Home Museum digital#AufdemHolzweg Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

by Infopoint

Wenn ihr meint, dass man Großwild nur auf einer Safari in Afrika entdecken kann, dann sind euch wohl die Wildschwein-Rotte und der mächtige Rothirsch mitten in München noch nicht begegnet… Unsere Serie #AufdemHolzweg führt uns diesmal in die City in das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum in München! Unter #NatureMW reihen wir unseren Beitrag außerdem in die internationale Museum Week ein, einem Social-Media-Event, bei dem euch Museen (aus Bayern sind z.B. das GNM und die Aschaffenburger Museen dabei) unter täglich wechselnden Hashtags in ihre Welt mitnehmen. Unsere Beiträge findet ihr auf unserem Instagram-Account @Infopointbayern.

Gastbeitrag von Jennifer Schmaus, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Deutsches Jagd- und Fischereimuseum

Sobald man von der Hektik der Kaufinger Straße auf den Waldpfad tritt, stellt sich Urlaubsgefühl ein. Die Vögel zwitschern und tirillieren. Oh, wer singt denn da? Sind es Amsel, Fink und Star? Ja! Und außerdem Nachtigall, Krähe und Taube…. Direkt an der belebten Fußgängerzone, zwischen Läden, Ständen und eilenden Fußgängern könnt ihr auf die Pirsch gehen: auf dem Waldpfad, der wildbiologischen Dauerausstellung des Jagd- und Fischereimuseums in den prunkvollen Räumen der ehemaligen Augustinerkirche.

Der Waldpfad will große und kleine Besucher interaktiv und multimedial für unsere heimischen Wildtiere begeistern und informiert möglichst umfassend über Ökosysteme, die biologische Vielfalt hierzulande und auch über die Bedeutung der Jagd. Und er ist eine herrliche Ruheoase mitten in der Stadt…

Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Wer singt denn da so schön? Am großen Ruhebaum geben die Vögel heute ein Konzert, Foto: Landesstelle/Konrad Rainer

Da dämmert euch was…

Der Tag auf dem Waldpfad ist kurz: er dauert nur knapp zehn Minuten. Denn die Ausstellung hat einen Tag- und Nachtrhythmus, der automatisch wechselt. In regelmäßigen Abständen wird das Licht langsam gedimmt und die Dunkelheit bricht herein – die Zeit, wenn Dachs, Fuchs und Marder aus ihrem Bau kriechen und auf die Jagd gehen.

Sieben Dioramen zeigen die für Deutschland typischsten Lebensräume mit ihren repräsentativsten Bewohnern: am Bach suhlt sich ein Keiler. In der Baumgruppe nistet eine Eule. Auf dem Feld versteckt sich ein Rehbock. Auf der Wiese tummeln sich Hasen und Fasane. Im Gebirge kraxeln Gämsen und machen Murmeltiere Männchen. Im Wald ist der Hirsch mit seinem stolzen Geweih König. Und in der Stadt sagen sich Fuchs und Has‘ gute Nacht – nicht nur im Museum: tatsächlich zieht es immer mehr Wildtiere in die Stadt. Da es zwischen den Häusern wärmer ist und es weniger Jäger gibt, findet man in den Straßen, Parks und Gärten oft eine größere Artenvielfalt als auf dem Land.

Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Augen auf: in der Stadt leben mehr Wildtiere, als wir annehmen, Foto: Landesstelle/Konrad Rainer

Ganz schön wild!

Auf dem Waldpfad können Kinder und Erwachsene entscheiden, von wem sie sich führen lassen wollen: von einem Jäger oder lieber einem Wildschwein? Per Chipkarte können die Besucher einstellen, wie viele Infos sie haben wollen – und auch auf welchem Level von einfach bis schwierig. Kindern werden die Erklärungen sogar vorgelesen, während sie von Lebensraum zu Lebensraum wandern.
Absolutes Highlight für kleine Waldpfad-Besucher: der Fuchsbau, in den sie durch einen Gang reinkrabbeln und mit einem großen Plüschfuchs kuscheln können!

Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Ab in den Bau: kleine Schlaufüchse wie Oskar (2 Jahre) können durch einen Tunnel zu Mama Fähe kriechen, Foto: Magdalena Schertl/ Infopoint Museen und Schlösser in Bayern

Für Jäger und Sammler

Na, seid ihr schon fit wie die Förster? Dann könnt ihr euer neues Waldpfad-Wissen beim Buzzerspiel testen. Lebensräume und Tiere oder Tiere und Namen zuordnen sind die leichtesten Disziplinen. Wenn es daran geht, die Tiere und ihre Stimmen zu erraten, kann es durchaus verzwickt werden. Aber die Museumsbewohner sind geduldig und wiederholen ihren Ruf auf Abruf gerne…

Am „Ruhebaum“ könnt ihr euch auf der Rundbank niederlassen, auf Knopfdruck den Vogelstimmen lauschen und sie zuordnen. Was gar nicht einfach ist! Wunderschön zum Ausspannen und Auftanken: direkt gegenüber steht eine Gruppe mit echten Bäumen mitten im Museum. Auch hier kann man mehr über das Ökosystem Baum und Wald erfahren und entdecken, wie viele Tiere Lebensraum, Schutz und Futter durch die Bäume finden.

Denn wie ihr ja alle wisst: Bäume sind lebende Organismen, die untereinander kommunizieren, sich verbinden und stützen und außerdem das von uns Menschen produzierte CO2 in Sauerstoff umwandeln… Wenn das nicht viele gute Gründe sind, warum wir unsere heimischen Bäume und die Wälder der Erde wie einen Schatz hüten sollten!

Vorsicht Wildwechsel! Der Waldpfad im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Der König des Waldpfades: ein stolzer Vierzehn-Ender bewacht in der Dämmerung die Ausstellung, Foto: Jennifer Schmaus/ Deutsches Jagd- und Fischereimuseum

Deutsches Jagd- und Fischermuseum

Neuhauser Str. 2

80331 München

Tel. 089-22 05 22

Abb. ganz oben: Foto: Jennifer Schmaus/ Deutsches Jagd- und Fischereimuseum

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