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Verlockende Museen in Würzburg

by Infopoint

Umgeben von den Weinbergen des Maintales liegt die Stadt Würzburg. Malerische Landschaften laden zum Wandern, Radeln und Kanufahren ein, Weinstuben locken zum Einkehren und Genießen. Die Main-Metropole hat auch kulturell viel zu bieten. Denn als Sitz der Würzburger Fürstbischöfe war sie schon im Mittelalter ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum in Franken mit beeindruckender Architektur, der ältesten bayerischen Universität und phänomenalen Kunstschätzen. Da wären natürlich die Residenz und die Festung Marienberg, die Marienkapelle mit ihrem leuchtend roten Turm und die Alte Mainbrücke – ein perfekter Treffpunkt für Spaziergänge an lauen Sommerabenden. Dazu kommen einige spannende Museen, die euch in die Geschichte und ferne Länder entführen. Lasst euch doch von uns zu einem kleinen Museums-„Schlenkerla“ verführen, wenn ihr schon mal in Unterfranken seid… 

7 verlockende Museen in Würzburg

Verlockende Museen in Würzburg
Das Museum für Franken in der Festung Marienberg, Foto: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

Museum für Franken

Das Museum auf der Festung Marienberg lockt mit der weltweit größten Sammlung an Riemenschneider-Skulpturen: Ganze 80 Werke des bedeutendsten Bildhauers der deutschen Spätgotik sind hier zu finden, darunter auch die Originale von Adam und Eva aus der Marienkapelle. Sie teilen sich die 45 prunkvollen Räume mit einer Fülle von Gemälden, Skulpturen, Möbel und Fayencen, mit dem bronzenen Kultwagen aus Acholshausen, Gemälden von Lucas Cranach und Giovanni Battista Tiepolo. Als krönenden Abschluss könnt ihr euch im zugehörigen Fürstenbaumuseum im dritten Innenhof der Festung die Ausstellung zur Geschichte Würzburgs ansehen und beim Abstieg durch die Weinberge den malerischen Ausblick auf Stadt und Fluss genießen.

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Die Spannung aushalten: das Museum am Dom lebt von den Kontrasten. Foto: Dirk Nitschke

Museum am Dom

Lieber ein spannungsreiches Miteinander, Reibung und Kontraste als langweiliges Schubladendenken: wie wirkt ein mittelalterliches Kruzifix von Tilmann Riemenschneider gegenüber einem Kreuz von Otto Dix oder Joseph Beuys? Erstaunlich modern! Das Museum am Dom beweist mit seinen Gegenüberstellungen Mut und Originalität. Nicht die Entstehungszeit, sondern Inhalte und die Intention der Künstler zählen. Dadurch erhalten auch die traditionell christlichen Themen eine ganz neue Dynamik. Mal leise und fein, mal wuchtig und drastisch, ziehen die Kunstwerke im direkten Dialog den Besucher in ihren Bann und konfrontieren ihn mit den seit Jahrhunderten immer gleichen Fragestellungen um Leben und Tod, Leiden und Glauben, Suche und Sinn.

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Belebt geht es im Treppenhaus der Residenz Würzburg zu, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

Residenz 

Ein Fest für alle Sinne – die Würzburger Residenz ist ein wahres Gesamtkunstwerk des bayerischen Barock. Kein Wunder, dass sie zu den ersten UNESCO-Welterbestätten in Deutschland und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Mainmetropole gehört. Architektur, Skulptur und Malerei sind so kunstvoll mit einander verwoben, so gewaltig und lebensecht, dass die mythischen Gestalten auf Giovanni Battista Tiepolos Fresken beinahe ins Treppenhaus zu schreiten scheinen. Wie im Schlaraffenland geht es dagegen im Hofgarten zu, wo kunstvoll geschnittenes Spalierobst knackige Früchte hervorbringt. Wie schade, dass Naschen nicht erlaubt ist! Aber satt sehen könnt ihr euch natürlich ganz ungeniert…

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Das Labor des berühmten Physikers und Nobelpreisträgers Prof. Carl Röntgen. Foto: Kuratorium Röntgen-Gedächtnisstätte

Röntgen-Gedächtnisstätte

Viele kennen die barocke Residenz, die Festung und die historische Altstadt, aber am Main wurde auch Medizin-Geschichte geschrieben: Am Abend des 8. November 1895 gelang Professor Wilhelm Conrad Röntgen am Physikalischen Institut der Universität Würzburg eine bahnbrechende Entdeckung, die im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ gehen sollte. Mit den nach ihm benannten X-Strahlen konnte man erstmals in den menschlichen Körper „hineinschauen“, das Skelett, Muskeln und Organe sehen. Für seine Erfindung wurde der Würzburger Ehrenbürger 1901 mit dem ersten Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Direkt am Ort dieser Entdeckung, am heutigen Röntgenring, kann man das Labor des Wissenschaftlers, den Hörsaal, einen Kathodenstrahlversuch und einen Röntgen-Apparat von 1912 bewundern. Auch das chinesische Fernsehen hat dort schon für eine Dokumentation über den berühmten Forscher gedreht…

