auch die traditionell christlichen Themen eine ganz neue Dynamik. Mal leise und fein, mal wuchtig und drastisch, ziehen die Kunstwerke im direkten Dialog den Besucher in ihren Bann und konfrontieren ihn mit den seit Jahrhunderten immer gleichen Fragestellungen um Leben und Tod, Leiden und Glauben, Suche und Sinn.

6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

Die Spannung aushalten: das Museum am Dom lebt von den Kontrasten. Foto: Dirk Nitschke

Obstorangerie im Hofgarten der Residenz 

Willkommen im Schlaraffenland: stellt euch vor, ihr sitzt an einer festlich gedeckten Tafel, darauf steht ein kleiner Apfelbaum mit knackigen süß-sauren Mini-Früchten. Als Nachtisch pflückt ihr euch den Schönsten und beißt hinein. In Mitteleuropa züchtete man schon vor 250 Jahren zierliche Zierobstbäume. Sie wurden nach der gleichen Technik wie Bonsai kleingehalten und in schöne Keramiktöpfe gepflanzt und überwinterten zusammen mit den Orangen- und Zitronenbäumen in Gewächshäusern. In der neuen Obstorangerie des Hofgartens werden anlässlich der Landesgartenschau noch bis 3. Oktober die schönsten Zwergobstbäume auf der Ausstellung Obstorangerie in Scherben präsentiert („Scherben“ werden die Tontöpfe genannt) – alles Sorten, die der fürstliche Hofgärtner Johann Prokop Mayer schon im 18. Jahrhundert kultivierte und in seinem Fachbuch „Pomona Franconica“ beschrieb. Wie schade, dass Naschen nicht erlaubt ist! Aber satt sehen könnt ihr euch natürlich ganz ungeniert…

6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

Es wächst und gedeiht – die Obstorangerie (1756-1760) und der Küchengarten im Hofgarten. Foto: Veronika Freudling

Röntgen-Gedächtnisstätte

Viele kennen die barocke Residenz, die Festung und die historische Altstadt, aber am Main wurde auch Medizin-Geschichte geschrieben: Am Abend des 8. November 1895 gelang Professor Wilhelm Conrad Röntgen am Physikalischen Institut der Universität Würzburg eine bahnbrechende Entdeckung, die im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ gehen sollte. Mit den nach ihm benannten X-Strahlen konnte man erstmals in den menschlichen Körper „hineinschauen“, das Skelett, Muskeln und Organe sehen. Für seine Erfindung wurde der Würzburger Ehrenbürger 1901 mit dem ersten Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Direkt am Ort dieser Entdeckung, am heutigen Röntgenring, kann man das Labor des Wissenschaftlers, den Hörsaal, einen Kathodenstrahlversuch und einen Röntgen-Apparat von 1912 bewundern. Auch das chinesische Fernsehen hat dort schon für eine Dokumentation über den berühmten Forscher gedreht…

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Das Labor des berühmten Physikers und Nobelpreisträgers Prof. Carl Röntgen. Foto: Kuratorium Röntgen-Gedächtnisstätte

Museum im Kulturspeicher Würzburg

Der historische Getreidespeicher von 1904 ist nicht zu übersehen. Besonders nachts, wenn Waltraut Coopers Lichtinstallation „Blue Line“ die Front in magisches Blau taucht, leuchtet es wie ein Schiff im ehemaligen Winterhafen. Auf dem Vorplatz wächst derzeit ein Rollrasen-Labyrinth von Waltraud Munz-Heiliger. Es ist eines von 40 Labyrinthen der Ausstellung Labyrinth konkret… mit Nebenwegen mit denen der Kulturspeicher noch bis 15. Juli seine Besucher auf Irrwege schickt – an der Wand und auf dem Boden. So zum Beispiel die Installation der von Waltraud Munz-Heiliger, die als Labyrinth aus Rollrasen daher kommt. Doch was auf den ersten Blick als unlösbares Rätsel erscheint, verbirgt einen Sinn, der nur per Computer auslesbar ist: Der QR-Code des Museumsnamens bot die Vorlage für das „Alltagslabyrinth“. Da wo Künstler sich an der Geometrie orientieren, hat das Labyrinth Berührungspunkte zu Grundzügen der konstruktiv-konkreten Kunst, die mit der „Sammlung Peter C. Ruppert. Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ im Kulturspeicher beheimatet ist und mit Werken von Künstlern wie Max Bill, Günter Fruhtrunk, Victor Vasarely, mit Installationen und digitaler Kunst überrascht. Sie ist eine von zwei Sammlungen. Die Städtische Sammlung mit dem Nachlass der Bildhauerin Emy Roeder widmet sich insbesondere der Plastik. Außerdem unter dem Speicher-Dach: das Restaurant MS-Zufriedenheit, wo man sich „schön konkret“ und ohne Umwege mit Rote-Beete-Ravioli, Lammragout und weißem Schokolade-Lavendel-Eis verwöhnen kann.

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Konkrete Kunst auf „Neben-“ und „Irrwegen“. Foto: Museum im Kulturspeicher

Siebold-Museum

Konnichiwa Würzburg! Ein Hauch von Fernost weht durch die Main-Metropole, seitdem der Arzt und Japanforscher Philipp Franz Balthasar von Siebold (1796–1866) von hier nach Asien aufbrach. Er entstammt einer traditionsreichen Würzburger Ärzte-Dynastie. Zu Ehren des Wissenschaftlers, der sich sehr für die exotische Flora, für japanische Blumen und Heilpflanzen interessierte, wurde in seiner Geburtsstadt das Siebold-Museum eröffnet, ein zweites gibt es in Nagasaki. Die Dauerausstellung in Würzburg zeigt Exponate aus dem deutschen und japanischen Lebensabschnitt des Forschers sowie zu anderen Mitgliedern seiner Familie, unter denen sich weitere bedeutende Ärzte und Gelehrte finden. Die Ausstellung Natürlich Japan – Harmonie und Umwelt  (noch bis 7. Oktober) stellt die besondere Verbundenheit der Japaner mit der Natur dar. Im Land, wo das Waldbaden „Shirin Yoku“ erfunden wurde, ist die Natur auch im alltäglichen Leben allgegenwärtig, in der Teezeremonie, in den wunderschönen Blumen- und Tiermustern der Kimonos, in der Budo-, Ikebana- und Gartenkunst.

6 verlockende Museen in Würzburg zur Landesgartenschau

Dieser wunderschöne Blauregen ist bei der Ausstellung „Flora photografica“ zu sehen. Foto: Siebold Museum

Abb. ganz oben: Zairon, Würzburg Residenz Rückansicht 07, CC BY-SA 3.0

Nathalie Schwaiger

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