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Kontrast-Programm: der ehemalige Getreidespeicher ist das coole Setting für zwei Sammlungen und spannende Sonderausstellungen. ©MiK

Museum im Kulturspeicher Würzburg

Der historische Getreidespeicher von 1904 ist nicht zu übersehen. Besonders nachts, wenn Waltraut Coopers Lichtinstallation „Blue Line“ die Front in magisches Blau taucht, leuchtet es wie ein Schiff im ehemaligen Winterhafen. Ganz konkret wird es im Museum selbst: Starke Farben und geometrische Formen sind in der „Sammlung Peter C. Ruppert. Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ zu entdecken, die im Kulturspeicher beheimatet ist und mit Werken von Künstlern wie Max Bill, Günter Fruhtrunk, Victor Vasarely, mit Installationen und digitaler Kunst überrascht. Sie ist eine von zwei Sammlungen. Die Städtische Sammlung mit dem Nachlass der Bildhauerin Emy Roeder widmet sich insbesondere der Plastik, aber auch Werke des fränkischen Impressionisten Ludwig von Gleichen-Russwurm sind hier vertreten. Außerdem unter dem Speicher-Dach: das Restaurant MS-Zufriedenheit, wo man sich „schön konkret“ und ohne Umwege mit Rote-Beete-Ravioli, Lammragout und weißem Schokolade-Lavendel-Eis verwöhnen kann.

Euren Reisehunger könnt ihr mit der Sonderausstellung „Italiensehnsucht! Auf den Spuren deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler 1905-1933“ noch bis zum 21. Februar 2021 stillem.

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Für die japanische Flora wie diesen Blauregen interessierte sich Siebold ganz besonders, Foto: Siebold Museum

Siebold-Museum

Konnichiwa Würzburg! Ein Hauch von Fernost weht durch die Main-Metropole, seitdem der Arzt und Japanforscher Philipp Franz Balthasar von Siebold (1796–1866) von hier nach Asien aufbrach. Er entstammt einer traditionsreichen Würzburger Ärzte-Dynastie. Zu Ehren des Wissenschaftlers, der sich sehr für die japanische Tierwelt, Blumen und Heilpflanzen interessierte, wurde in seiner Geburtsstadt das Siebold-Museum eröffnet, ein zweites gibt es in Nagasaki. Die Dauerausstellung in Würzburg zeigt Exponate aus dem deutschen und japanischen Lebensabschnitt des Forschers sowie zu anderen Mitgliedern seiner Familie, unter denen sich weitere bedeutende Ärzte und Gelehrte finden. Konzerte und Vorführungen von Tanz, Teezeremonie und Ikebana bieten lebendige Einblicke in die japanische Kultur und bei einem Origami-Workshop dürft ihr selbst euer Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen.

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Veitshöchheim, Schloß, Westfassade, Schrägansicht © Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Konrad Rainer)

Schloss Veitshöchheim

Wie wäre es mit einer Spritztour auf dem Main? Mit der Weißen Flotte geht es etwa eine Stunde lang vom Alten Kranen bis nach Veitshöcheim, vorbei am Kulturspeicher, dem Karmelitinnenkloster Himmelspforten und Weinbergen auf dem Steinberg. Alternativ seid ihr mit dem Fahrrad seid ihr circa 45 Minuten unterwegs, dann bevorzugt mit einem kleinen Schlenker zum Aussichtspunkt Moltkeruh, von dem ihr einen tollen Blick über Würzburg und das Maintal habt. Das Ziel ist Schloss Veitshöchheim mit seinem einmalig schönen Rokokogarten, das den Würzburger Fürstbischöfen als Sommerresidenz diente. Auch die königliche Familie von Bayern wusste das Schlösschen in den Sommermonaten zu schätzen. Ihr könnt es den hohen Damen und Herren gleichtun und durch die Gartenanlage mit ihren Blumenrabatten, Seen und flanieren. Aber Obacht, verlauft euch nicht im Irrgarten!

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Wer wohl schneller ans Ziel kommt? Mainradweg bei Würzburg, Foto: ©Bayern.by-Gert Krautbauer

Ausflugsziele in der Umgebung von Würzburg

Wie wäre es mit einem Tagesausflug von Würzburg aus? Von hier aus sind sowohl Schweinfurt als auch Aschaffenburg in 30 bis 45 Minuten mit dem Auto oder dem Zug zu erreichen. Deutlich näher, nur etwa 20 Minuten Fahrzeit entfernt, liegt Kitzingen. Alle drei Städte sind wie Würzburg Stationen auf dem Mainradweg – falls ihr das schöne Frankenland lieber vom Rücken eures Drahtesels aus erkundet. In Richtung Nürnberg liegt außerdem das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim, etwa eine Stunde entfernt von Würzburg (ebenfalls mit dem Zug erreichbar).

Abb. ganz oben: Von der Alten Mainbrücke aus hat man einen herrlichen Blick auf den Marienberg, Foto: ©Bayern.by-Gert Krautbauer

Nathalie Schwaiger & Anna Blenninger

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